STROHFÜÜR
26.07.2024 Wohlen, KolumneBeat Schlatter, am letzten Freitag zu Gast am Open-Air-Kino, ist vor allem bekannt als Schauspieler und Kabarettist. Der Zürcher ist aber auch Verwaltungsratspräsident der Hürlimann Bier AG. Dabei handelt es sich nicht um ein Wirtschaftsunternehmen, da ...
Beat Schlatter, am letzten Freitag zu Gast am Open-Air-Kino, ist vor allem bekannt als Schauspieler und Kabarettist. Der Zürcher ist aber auch Verwaltungsratspräsident der Hürlimann Bier AG. Dabei handelt es sich nicht um ein Wirtschaftsunternehmen, da wäre der Komiker vermutlich fehl am Platz. Die frühere Zürcher Brauerei gehört längst zum Feldschlösschen-Imperium. Zweck der Hürlimann Bier AG ist hingegen die Pflege der Bierkultur und des geselligen Beisammenseins. Und da ist Schlatter als Präsident eine ideale Besetzung.
Unter dem Motto «Einige haben grosse Pläne, andere haben grossen Durst» fliesst von jedem verkauft Hürlimann-Bier ein Rappen in einen Topf. Das Geld wird von der AG für möglichst originelle Ideen verwendet. «Mit diesem Geld haben wir schon viel Lustiges angestellt», erzählt Schlatter bei seinem Besuch in Wohlen. «So haben wir einst dem schlechtesten Goalie von Zürich eine Trainingslektion bei Ex-Nati-Goalie Jörg Stiel offeriert», so Schlatter weiter. Ganz nach dem Motto: Hilft das auch nicht, gibt es ein Bier.
Die Verbindung des Schauspielers zu Hürlimann kommt nicht von ungefähr. Als die Brauerei in den 70er-Jahren begann, auch eigenes Mineralwasser zu vermarkten, gewann der jugendliche Schlatter mit «Aqui» den Wettbewerb zur Namensfindung. Seither pflegt er gute Beziehungen zu Hürlimann respektive Feldschlösschen, wo das Hürlimann-Bier heute gebraut wird. Kein Wunder also, wird im neuen Film «Bon Schuur Ticino» fleissig Feldschlösschen getrunken und erhielt dessen CEO einen Kurzauftritt als Bäcker. Für Schlatter passt die Kombination Feldschlösschen und Schweiz. Und er erinnert an seinen früheren Film «Hoselupf». Dort war die Appenzeller Brauerei als Sponsor dabei und wird ständig «Quöllfrisch» getrunken. «Ganz ehrlich, das hat den Leuten im Emmental überhaupt nicht gefallen», schmunzelt Schlatter.
Bier wird es in Zukunft auch im neuen Restaurant im Chappelehof geben. In diesen Tagen wurde schon mal der Zapfhahn montiert. Im Restaurant Leo setzt man dabei auf Regionalität. Das Bier, das hier ausgeschenkt wird, kommt aus der Villmerger Brauerei Erusbacher & Paul. Doch bis die erste Stange eingeschenkt wird, dauert es noch ein wenig. Die Eröffnung des Restaurants ist für das Wochenende vom 24. und 25. August geplant.
Bis dahin wird im Chappelehof noch fleissig gearbeitet. Die vergangenen Monate haben die Verantwortlichen stark gefordert. Sanieren, während der Betrieb teilweise weiterläuft, ist nicht ganz so einfach. Das merkte vor allem auch die Kinder-Zahnarztpraxis, die neu im Gebäude eingemietet ist. «Wir haben extra eine Whatsapp-Gruppe eingerichtet, in der man sich melden konnte, wenn es Probleme gab», berichtet Bauleiter Kurt Leuppi. Und einmal gab es Grossalarm. Denn mitten in einer Operation war das Wasser weg. Und so düste Verwalter Andy Bächer los und kaufte Flaschenweise Wasser, während sich Leuppi auf die Fehlersuche machte. Schuld waren aber nicht die Arbeiten im Haus, sondern ein Wasserrohrbruch in der Strasse. Doch dank Bächers Einsatz konnte die OP doch noch abgeschlossen werden.
Chregi Hansen