Die grünen Behälter am Wegesrand
22.07.2022 MerenschwandSommerserie «Mit dem Werkhof unterwegs»: Instandhaltung der Robidog-Kästen in Merenschwand
Wöchentlich startet Hanspeter Strebel, Vorarbeiter Werkhof Merenschwand, seine Robidog-Tour, leert die entsprechenden markanten grünen Kästen und ...
Sommerserie «Mit dem Werkhof unterwegs»: Instandhaltung der Robidog-Kästen in Merenschwand
Wöchentlich startet Hanspeter Strebel, Vorarbeiter Werkhof Merenschwand, seine Robidog-Tour, leert die entsprechenden markanten grünen Kästen und füllt die roten Säcke auf.
Susanne Schild
Seit drei Jahren ist Hanspeter Strebel beim Werkhof Merenschwand unter der Leitung von Florian Püntener angestellt. «Ich bin ein Allrounder. Sozusagen ‹der Mann für alles in Merenschwand›. Meine Arbeit erfüllt mich. Sie ist sehr abwechslungsreich und ich bin viel an der frischen Luft.» Handwerkliche Tätigkeiten liegen ihm. «Ich bin ein Praktiker.»
Hanspeter Strebel macht alle Aufgaben gern. Eine davon ist die wöchentliche Robidog-Tour. Immer mittwochs macht er sich mit seinem Allzweckfahrzeug auf den Weg und leert auf seiner rund 40 Kilometer langen Runde 36 Robidog-Behälter und 31 Abfallkübel im Gemeindegebiet Merenschwand. «Natürlich ist das nicht gerade die beliebteste Arbeit. Aber es ist eine Einstellungssache. Wenn es heiss ist, ziehe ich schon einen gewissen ‹Duft› hinter meinem Kleintransporter her», meint er und lacht.
800 Säcke in einem Robidog-Behälter
Jede Woche fallen in Merenschwand rund 800 Liter Müll in den Robidogund Abfallbehältern an. Dieser geht dann zusammen mit dem Restmüll, der am Donnerstag abgeholt wird, in die Müllverbrennungsanlage nach Buchs.
Aktuell sind in Merenschwand 269 Hunde registriert. Wenn alle Häufchen von allen 269 Hunden, die jeden Tag zweimal ein Häufchen hinterlassen, in einen Kotsack gesteckt werden, würden in Merenschwand jedes Jahr rund 200 000 Säcke gebraucht werden. Aktuell werden rund 125 000 Säcke pro Jahr benötigt, wobei ein Robidog-Behälter mit 800 Säcken bestückt ist. «Die Materialkosten belaufen sich jährlich auf rund 3000 Franken», weiss Strebel. Finanziert werden diese durch die Hundesteuer, die von den Haltern jährlich an die Gemeinde bezahlt wird. Auch die Instandsetzung wird davon finanziert.
Einige Haufen bleiben einfach am Strassenrand liegen
Leider gibt es unter den Hundehalterinnen und Hundehaltern auch solche, die sich nicht um die Hinterlassenschaft ihrer Lieblinge kümmern. «Wobei das bestimmt nicht daran liegt, dass wir zu wenige von den markanten grünen Robidog-Kästen haben», meint Strebel.
Meistens werde er von anderen Hundebesitzern auf die nicht korrekt entsorgten Haufen aufmerksam gemacht. «Ich selbst bin auf meiner Tour mit dem Auto unterwegs. Deshalb sehe ich die Haufen eher schlecht. Denn meistens sind diese am Strassenrand zu finden. Mitten auf dem Gehweg ist wirklich eine Ausnahme. Wenn die Haufen überhandnehmen, dann schalten wir eine Beschwerde im ‹Amtlichen Anzeiger›.» Das zeige meistens Wirkung. Hundehalter, die auf frischer Tat erwischt würden, würden in der Regel «höflich, aber bestimmt» auf die korrekte Hundekot-Entsorgung aufmerksam gemacht werden. Ausserdem könnten fehlbare Hundebesitzer wegen «Verletzung der Aufnahme- und Entsorgungspflicht von Hundekot» mit 100 Franken gebüsst werden.
Seine Tour dauert rund sechs Stunden. Zusammen mit den zu leerenden Abfallkörben ergib das am späten tainer voll Müll. «Der meiste Abfall wird am Kinderweg in Benzenschwil liegen gelassen. Und wenn er nur vor dem Kübel deponiert wird, dann wird dieser in der Nacht durch die Wildtiere in einem Umkreis von 100 Metern verschleppt. Das heisst nachher für mich bis zu 20 Minuten Aufräumarbeit für nur einen Kübel. Das ist schon teilweise mühsam.»
Schwarze Schafe gibt es überall
Wenn sich einmal Abfall, der nichts mit den Vierbeinern zu tun hat, im grünen Behälter befindet, ist Hanspeter Strebel ganz Pragmatiker: «Immer noch besser, als wenn er irgendwo rumliegen würde.» Grundsätzlich sei die Entsorgungsmoral bei der Bevölkerung jedoch ziemlich gut. «Schwarze Schafe, die ihren Kehricht an abgelegenen, aber gut zugänglichen Orten entsorgen, gibt es überall», weiss Strebel.
Einer wird immer am 1. August gesprengt
Ein Grossteil der Robidogs sei in einem guten Zustand. Laut Hanspeter Strebel sind Vandalenakte kaum zu verzeichnen. «Abgesehen von ein paar Sprayereien. Und am 1. August wird immer einer gesprengt.» Was dann repariert werden kann, flickt Hanspeter Strebel wieder zusammen. «Einige der grünen Behälter sind schon 25-jährig. Da muss schon ab und zu einer wegen Altersschwäche ersetzt werden.» Ein neuer Robidog kostet rund 600 Franken. Die neuen Robidog-Behälter werden nicht mehr mit einer Sackrolle bestückt, sondern die Säcke können einzeln abgerissen werden. «Die Rollen waren ziemlich störungsanfällig. Mit den Säcken geht das jetzt viel besser.»
Der Robidog
Seit über 30 Jahren stehen sie im auffälligen Grün da, die Robidog-Behälter. Erfunden wurden sie 1981 von Joseph Rosenast. Ein Jahr später erhielt er das Patent darauf. Laut Homepage der Firma entstand der Markenname folgendermassen: Die Silbe «Ro» steht für den Erfinder Rosenast. Die Silbe «bi» für Heinrich Bisaz. Er war in den Anfangszeiten involviert bei der Herstellung der ersten Prototypen. Und «dog» für Hund. 1987 gewann Rosenast mit dem Robidog eine Medaille an der Erfindermesse in Genf. Ursprünglich war die Farbe der Beutel Braun. Jetzt sind meistens orange oder rote Beutel im Umlauf, damit die Hemmung steigt, sie achtlos in der Natur zu «entsorgen», und sie von Bauern im schlimmsten Fall im Feld leichter erkannt werden. Bis heute sind weit über 40 000 Stück der grünen Sammelbehälter an die Gemeinden verkauft worden.

