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04.10.2022 WohlenEröffnung der Ausstellung «Testgelände 2» von Andreas Hofer im Schlössli Wohlen
Vom 2. bis 25. Oktober findet im Schlössli die Ausstellung «Testgelände 2» von Andreas Hofer statt. 200 Bilder mit Pflanzenund Naturmotiven teilweise ...
Eröffnung der Ausstellung «Testgelände 2» von Andreas Hofer im Schlössli Wohlen
Vom 2. bis 25. Oktober findet im Schlössli die Ausstellung «Testgelände 2» von Andreas Hofer statt. 200 Bilder mit Pflanzenund Naturmotiven teilweise mit surrealen Motiven hängen fast von der Decke bis zum Boden. Die Ausstellung des Bremgarter Künstlers wurde am Sonntag mit einer Vernissage eröffnet.
Das Schlössli ist um eine Attraktion reicher. Mit der Ausstellung von Andreas Hofer kleiden 200 Bilder die Wände des historischen Gebäudes. Darin taucht der Besucher in eine hängende, üppige Pflanzenwelt ein.
«Andreas Hofer gehört nicht zu den Künstlern, deren Kunst einfach in einen Raum gestellt wird. Er passt seine Ideen den Räumen an», begrüsst Hans Furter, Präsident der Kunstkommission Wohlen. «Als wir gemeinsam das Schlössli besichtigten, entwickelte er die hängende Bilderwand. Er hat über 250 Bilder auf leicht-transparentes Papier gemalt und installierte hier nun davon 200 Stück, die durch die Schlössli-Beleuchtung effektvoll in Szene gesetzt werden.»
Wie in einem Aquarium
Andreas Hofer lebt in Bremgarten. Er ist Künstler und in verschiedenen Disziplinen unterwegs. Zudem lehrt er Architekturstudenten die Farbund Perspektivenwahrnehmung. Zu dieser Ausstellung sagt er: «Es hat alles 2016 im Tessin begonnen. In einem Atelier, welches in einem wildverwunschenen Park liegt, malte ich alles, was ich aus verschiedenen Perspektiven sah. Vorrangig Pf lanzen und dann die dort lebenden Insekten. Zu Hause in Bremgarten zeichnete ich weiter und kam dann auf die Idee mit der Verbindung zum Menschen und den sich mehrenden Spuren der Zivilisation», erklärt Hofer.
Auf seinen Bildern sind Naturstudien wie Landschaften, Seen und Felder zu sehen. Detaillierte Ausschnitte von verschiedenen Pflanzen, Blättern und Blüten. Weiter sind Insekten zu entdecken, mal gross und mal sehr detailliert, mal wie in Bewegung und dann wieder beobachtend still sitzend. Und dann dürfen die Betrachter staunen. Die natürliche Harmonie wird durchbrochen durch scheinbar surreale Motive wie einen Menschen mit Fernglas, ein Autobahnkreuz, Strommast, Mähdrescher, sogar einen Panzer und vieles andere mehr.
«Wir sitzen im Schlössli wie in einem Aquarium und verlieren durch die Bildbetrachtungen und Entdeckungen vielleicht die Orientierung», führt Sabine Arlitt in die Ausstellung ein. Sie ist Kunsthistorikerin aus Zürich und erklärt, warum Andreas Hofer diese Bilderwelt «Testgelände 2» nannte. «Aus Hofers Sicht dient die Natur als Projektionsfläche des Menschen. Dieser lebt, arbeitet, forscht, beobachtet und manchmal kämpft er darin. Zunächst scheint der Mensch nur in der Ferne wahrnehmbar. Betrachtet man die Bilder aber länger, rücken er und seine technischen Motive in den Fokus des Betrachters. Dadurch wird die Gefährdung der Lebensumwelt sinnlich und packend visualisiert.»
Nach der Ausstellung weiter daran arbeiten
Die Bilder zur Ausstellung hat Andreas Hofer mit nur einem Pinsel mit schwarzer Tusche auf weissem Zeichenpapier gemalt. «Mit der Zeit franste der Pinsel aus, die Zeichnungen wurden teils filigraner oder wirken teils wie verwischt», erklärt Hofer «So wie der Pinsel bei Gebrauch immer weniger wird, zeigt uns auch die Natur immer wieder deutlich, dass alles vergänglich ist. Selbst das verwendete Zeichenpapier verändert sich mit der Zeit – durch Licht, Luft und Raumfeuchtigkeit wird es mit der Zeit gelblich vergilbt und trägt automatisch zur Vergänglichkeit der Ausstellung bei.» Selbst wenn die Ausstellung in Wohlen Ende Oktober zu Ende geht, wird sie durch Andreas Hofer weiterentwickelt werden. Die Bilderserie wächst stetig an und gelangt je nach dem Ausstellungsort in eine jeweils neue Darstellung.
Ab sofort kann man im Schlössli Wohlen auf Entdeckungsreise gehen. In eine Phantasiewelt, die sich den Gästen selbst erschliessen wird. Der Besucher bleibt nicht nur im Kopf, sondern vor allem in Raum und Zeit in Bewegung. So wie mancher Gast an dieser Vernissage, der immer wieder sich drehend, auf- und abschauend in die 270°-Installation versank.
Die nächste Ausstellung mit Diane Rotach im Schlössli Wohlen ist in Planung – sie wird im April stattfinden. Zu welchem Thema, das wird die Künstlerin zusammen mit der Kunstkommission entwickeln. --mub
Die Ausstellung dauert noch bis zum 25. Oktober. Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag, 17 bis 19 Uhr, Samstag und Sonntag: 11 bis 15 Uhr. Der Künstler ist jeweils am Sonntag anwesend.



