Rockend Wände eingerissen
27.09.2022 Region UnterfreiamtRocknacht Tennwil: Bands und Veranstalter überzeugten mit viel Publikumsnähe
Tennwil erlebte am Wochenende zwei laute Rocknächte. Neun Bands rissen förmlich das Festzelt ein – nur um danach mit ihren Fans freundlich zu quatschen. Lachende Gesichter ...
Rocknacht Tennwil: Bands und Veranstalter überzeugten mit viel Publikumsnähe
Tennwil erlebte am Wochenende zwei laute Rocknächte. Neun Bands rissen förmlich das Festzelt ein – nur um danach mit ihren Fans freundlich zu quatschen. Lachende Gesichter gab es bei den Veranstaltern, Musikern und im Publikum.
Roger Wetli
«Wir wollen heute das Festzelt niederbrennen», fasste am Samstag BBR-Sänger Marc Reichen die zwei Abende passend zusammen. Seine Band sorgte mit ihren Coverversionen und Divertimento-Komiker Manu Burkart an der Lead-Gitarre für einen würdigen Abschluss. Vor ihnen hatten an beiden Abenden jeweils vier Bands für eine grandiose Stimmung gesorgt. Nach den Konzerten waren sämtliche Bands am CD- und T-Shirt-Verkaufsstand anzutreffen, wo sie gerne Autogramme gaben, Fotos mit den Fans schossen, aber auch einfach mal mit ihren Anhängern redeten. Immer wieder traf man Musiker auch vor der Bühne im Publikum an. Dieses unterstützte jede Gruppe, egal, zu welcher Zeit diese auftrat.
Plan aufgegangen
Das bewirkte, dass am Freitagabend bereits die Hardrocker Big Clyde mit dem Arner Bassisten Sid Robben und am Samstag die Ostschweizer Sleaze-Rocker Black Diamonds vor vollen Rängen auftraten. «Das OK erklärte uns, dass wir vom Bekanntheitsgrad her später spielen sollten, wir aber dafür sorgen sollen, dass die Fans bereits früh erscheinen», erklärte Black-Diamonds-Schlagzeuger Manuel Peng. «Wir waren erst ein wenig irritiert. Der Plan ging aber hervorragend auf.»
Ein späterer Slot sorgte aber nicht automatisch für viel Publikum. Die 70er-Jahre-Rocker Doctor Victor aus Prag kannte vor dem Samstagabend fast niemand. Mit jedem weiteren Lied wagten sich mehr und mehr Leute vom hinteren Teil des Zeltes nach vorne. Mehrfach kam Gitarrist Victor ins Publikum und holte einzelne Fans auf die Bühne. Das sorgte für viel Spass im Publikum. Diesen hatten aber auch am Freitagabend die Power-Metaller Serious Black und die deutsche Hardrock-Legende Victory mit ihrem Schweizer Sänger Gianni Pontillo. «Es hat schlicht gerockt», war Serious-Black-Bassist Mario Lochert begeistert. «Die weite Anreise aus Bayern und für unseren Sänger aus Serbien hat sich definitiv gelohnt.»
Party und Trauer
Gleich zwei Bands entführten am Samstag mit eigenen Liedern das Publikum in die 80er-Jahre. Neben den Black Diamonds war das auch bei den Norwegern Wig Wam der Fall. Letztere traten zum ersten Mal in ihrer 20-jährigen Bandgeschichte in der Schweiz auf. Trotz mehrheitlich Partymusik schwang bei einer Ballade auch eine sehr ernste Note mit. «Dieses Lied widmen wir allen von uns Gegangenen», verkündete Wig-Wam-Sänger Glam. Und überzeugte danach mit emotionalem Gesang, nur von einem Klavier begleitet. Diese zwei emotionalen Pole schwangen an der Rocknacht auch im OK mit. «Wir hatten riesigen Spass, dass wir nach drei Jahren Unterbruch wieder losrocken durften», zog OK-Präsident Thomas Leutwiler Fazit. «Wir vermissten aber den 2020 verstorbenen Rocknacht-Landbesitzer Robert Fischer und die OK-Stütze Remi Nafzer, der dieses Jahr tödlich verunglückt ist.» Ihnen zu Ehren stiess das OK zusammen mit dem Publikum am Freitag vor dem Auftritt der schwedischen Radiant an. In diesem Moment war es im Festzelt fast ganz still. An die beiden Vermissten erinnerten zwei Laternen, die auf beiden Seiten der Bühne gut sichtbar aufgestellt wurden. «Robert Fischer und Remi Nafzer rockten damit symbolisch die beiden Rocknächte mit», so Leutwiler.
Alles sehr gemütlich
Der OK-Präsident zieht eine äusserst positive Bilanz. Auch wenn nicht ganz so viele Leute kamen wie bei der letzten Ausgabe von 2019. «Dafür blieb alles sehr gemütlich. Nie gab es ein Gedränge. Die Leute nutzten die hinter dem Mischpult aufgestellten Festbänke rege. Sie trafen sich, tauschten sich gegenseitig aus und feierten am Samstag bis zum letzten Ton», ist Thomas Leutwiler zufrieden. «Und auch von den Bands erhielten wir nur zufriedene bis euphorische Rückmeldungen. Es war einfach toll.»




