Gratulationen sogar aus Rom
25.10.2022 WohlenKulturpreis-Verleihung in der Kirche an das Circolo Acli
Der Kulturpreis hat für die Menschen vom Circolo Acli eine grosse Bedeutung. Stolz wechselt sich mit Freude ab. Und es war ein stilvoller Festakt.
Daniel Marti
Wenn ...
Kulturpreis-Verleihung in der Kirche an das Circolo Acli
Der Kulturpreis hat für die Menschen vom Circolo Acli eine grosse Bedeutung. Stolz wechselt sich mit Freude ab. Und es war ein stilvoller Festakt.
Daniel Marti
Wenn drei Top-Musiker von der Mailänder Scala extra nach Wohlen reisen, dann muss eine Ehrensache anstehen. Die Verleihung des Kulturpreises an das Circolo Acli ist genau eine solche spezielle Anerkennung. Eine Wertschätzung für eine vorbildliche Integrationsarbeit seit über 50 Jahren. Die drei Musiker spielten ein hochklassiges Konzert – und alle Menschen vom Circolo Acli sowie die Wohler Gemeindeverantwortlichen strahlten um die Wette.
«Wir sind auf diese Auszeichnung sehr, sehr stolz», sagte Franco Narducci, der neue Acli-Präsident. «Unser Dank richtet sich an die Kulturkommission, dass sie unseren Verein für diese Prämierung überhaupt ausgesucht hat.» Der Kulturpreis stehe auch für die vielen Männer und Frauen des Acli, «die mit ihrer täglichen Arbeit den Fortbestand des Acli sichern.» Für alle Acli-Menschen sei die Kulturpreis-Verleihung eine «sehr wichtige Auszeichnung».
Giusi Però, ehemaliger Präsident, der über zwei Jahrzehnte dem Circolo Acli vorbildlich vorgestanden ist, war ebenso erfreut wie sein Nachfolger Franco Narducci. Der Kulturpreis mache alle stolz, man spüre eine grosse Dankbarkeit rund ums Circolo Acli, erklärte Però, der immer einen guten Draht pflegte zu Don Silvano. Der italienische Missionar war Gründer und Initiator des Circolo Acli, der Seelsorger lebt heute in der Nähe von Rom. Però telefonierte kurz vor der Kulturpreis-Verleihung mit Don Silvano. «Ich darf allen die besten Grüsse von Don Silvano ausrichten», sagte Però in der katholischen Kirche. Die Kunde von der Kulturpreis-Verleihung machte also ihren Weg von Wohlen über Mailand bis nach Rom. Diese Reichweite ist im Vergleich mit allen vorgängigen Verleihungen des Kulturpreises einzigartig.
Tiefe Spuren hinterlassen
Kulturpreis-Verleihung an das Circolo Acli, begleitet von einem Konzert in der katholischen Kirche
Ein Hauch von musikalischer Weltklasse. Begeisterte Zuhörer. Und ganz viele stolze Menschen vom Circolo Acli. Der Rahmen für die Kulturpreis-Verleihung in der katholischen Kirche war festlich und hätte kaum besser sein können. Das Circolo Acli hat die Auszeichnung mehr als verdient.
Daniel Marti
«Heute können wir sagen, dass das Circolo Acli Wohlen ein Teil der Geschichte der letzten fünfzig Jahre dieser Gemeinde ist», sagte Ennio Carint bei seiner Laudatio. Carint ist eine der treibenden Kräfte des Circolo Acli. Und er ist prädestiniert, die Laudatio zu halten. Er kennt die Geschichte und die Bedeutung vom Circolo Acli und von der Begegnungsstätte Rösslimatte. Wohlen sei eine Stadt, ein Ort, «dem wir viel geben konnten und von der wir viel erhalten haben», betonte er noch (siehe auch Artikel unten). «Wir sind deshalb froh und stolz auf die Anerkennung, die wir von der Kulturkommission der Gemeinde Wohlen erhalten haben.»
Zwei Standing Ovations
Kulturkommission und Gemeindeverantwortliche haben wahrlich eine gute Wahl getroffen. Kulturpreis und Acli – das passt hervorragend. Genauso exklusiv waren Feier, die Übergabe des Preises und die Präsenz der Musiker, die extra von der Mailänder Scala nach Wohlen angereist sind. Romano Pucci, Flöte; Fabio Spruzzola, Gitarre; Ivano Brambilla, Klarinette und Mandoline, wussten zu begeistern. Das Trio spielte sich in die Herzen des Publikums und erntete viel Applaus, sogar zwei Standing Ovations. Dieser Beifallssturm galt sicherlich auch dem Circolo Acli.
Eigentlich hätte es gar keine ausführliche Begründung gebraucht, um zu erklären, warum das Circolo Acli nun mit dem Kulturpreis ausgezeichnet wird. Gemeinderat und Kulturminister Roland Vogt tat es natürlich trotzdem. Sogar zweisprachig. Kompliment. «Das Circolo Acli setzt sich stets als Gemeinschaft für das Gemeinwohl und für die Kultur seiner Landsleute ein», so Vogt. Und das seit über 50 Jahren. Die Vereinigung habe wesentlich «am Aufbau der italienischen Gesellschaft hier in Wohlen mitgewirkt». Und die italienische Gemeinschaft sei auch mitverantwortlich «für den Aufbau und den Wohlstand der Schweiz». Roland Vogt blickte auch voller Respekt auf die Anfangszeiten der Italiener und Italienerinnen in der Schweiz zurück. «Sie hatten es nicht immer leicht, und sie wurden auch nicht mit offenen Armen empfangen. Sie haben sich den Respekt erarbeiten müssen.»
In der Rösslimatte sind alle Menschen willkommen
Und die italienische Gemeinschaft hat laut Vogt auch die Schweizer Werte angenommen: Pünktlichkeit, Eigenverantwortung Verlässlichkeit. Auch in diesem Bereich hat das Circolo Acli Grosses geleistet. «Die italienische Gemeinschaft hat hier auch kulturelle Spuren hinterlassen.» Und in der Begegnungsstätte Rösslimatte «sind stets alle Menschen willkommen».
Gemeinderat Vogt lobte die italienische Küche, die italienische Kultur, die italienische Lebensart. Und den italienischen Fussball. Dass ausgerechnet Italien an der WM in Katar fehlen wird, dass ist für den ehemaligen Fussballer Vogt wie «eine Suppe ohne Salz». Darum hofft er, dass die Acli-Leute an der WM nun der Schweiz die Daumen drücken werden. Das werden sie ganz bestimmt tun. Denn für viele Italiener ist die Schweiz zur zweiten Heimat geworden – auch dank dem Engagement des Circolo Acli. Und zuletzt betonte auch der Kulturminister, dass das Circolo Acli in Wohlen und der gesamten Region das Zusammenleben und die Kultur geprägt hat und wohl weiterhin prägen wird. Und er sei stolz darauf, den Kulturpreis an diese Gemeinschaft vergeben zu dürfen.



