Der verlässliche Partner
14.06.2022 WohlenAm Informationsanlass «ibw persönlich» konnte ein gutes Jahresergebnis präsentiert werden
Die IB Wohlen AG ist weiterhin auf Erfolgskurs. Die Photovoltaikanlagen boomen. Das Projekt «Wasser 2035» ist gestartet. Und die Ausbildung nimmt einen ...
Am Informationsanlass «ibw persönlich» konnte ein gutes Jahresergebnis präsentiert werden
Die IB Wohlen AG ist weiterhin auf Erfolgskurs. Die Photovoltaikanlagen boomen. Das Projekt «Wasser 2035» ist gestartet. Und die Ausbildung nimmt einen sehr grossen Stellenwert ein. Die Jugend ist auf dem Vormarsch. Mit diesen Erfolgsmeldungen können die steigenden Energiepreise ein wenig in den Hintergrund gerückt werden.
Daniel Marti
Die ibw konnte ihren Versorgungsauftrag in einer schwierigen Zeit immer erfüllen. Dies ist für Verwaltungsratspräsident Hans-Ulrich Pfyffer durchaus eine Erfolgsmeldung. Denn die Bedingungen waren im letzten Jahr, coronabedingt, nicht einfach. Dennoch konnte mit einem Jahresgewinn von knapp 1,68 Millionen Franken ein recht gutes, sogar ein erfreuliches Ergebnis erwirtschaftet werden. Die Gemeinde Wohlen darf sich über eine Dividende in der Höhe von 956 000 Franken freuen. «Diese Dividende entspricht dem langjährigen Durchschnitt», so Pfyffer. Zusammen mit Steuern und Konzessionsabgabe fliessen total 1,3 Millionen Franken in die Gemeindekasse. «Wir sind also für die Gemeinde ein verlässlicher Partner», folgerte der Verwaltungsratspräsident.
62 neue Photovoltaikanlagen plus die Leuchttürme
Weiter investierte die IB Wohlen AG knapp sechs Millionen Franken, diese Summe hilft, die Versorgung zu sichern. Und Aufträge in der Höhe von 6,85 Millionen Franken gingen an das regionale Gewerbe.
Weiter berichtete Hans-Ulrich Pfyffer von den Leuchttürmen des Unternehmens. Dies ist einerseits der ungebrochene Photovoltaik-Boom. Im letzten Jahr konnten 62 neue PV-Anlagen realisiert werden. Und als Leuchttürme bezeichnete er die Anlagen auf der Tennishalle in Birrhard und jene auf dem neuen Bushof in Wohlen. «Beides sind Vorzeige-Anlagen.»
Gleiches gilt für das Projekt «Wasser 2035». Nach breiter Zustimmung von 21 Partnern kann der Wasserring nun umgesetzt werden. «Sogar der Kanton bezeichnet dieses Projekt als Leuchtturm.» Die ibw übernimmt die Betriebsführung. Und Pfyffer ist überzeugt davon, dass der Wasserring über Reuss- und Bünztal vor dem Jahr 2035 seinen Betrieb aufnehmen kann.
Weil 2021 ein nasses und eher kühles Jahr war, stieg die Zahl der Heizgradtage um 15,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das ist für die ibw eigentlich die Basis für ein gutes Jahr, weil eben in kühleren Jahren mehr Energie bezogen wird. Gegenwärtig stehen Strom und Gas für etwas anderes: für den extremen Preisanstieg an den Energiemärkten. So sind die Einkaufspreise von Juli 2021 bis Mai 2022 um satte 300 Prozent gestiegen. Die Kunden spüren das kräftig bei ihren Energierechnungen.
Energiepreise bleiben auf hohem Niveau
Wohin das führt, konnte auch Hans-Ulrich Pfyffer nicht sagen. Nur so viel: Die Speicherfüllstände sind tief, der Mangel an Gas ist Fakt. «Das und der Krieg in der Ukraine führen unweigerlich zu Unsicherheiten», erklärte er. Die Schweiz sei im weltweiten Gasmarkt eine kleine Nummer, aber man sei bemüht, den Bezug von Gas aus Russland zu reduzieren. Zudem hat sich kürzlich die ibw an einem Gasspeicher in Frankreich beteiligt. «Der nächste Winter ist gesichert, die ibw hat genügend Gas bestellt», so Pfyffer. Es sei jedoch nicht ausgeschlossen, dass der Bundesrat im nationalen Interesse über Bezugsbeschränkungen verfügt.
Bei der Preisentwicklung sei er jedoch nicht in der Lage, eine Entwarnung zu geben. Eher im Gegenteil. Die Energiemärkte haben sich laut VR-Präsident an die Krise gewöhnt. Im August werden laut Pfyffer die neuen Tarife kommuniziert. Die Gaspreise werden wohl auf hohem Niveau verharren. Und die Preiserhöhung wird beim Strom wohl rund 20 Prozent betragen. Das macht durchschnittlich 180 Franken pro Haushalt im Jahr aus.
Es wird also weiterhin mit hohen Energiekosten zu rechnen sein. Selbst bei den boomenden Photovoltaikanlagen gibt es einen Wermutstropfen: Bei künftigen PV-Anlagen ist auch die ibw von Lieferverzögerungen betroffen. «Da muss man sich nun lange gedulden», prognostiziert der VR-Präsident.
Gemeindeammann: Umgang mit Energie verändert sich
Gemeindeammann Arsène Perroud würdigte die wertvollen Dienste des Energieunternehmens, das zu hundert Prozent im Besitz der Gemeinde Wohlen ist. Perroud blickte auch in die Vergangenheit. «Früher herrschten immer tiefe Preise. Strom und Gas waren immer verfügbar. Über eine Endlichkeit der Energie machte man sich früher keine Gedanken», betonte er. «Energiesparen war sogar lange ein Fremdwort.» Die Gesellschaft habe sich auch keine Gedanken gemacht, ob es sinnvoll sei, Güter quer durch die ganze Welt zu transportieren.
Heute sei so vieles anders. Klimawandel und CO2-Ausstoss seien die grossen Themen. Und plötzlich ist auch die «Versorgungssicherheit nicht mehr gewährleistet». Darum sei das regionale Umfeld umso wichtiger geworden. Auch hier sei die ibw vorbildlich, so Perroud. «Sie investiert in neue erneuerbare Energien.» Das sei für kommende Generationen ein Vorteil. «Aber die heutige Jugend muss einen anderen Zugang zu den aktuellen Energie-Themen haben», so der Gemeindeammann, «denn sie ist von diesen Problemen betroffen, und die Jugend wird innovative Ansätze dem entgegenstellen und Antworten finden», gibt sich Perroud dennoch zuversichtlich.
Damit lancierte Perroud auch das Motto der Veranstaltung: Bühne frei für die Jugend. Und diesem Motto wurde gleich mehrfach nachgelebt. Dass die Jugend ganz viel Talent hat, das bewies beispielsweise Kevin Angstmann. Der 12-Jährige aus Büttikon ist der Sieger des Prix ibw 2022. Er begeisterte das Publikum am Piano, inklusive Zugabe. Und der Zirkus Arabas glänzte gleich mit mehreren Aufführungen.
Lehrlinge sind der Stolz des Unternehmens
Die Jugend hat es aber auch Peter Lehmann, Vorsitzender der ibw-Geschäftsleitung, angetan. Er präsentierte seinen Stolz der Firma. Und das sind die jungen Menschen, die bei der ibw ausgebildet wurden und werden. Seit 1943 hat die ibw insgesamt 176 jungen Menschen eine fundierte Berufsausbildung ermöglicht: 79 Elektroinstallateure, 21 Elektrozeichner/-planer, 14 Netzelektriker, 4 Montage-Elektriker, 50 Kaufleute, 8 Detailhandelsfachleute. «Danke», sagte Lehmann an die Adresse der Gemeinde, «dass die ibw es sich leisten kann, so viel in die Ausbildung zu investieren.» Aus diesem Grund bat Lehmann alle Lehrlinge und angehenden Lehrlinge auf die Bühne. «Das sind unsere künftigen Spezialisten», betonte er. Eine eindrückliche Aktion.
Ab August werden 19 Lernende in sechs verschiedenen Berufen bei der ibw tätig sein. Dieses Angebot sei vielfältig für einen Energieversorger, so Lehmann. Und genau diese Vielfalt zeichnet die ibw aus. Dies ist auch nach dem Geschmack des Gemeindeammanns. Das Interesse an der ibw sei gross und deren Wirken nachhaltig, sagte Arsène Perroud. Das haben rund 400 Personen mit ihrer Präsenz unterstrichen, sie wollten beim Anlass «ibw persönlich» im Casino die Information aus erster Hand erfahren.
Die Energie-Zukunft
Neuheit bei der ibw: «Clever Strom»
Geschäftsführer Peter Lehmann stellte am Informationsanlass das neueste Produkt der ibw vor. Es ist ein neues Kapitel in der Rubrik digitale Stromproduktion. In Zusammenarbeit mit dem Schweizer Start-up Aliunid und über 20 Schweizer Energieversorgungen ist das Produkt «Clever Strom» entstanden.
Einfache Montage, ganz viele Informationen
Wenn in Wohlen beispielsweise eine Waschmaschine angeworfen wird, wird genau in diesem Zeitpunkt von einer lokalen PV-Anlage oder einem Walliser Wasserkraftwerk der ökologische Strom produziert. «Das ist der nächste Schritt in die Energie-Zukunft», so Lehmann. Über eine App wird der Stromverbrauch auf dem eigenen Handy kontrollierbar. Diese Kontrolle reicht über den Tagesverbrauch bis zum Wochen- und Monatsverbrauch oder bis zu den Kosten. Die Montage ist ganz einfach: Beim Zähler muss ein von der ibw geliefertes kleines Kästchen montiert und die App «aliunid home» heruntergeladen werden. Und schon geben diverse Grafiken auf dem Handy jede Menge Auskunft.
Wird «Clever Strom» tatsächlich clever angewandt, lassen sich mit dem neuen ibw-Stromprodukt laut Lehmann auch fünf bis zehn Prozent Strom sparen.
Über die App können übrigens auch andere Benachrichtigungen veröffentlicht werden: Störungen, geplante Unterbrüche oder Baustellen. Auch die Gemeinde Wohlen wird sich künftig daran beteiligen und Informationen über Kehricht-, Grüngut- oder Altpapiersammlung verbreiten. --dm




