VJF erhält hohen Besuch
04.11.2022 WohlenGrossräte beim Verein für Jugend und Freizeit
«Spannend. Interessant. Ich durfte viele Dinge erfahren, die ich nicht wusste.» Mit diesen Worten beschreibt Elisabeth Burgener ihren Besuch beim Verein für Jugend und Freizeit (VJF) in Wohlen. Während ...
Grossräte beim Verein für Jugend und Freizeit
«Spannend. Interessant. Ich durfte viele Dinge erfahren, die ich nicht wusste.» Mit diesen Worten beschreibt Elisabeth Burgener ihren Besuch beim Verein für Jugend und Freizeit (VJF) in Wohlen. Während ihres Grossratspräsidiumsjahrs hat sie elf verschiedene Institutionen in den elf Bezirken besucht. Den Abschluss machte der VJF in Wohlen. Begleitet von Grossrätinnen und Grossräten erhielt sie einen Einblick in die beeindruckende und wichtige Arbeit des VJF. --spr
«Wohlen darf stolz sein»
Besuch der Grossratspräsidentin Elisabeth Burgener beim VJF Wohlen
Der Verein für Jugend und Freizeit darf sich vorstellen. Die Grossratspräsidentin ist bewegt. Der Wohler Gemeindeammann stolz. Und die Verantwortlichen beim VJF Wohlen glücklich über diese Chance, einmal zu zeigen, was man für wertvolle Arbeit leistet.
Stefan Sprenger
Ein paar Jugendliche spielen auf der Playstation Fussball. Bayern München bezwingt Real Madrid 8:1. Vor der Leinwand, wo gezockt wird, huschen ein paar Menschen vorbei und unterbrechen das virtuelle Spiel jeweils für kurze Augenblicke. Die Jugendlichen wissen nicht, dass da gerade ranghohe Aargauer Politiker vorbeigeschlichen sind, die durch die Räumlichkeiten im Verein für Jugend und Freizeit Wohlen geführt werden.
«Es ist und war ein erfolgreiches Projekt»
Beispielsweise Elisabeth Burgener. Die Fricktalerin ist seit 2007 Mitglied im Grossen Rat und aktuell die Grossratspräsidentin. Und die 61-Jährige ist der Grund, wieso an diesem Mittwochnachmittag 15 Menschen einen Crashkurs erhalten, was der VJF Wohlen eigentlich so macht. «Während meinem Grossratspräsidiumsjahr habe ich – begleitet von Grossrätinnen und Grossräten – Institutionen in allen elf Bezirken besucht. Es ist und war ein erfolgreiches Projekt», erklärt sie. Die elfte und somit letzte Station war der VJF in Wohlen. Mit dabei waren die Grossräte Flurin Burkard, Therese Dietiker, Markus Dietschi, Gertrud Häseli, Silvan Hilfiker, Kurt Gerhard, Karin Koch, Gabi Lauper-Richner, Stefan Dietrich, Thomas Leitch-Frey (Ex-Grossrat), Dominik Peter, Roland Vogt sowie Manuela Widmer vom Parlamentsdienst.
Und die Idee, dass Burgener solche Institutionen besucht, kam sehr gut an. «Es war für alle eine Ehre. Die Idee dahinter war auch, dass es an diesen Anlässen überfraktionelle Begegnungen gibt. Und das war so», erklärt Burgener. Bei all den elf Besuchen habe sie «grosse Fachkompetenz» erlebt. So auch in Wohlen beim VJF.
Perrouds «Baby»
Karin Stoll und Lukas Vogt (beide Co-Geschäftsführer/-in) sowie Fabian Birrer (Integrationsfachstelle) und Luca Baldelli (Jugendarbeit) stellen die Arbeit und die Räumlichkeiten des VJF Wohlen vor. Karin Stoll beginnt mit den Worten: «Danke für die Möglichkeit, dass wir uns vorstellen dürfen.» Später bei einer ruhigen Minute sagt sie: «Es ist eine Wertschätzung für unsere Arbeit. Nicht viele wissen, was wir eigentlich genau tun.» Den gespannten Zuhörerinnen und Zuhörern durfte man nun alles erzählen. Und die Geschichte des VJF ist beeindruckend, spannend, einzigartig. Besonders für so eine ländliche Gemeinde wie Wohlen. Eine wahre Erfolgsgeschichte (siehe Kasten).
Mit dabei war auch der Wohler Gemeindeammann Arsène Perroud. Ehrensache. Denn Perroud und der VJF Wohlen sind eng verbunden. Er war bereits in den Anfangsjahren dabei und blieb bis zu seinem Amtsantritt als Gemeindeammann im Jahr 2017 dem VJF treu. Sozusagen ist die Institution das «Baby» von Perroud. «Ich habe die Hälfte des Lebens beim VJF verbracht», sagt er. Er erinnert sich an die Anfangszeiten, damals noch im Schellhaus in Wohlen Ende der 90er-Jahre. Und so lauschte Perroud gespannt, auch wenn er das meiste wohl selbst wusste. Mehr noch: Perroud konnte teilweise auch bestens Auskunft geben, was beim VJF so läuft und gelaufen ist. Er wird gefragt, ob er denn stolz sei auf das, was man erreicht hat. Sein Lächeln verrät: Ja, sehr. «Wohlen darf stolz sein», meint Perroud. Und er hat damit recht, denn der VJF hat eine Vorreiterrolle und hat in all den Jahren viele Dinge auf die Beine gestellt.
Inputs für den grossen Rat
Der VJF Wohlen leistet wichtige, wertvolle und beeindruckende Arbeit. Für Jugendliche und für die Allgemeinheit. Meist geschieht es etwas abseits des grossen Rampenlichts oder man nimmt es gar nicht so richtig wahr – und nimmt es als selbstverständlich hin. Bei diesem Anlass konnten die Verantwortlichen aufzeigen, wie stark ihre Arbeit ist und wie sehr sie auch geschätzt werden sollte. Grossratspräsidentin Elisabeth Burgener war jedenfalls begeistert. «Es war enorm interessant und ich durfte viele neue Dinge erfahren.» Ein paar Informationen wird sie auch mitnehmen in den Grossen Rat nach Aarau. Und so wird die Jugend- und Integrationsarbeit im Kanton Aargau vielleicht in Zukunft noch ein wenig besser werden.
Der VJF Wohlen
Beeindruckende Zahlen vorgestellt
1990 wurde der Verein für Jugend und Freizeit (VJF) Wohlen gegründet. 1994 erfolgte die Einführung der offenen Jugendarbeit. Seit rund 15 Jahren bestehen Leistungsvereinbarungen mit Gemeinden ausserhalb von Wohlen. Nicht nur im Freiamt, sondern auch im Kanton Solothurn oder Zürich «betreut» der VJF Gemeinden. Ingesamt haben 46 Gemeinden den VJF mit der Durchführung der offenen Jugendarbeit, Projekten und Integrationsarbeit beauftragt. 55 Mitarbeitende, 7 Praktikanten und 4 Zivildienstleistende sind derzeit in total 3300 Stellenprozenten angestellt beim VJF. Dies in insgesamt 21 Jugendarbeitsstellen und der regionalen Integrationsfachstelle. Der VJF führt zudem Integrationsangebote durch und ist für den Kanton Aargau im Flüchtlingswesen tätig.
Der Verein für Jugend und Freizeit wurde in all den Jahren immer mehr zu einer Dachorganisation, die übergreifende Aufgaben übernimmt. Rund 47 000 Besuchende nahmen 2021 an Anlässen und Veranstaltungen in den verschiedenen Projekten teil. Der Umsatz beträgt 2021 rund 3,5 Millionen Franken. Die aktuellen Herausforderungen, die der VJF zu meistern hat, sind beispielsweise die Suche nach ausgebildeten Fachkräften mit Erfahrung oder das schnelle Wachstum der Organisation, was immer wieder strukturelle Anpassungen erfordert. --spr



