Endlich mehr Raum
08.11.2022 WohlenSchule Anglikon
Der Dorfteil Anglikon ist etwas mehr als ein normales Quartier. Anglikon hat seine eigenen politischen Vertreter, und diese nehmen die Anliegen der Bevölkerung ernst. Die Einwohnerräte Mika Heinsalso und Hansruedi Meyer setzten sich für die Schule ...
Schule Anglikon
Der Dorfteil Anglikon ist etwas mehr als ein normales Quartier. Anglikon hat seine eigenen politischen Vertreter, und diese nehmen die Anliegen der Bevölkerung ernst. Die Einwohnerräte Mika Heinsalso und Hansruedi Meyer setzten sich für die Schule Anglikon tatkräftig ein. Sie gingen einen Weg über dreieinhalb Jahre hinweg und forderten, dass die dritte und vierte Klassen weiterhin in Anglikon unterrichtet werden. Nun sind sie am Ziel: Der neue Schulraum konnte eröffnet weren. --dm
Kleines Anglikon schafft Grosses
Feierliche Einweihung des Provisoriums für die Schule Anglikon
Es war ein langer Prozess, der dann doch plötzlich Fahrt aufgenommen hat. Die Realisation des Schulraumprovisoriums neben der Schule Anglikon ist für den Dorfteil und seine Politiker ein grosser Erfolg. Und für die Schülerinnen und Schüler eine sehr erfreuliche Sache, denn die dritte und die vierte Klasse dürfen somit weiterhin in Anglikon zur Schule.
Daniel Marti
«Ja, jetzt sind wir glücklich», betont Einwohnerrat Mika Heinsalo. «Ja, wir sind happy und zufrieden», erklärt Daniel Seiler, Präsident des Dorfvereins Anglikon. Das neue Schulprovisorium für zwei Klassen neben der Schule in Anglikon ist gelungen – und es war ein grosser Wunsch der Angliker Bevölkerung und auch der Kinder. Dreieinhalb Jahre dauerte der politische Kampf, bis nun die Einweihung gefeiert werden konnte. Darum waren auf dem Schulhaus-Areal nur glückliche Menschen und strahlende Kinder auszumachen. Nach den kurzen Festreden durften alle die neuen Schulräume besichtigen und sich vom erfüllten Wunsch überzeugen lassen. «Es ist zwar ein Provisorium, aber dieser Bau hält bestimmt länger als die vorgesehenen zehn Jahre», ist Heinsalo überzeugt.
Anglikons Willen mehrfach platziert
Der Kampf um diesen Schulraum habe sich gelohnt, «obwohl viele glaubten, wir seien chancenlos», sagte der Einwohnerrat weiter. «Zum Glück haben wir immer unseren Weg verfolgt und weitergekämpft.» Zuerst war es eine Petition, die für Aufsehen sorgte. Die über 1000 Unterschriften machten aber dem Gemeinderat wenig Eindruck. Deshalb brauchte es noch eine Motion, vor einem knappen Jahr eine Kundgebung vor dem Gemeindehaus und viel Lobbyarbeit im Einwohnerrat. So brachten die Angliker ihren Willen auf einen erfolgreichen Weg. Im vergangenen März wurde der Kredit von knapp einer Million Franken gesprochen für das Schulraumprovisorium. «Von da an ging es vorwärts. Ein gutes Projekt wurde realisiert. Es ist schön herausgekommen», so Heinsalo. «Von der Bewilligung des Kredits bis zum Bezug ging es wirklich schnell», sagt auch Daniel Seiler, «alle arbeiteten kooperativ mit.» Obwohl der Schulstart im neuen Gebäude ursprünglich nach den Sommerferien geplant war, ist man in Anglikon auch sehr zufrieden, dass man die neuen Räume nun Anfang November der Schule übergeben konnte.
Und das Resultat ist tatsächlich wesentlich: Die Schülerinnen und Schüler der dritten und der vierten Klasse dürfen weiterhin den Unterricht im heimischen Anglikon besuchen und müssen nicht ins entfernte Bünzmatt-Schulzentrum, und dieser lange Schulweg fällt auch weg. Auch deshalb war die Stimmung an der Einweihungsfeier völlig gelöst und fröhlich. Dass der Bau doch eine gewisse Bedeutung hat, beweist die Gästeliste. Diverse Mitglieder des Einwohnerrates und die Einwohnerratsspitze mit Präsident Cyrille Meier und Vize Marc Läuffer waren anwesend.
Denkwürdiger Moment
Der verantwortliche Gemeinderat Thomas Burkard widmete sich in seiner Ansprache vor allem der Umsetzung der Motion, die im vergangenen März überwiesen wurde. «Von da an wurde die Projektierung unverzüglich an die Hand genommen», und die Einweihung nur acht Monate später sei ein «denkwürdiger Moment». Mit den beiden Klassenräumen mit Zusatzzimmern können «technisch moderne Räume zur Verfügung gestellt werden». Trotz schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen konnte der Zeitrahmen eingehalten werden. «Und die Kosten bewegen sich innerhalb des Verpflichtungskredits. Das ist eine gute Nachricht – für ganz Wohlen», so Burkard weiter. Die Planung und Realisation von neuem Schulraum sei eine grosse und wichtige Aufgabe. «Wir nehmen diese gerne an, denn sie ist ja für die Kinder.» Und deren Zukunft.
Auch für Mika Heinsalo, der mit seinem Angliker Einwohnerratskollegen Hansruedi Meyer am meisten Elan zeigte, sind die schwierigen Phasen vergessen. Der anfängliche Widerstand von Gemeinderat und Schulpflege, die sich beide anfänglich gegen das Provisorium stellten, müsse jetzt nicht mehr thematisiert werden, so Heinsalo. «Jetzt haben die Kinder den nötigen Platz. Es ist eine flexible Lösung in einem modernen Bau. Und diese Schulräume sind wichtig für ganz Wohlen.» In und rund um Anglikon werde weiterhin viel gebaut, darum sei dieser neue Schulraum für ganz Wohlen so wichtig. «Jetzt können wir vorwärtsschauen. Die Angliker Kinder bis zur vierten Klasse dürfen hier im Dorfteil bleiben. Und vielleicht einmal die ganze Oberstufe?», meinte er noch leise. Aber das sei dann irgendwann vielleicht ein Thema. «Jetzt grad haben wir keine weiteren Ziele betreffend Schulraum.» Ausser dass die Schule Anglikon eine Sanierung nötig haben wird. Gemäss aktuellem Finanzplan sind für die Jahre 2026 bis 2029 total 4,5 Millionen Franken für Projektierung, Erweiterung und Sanierung vorgesehen.
«Das ist Weltklasse»
Zurück zum zweitstöckigen Schulraumprovisorium, das auf gemeindeeigenem Land erstellt wurde. Das Thema habe eben viele Menschen berührt, glaubt Mika Heinsalo. In Anglikon und in Wohlen. Und zum Schluss seiner Ansprache gelang es ihm, seine Freude auch in Worte zu fassen: «Das kleine Anglikon hat Grosses erreicht. Das ist Weltklasse. In diesen Räumen können sich junge Menschen entfalten. Und sie alle sollen einmal sagen können: Wir sind stolz darauf, dass wir in Anglikon zur Schule gegangen sind.»
Das Raumprogramm
Das Provisorium in Anglikon umfasst folgendes Raumprogramm: zwei Schulklassenzimmer mit je einer Fläche von rund 67 Quadratmetern (Klassengrösse 25 Schüler), ein Gruppenraum und ein Vorbereitungsraum für Lehrpersonen mit einer Fläche von je rund 34 Quadratmetern, pro Geschoss ein Korridor mit Garderobe, Toilettenanlagen, Putzraum, Treppenhaus mit Eingangsbereich, gedeckter Pausenplatz, rollstuhlgängige Erschliessungsrampe, Zugangstreppe mit Podest, Velounterstand. Da nur das Erdgeschoss behindertengerecht erschlossen werden musste, brauchte es keinen Lift.
Ab Sommer 2028 besteht zusätzlicher Raumbedarf für eine Kindergartenabteilung in Anglikon. Eine entsprechende Erweiterung der Anlage ist gleich neben dem neuen Schulprovisorium möglich. --dm




