Auf Umweg zu besserer Lösung
04.11.2022 NiederwilProjektierungskredit für Sanierung und Erweiterung des Kindergartens Althau
Ursprünglich wollte Niederwil erst den Kindergarten Riedmatte ersetzen und später dann den Kindergarten Althau sanieren. Nach dem Nein an der Urne für den Ersatz ging man noch ...
Projektierungskredit für Sanierung und Erweiterung des Kindergartens Althau
Ursprünglich wollte Niederwil erst den Kindergarten Riedmatte ersetzen und später dann den Kindergarten Althau sanieren. Nach dem Nein an der Urne für den Ersatz ging man noch einmal über die Bücher. Jetzt soll aus zwei Kindergärten in Zukunft einer werden.
Chregi Hansen
Das jetzt vorgestellte Projekt hat nichts mehr mit den Plänen von vor zwei Jahren zu tun. «Man darf auch klüger werden», lacht Gemeinderätin und Vizeammann Cornelia Stutz. Und ist überzeugt, dass im zweiten Anlauf eine super Lösung gefunden wurde. «Es braucht eben manchmal einen Umweg», fügt die Gemeinderätin an.
Ob das die Bevölkerung auch so sieht, entscheidet sich an der Gemeindeversammlung vom 28. November. Dann geht es um den Projektierungskredit in der Höhe von 120 000 Franken für die Sanierung und Erweiterung des bestehenden Kindergartens Althau zum Dreifachkindergarten samt einer Unterkellerung für zusätzliche Garderoben. Genau diese Garderoben waren vermutlich der Knackpunkt beim ersten Projekt, welches lediglich den Ersatz des Einfach-Kindergartens Riedmatte vorsah. Wegen des schwierigen Untergrundes wurde auf eine Unterkellerung verzichtet – was vor allem den FC Niederwil gegen das Projekt aufbrachte. Der Kredit über 1,1 Millionen Franken wurde am 28. Juni an der Urne abgelehnt – wegen Corona war keine «Gmeind» möglich. «Das hat uns sicher nicht geholfen», schaut Stutz auf die Abstimmung zurück.
Aus zwei mach eins
Inzwischen ist sie aber fast froh, gab es damals ein Nein. Denn in der Folge hat die Gemeinde verschiedene Varianten geprüft. Und die daraus resultierenden Kosten berechnen lassen. Weder eine Unterkellerung des geplanten Ersatzbaus noch eine Aufstockung konnten überzeugen. Auch ein Einbau der Garderoben in die Militärunterkunft Gade hätte grosse Kosten nach sich gezogen. Parallel dazu nahm der Gemeinderat mit der neuen Schulleitung und den Lehrpersonen eine Standortbestimmung bezüglich Kindergarten vor. Denn nicht nur das «Providurium» in der Riedmatte ist längst in die Jahre gekommen, sondern auch der Doppelkindergarten Althau aus dem Jahr 1988. Hier fehlt es an Gruppenräumen und Nebenzimmern für Therapien, Besprechungen und Ähnliches. «Ein Ersatz des Kiga Riedmatte und eine Sanierung des Kiga Althau hätten dieses Raumproblem nicht gelöst», weiss Vizeammann Stutz.
Darum möchte der Gemeinderat jetzt alle drei Abteilungen in einem Gebäude vereinen. Dies im Doppelkindergarten Althau. Hier lassen sich auch die bereits bestehenden Garderoben problemlos erweitern. «Wir liegen etwas höher, das Problem mit dem hohen Grundwasserspiegel haben wir hier weniger», macht Stutz deutlich. Der bisher genutzte Kindergarten Riedmatte kommt dafür weg. «Dieser wurde im Jahr 1970 als Provisorium eingerichtet und war damals schon nicht neu», schmunzelt die Gemeinderätin.
Jetzt die Details erarbeiten
Im Detail soll der bestehende Kindergarten Althau saniert und im Innern umgebaut werden. Ein Anbau südöstlich des Gebäudes bietet den nötigen Platz für eine dritte Abteilung. Durch das zusätzlich entstehende Volumen lassen sich die notwendigen Gruppen- und Nebenräume realisieren. Die bestehenden Garderoben im Untergeschoss werden weiter genutzt, der Anbau wird ebenfalls teilweise unterkellert, hier finden weitere Garderoben Platz. «Im Moment besteht nur eine Projektidee, wie das Ganze im Detail aussehen wird, das wollen wir jetzt erarbeiten lassen», so Cornelia Stutz. Dafür braucht es einen neuen Projektierungskredit.
Schulleitung, Kindergarten und FC befürworten die Marschrichtung. «Diese Lösung bietet deutliche Vorteile, wir haben nachher alle Kindergartenabteilungen unter einem Dach», sagt Schulleiterin Fabia Wey. Zudem erlaubt es diese Variante, die Aussenräume neu zu gestalten und aufzuwerten. Auch die langjährige Kindergartenlehrerin Sabine Probst lobt das Projekt. «Es bietet einen deutlichen Mehrwert gegenüber der ersten Variante», ist sie überzeugt. Endlich erhalten die Kindergärten die dringend notwendigen neuen Räume. Und die Zusammenarbeit unter den Abteilungen wird vereinfacht.
Neue Garderoben dienen nicht nur dem FC
Auch beim FC Niederwil ist man sehr zufrieden. «Das Projekt ist ganz klar eine deutliche Verbesserung», sagt Vorstandsmitglied Roland Hubschmid. Der Ausbau der bestehenden Garderoben ist für den Verein dringend – mit rund 350 Mitgliedern in 14 Teams kommt die bestehende Anlage an ihre Grenzen. «Und wir sind ja nicht der einzige Verein, der diese sanitären Anlagen nutzt», erklärt er. «Die Idee überzeugt», ist für ihn darum klar.
Klar ist aber auch, dass das neue Projekt deutlich teurer ist. Schätzungen gehen von Kosten von rund 2,7 Millionen Franken aus. Zum Vergleich: Für den Ersatz des Kindergartens Riedmatte waren 1,1 Millionen vorgesehen. Doch so einfach funktioniert der Vergleich nicht. Einerseits wären die damals eruierten Kosten angesichts der Entwicklung im Bausektor wohl gestiegen. Zum anderen hätte die gewünschte Unterkellerung laut einer Schätzung nochmals rund 460 000 Franken gekostet, und die Sanierung des Kindergartens Althau wäre wohl auf gegen 500 000 Franken gekommen. Ohne dass man damit die räumliche Situation verbessert hätte. Das neue Projekt hat zudem den Vorteil, dass der Baugrund wesentlich einfacher ist. Und es gar eine Aufstockung erlaubt, falls allenfalls später gar eine vierte Abteilung nötig wird.
Gebaut werden soll 2024 und 2025
«Ich bin überzeugt, dass die Stimmbürger sich von diesem Projekt überzeugen lassen», sagt Stutz. Die Niederwiler gelten zwar als kritisch und möchten immer genau wissen, was es am Schluss kostet. Aber sie sprechen Gelder, wenn es nötig ist. Vorerst geht es nur um einen Projektierungskredit. Falls die «Gmeind» Ja sagt, dann soll in einem Jahr das konkrete Bauprojekt vorliegen. Wird diesem zugestimmt, ist die Realisierung für die Jahre 2024 und 2025 geplant. So lange mindestens bleibt das «Providurium» Riedmatte weiter in Betrieb.

