Von Mallorca an die Bundesfeier
03.08.2022 WohlenOffizielle Feier der Gemeinde mit Festansprache von Regierungsrat Dieter Egli
Die Wohler Bundesfeier ist und bleibt allseits beliebt. So beliebt, dass sich einige der Besucher ganz besonders ins Zeug legten, um ihr beizuwohnen. Derweil appellierten die Redner an die ...
Offizielle Feier der Gemeinde mit Festansprache von Regierungsrat Dieter Egli
Die Wohler Bundesfeier ist und bleibt allseits beliebt. So beliebt, dass sich einige der Besucher ganz besonders ins Zeug legten, um ihr beizuwohnen. Derweil appellierten die Redner an die Zuhörer, in diesen herausfordernden Zeiten zusammenzustehen und die Schweizer Werte hochzuhalten.
Joël Gattlen
Fast hat Petrus der Wohler Bundesfeier einen Strich durch die Rechnung gemacht. Doch mehrheitlich hielt das Wetter, abgesehen von anfänglich leichtem Tropfen. Erst später kam es dann immer wieder zu leichten Schauern. Doch selbst davon liessen sich viele Besucherinnen und Besucher nicht abschrecken.
So auch der Wohler Pedro Michel. Er ist direkt von Mallorca nach Wohlen gekommen, um der Bundesfeier beizuwohnen. «Unser Flug startete um 16 Uhr in Mallorca. In der Schweiz ging es dann direkt per Zug weiter via Zürich nach Wohlen, sodass wir um kurz nach 20 Uhr auf dem Sternenplatz eintrafen und dadurch sogar noch rechtzeitig zur Festansprache vor Ort waren», lacht Michel. Die Bundesfeier sei ihm wichtig und gehöre jedes Jahr fix zu seinem Jahresprogramm. «Hier kann man Freunde treffen und den Geburtstag der Schweiz feiern. Es gibt gute Musik, feines Essen und tolles Ambiente. Was will man mehr. Dafür komme ich sogar früher aus den Ferien zurück und nehme etwas mehr Stress in Kauf», schwärmt Michel.
Alle sollen zusammenstehen
Die Bundesfeier fand zum ersten Mal seit drei Jahren statt. Umso mehr freuten sich viele Besucherinnen und Besucher auf den Anlass. Eröffnet wurde die Feier von Gemeindeammann Arsène Perroud. «Hätte jemand vor ein paar Jahren gewusst, wie erleichtert wir sein würden, dass wir eines Tages wieder ohne Masken zusammen feiern dürfen, dass überhaupt eine Pandemie ausbricht, wir uns ins Europa wieder mit einem Krieg auseinandersetzen müssen und eine plötzliche Energienotlage und Wasserknappheit diskutieren müssen?», fragt Perroud in die Runde. «Das fragile Gleichgewicht der Erde, das Gleichgewicht in Wirtschaft, Gesellschaft und Familie kann leicht aus den Fugen geraten. Deswegen soll uns der 1. August daran erinnern, dass wir grosse Herausforderungen nur gemeinsam lösen können, indem wir alle zusammenstehen», appellierte Perroud an die Menge.
Ungewisse Zeiten
Als Festredner war Regierungsrat Dieter Egli vor Ort. Auch er betonte, dass die aktuelle Situation mit der Hitzewelle, dem Ukraine-Krieg, der Coronapandemie usw. für viele Menschen und Unternehmen mit grosser Ungewissheit und Unsicherheiten verbunden ist. «Das alles führt uns vor Augen, wie verletzlich unsere Welt ist. Die Gesellschaft, von der wir meinten, dass sie einfach immer so weiterfunktionieren würde, wie wir sie kennen und lieben, scheint ihr Fundament zu verlieren. In einer ähnlichen Lage waren einst auch die Menschen, die den Bundesbrief besiegelten», sagt Egli.
Erinnern an den Bundesbrief
So postulierten diese im Bundesbrief: «Angesichts der schwierigen Zeitumstände sichern sich die Leute und Gemeinden von Uri, Schwyz und Unterwalden mit allen Mitteln gegenseitige Hilfe zu gegen alle, die ihnen innerhalb wie ausserhalb ihrer Täler Gewalt oder Unrecht antun.» Daran sollen wir uns an der Bundesfeier jeweils erinnern, denn Werte und Grundpfeiler unserer Gesellschaft wie Demokratie, ein funktionierender Rechtsstaat, Meinungsfreiheit und die Respektierung von Minderheiten, aber auch Mehrheitsentscheiden seien keinesfalls selbstverständlich und müssen um jeden Preis erhalten werden.
Abwechslungsreiches Musikprogramm
Für musikalische Unterhaltung an der Bundesfeier sorgten die Ländlerfrönde Freiamt mit urchigen Alphornklängen samt Fahnenschwinger. Ebenso vor Ort waren die Wohler Kultband The Hardy’s Bubbles und der Musikverein Wohlen. Letzterer spielte auch die Nationalhymne. Die Festwirtschaft wurde durch den Turnverein Wohlen sichergestellt.
Erstmals fand die Bundesfeier auf dem Sternen- statt auf dem Kirchenplatz statt. Das neue Konzept kam bei den Besuchern sichtlich an. «Zuerst war ich etwas kritisch gegenüber dem neuen Ort eingestellt. Aber ich muss sagen, dass der neue Platz auf der ganzen Linie überzeugt. Das Ambiente stimmt einfach», lobt Pedro Michel. Ebenso sehen es Traugi und Helena Schwegler: «Der Platz wird von mehreren historischen Gebäuden eingerahmt und wurde schön beleuchtet. Das sorgt für Stimmung. Zudem sind die Leute hier kompakter zusammen, was ebenfalls die Stimmung hebt», ist sich das Ehepaar Schwegler sicher.




