Glücklich im Kopf und im Herzen
08.04.2022 WohlenBaustart für die Erneuerung des Schulzentrums Halde auf lockere Art gefeiert
Schöne Feier, symbolische Geldübergabe in Millionen-Koffern, kurze Reden, mit «Happy Day» das passende Motto und ein tolles Moderationsduo. Der Halde-Baustart ist ...
Baustart für die Erneuerung des Schulzentrums Halde auf lockere Art gefeiert
Schöne Feier, symbolische Geldübergabe in Millionen-Koffern, kurze Reden, mit «Happy Day» das passende Motto und ein tolles Moderationsduo. Der Halde-Baustart ist gelungen.
Daniel Marti
«Bildung macht glücklich», sagte Franziska Walti, Präsidentin der Schulleitungskonferenz. Und wer lernt und gebildet sei, könne die Welt entdecken, diese vielleicht verbessern. «Auch das macht glücklich, im Kopf und im Herzen.» Und für diesen Start ins Leben braucht es die Schule und Schulhäuser. Auch das Schulzentrum Halde, das für 56 Millionen Franken erweitert und saniert wird. Das wiederum ist allemal ein feines und schönes Fest wert.
Die Baustartfeier wurde deshalb zum «Happy Day» verwandelt. «Happy Day», bekannt als Fernsehshow mit dem Millionenlos. Und so wurde nun ein «Happy Day» auf das Halde-Areal gezaubert. Moderatorin Meret und Moderator Silas machten einen tollen Job, die Baustartfeier wurde zur kleinen Party. Gut gemacht.
Viereinhalb Jahre lang wird nun die Baustelle präsent sein, dann steht das ganze Halde-Schulzentrum in neuem Glanz. Gewiss, Baulärm, schweres Gerät und Hektik werden den Schulalltag belasten. «Es wird Nerven, Geduld und viel Rücksicht brauchen», sagte Ueli Frey, Schulleiter der Primarschule. «Aber», fügte Bez-Schulleiter Paul Bitschnau an, «wir freuen uns an den schönen Perspektiven.» In zwei Jahren ist das neue Primaschulhaus fertig, im August 2026 sollte die Bezirksschule erweitert, saniert und an einem Ort vereint sein. «Zäme und miteinander», werde man die Baustellen-Situation meistern, so Frey.
Und einer war begeistert von der lockeren Art des Baustarts. «Das ist die beste Baustartfeier, die ich je erlebt habe», betonte der mitverantwortliche Architekt Kurt Kolb von Hegi Koch Kolb und Partner.
«Happy Day» in allen Gesichtern
Fröhliche Baustartfeier: Das Schulzentrum Halde wird erweitert und rundum erneuert
Dreieinhalb Jahre wurde geplant. Von jetzt an wird viereinhalb Jahre gebaut. Das Schulzentrum Halde ist ein Grossprojekt für die Geschichtsbücher. Der Start wurde zum «Happy Day» – und zwar aus vielen positiven Gründen.
Daniel Marti
«Cheibe viel Lüüt sind do», meinten die beiden jungen Moderatoren Meret und Silas. Und die beiden machten es hervorragend. Denn es war «Happy Day» rund ums Schulzentrum Halde. Dies hatte einen Grund: Baustartfeier fürs Schulzentrum. Früher nannte man den Start Spatenstich. Baustartfeier klingt besser, moderner, zeitgemäss – so soll das Schulzentrum Halde in knapp viereinhalb Jahren auch aussehen. «Happy Day», die Sendung mit dem Millionengewinn, wurde von Meret und Silas bestens inszeniert. Auch sie kauften ein Millionen-Los. Was für ein Glück, was für ein happy Day. «Was machen Sie mit einem Gewinn von einer Million?» Das war dann auch die Kernfrage für alle Redner. Für Gemeindeammann Arsène Perroud, Gemeinderat Thomas Burkard, für die Schulleitungen.
57 Koffer mit je einer Million
Um die Kosten zu verdeutlichen, trugen 57 Schülerinnen und Schüler einen 1-Millionen-Franken-Koffer auf den Festplatz. Symbolisch. Der Verpflichtungskredit beträgt 55,95 Millionen Franken. Eine Reserve ist also eingebaut. «Mit einer Million Franken kann man nicht einmal ein Schulzimmer bauen», erklärte Gemeindeammann Arsène Perroud. Aber vieles, was wichtig sei an einer Schule, könne man sowieso nicht mit Geld kaufen. «Ein Schulhaus braucht es, um zu lernen. Damit man ein gutes Selbstbewusstsein entwickeln kann.»
Aber Planer, Gemeinderat, Verwaltung werden laut Perroud «aufs Geld schauen, damit ein gutes Schulhaus gebaut werden kann. Das ist wichtig für die Gesellschaft und für die ganze Gemeinde.» Und gewiss doch, es werde hektische Zeiten auf dem Schulareal geben. Da setzt der Gemeindeammann auf Verständnis, auf Respekt und dass man miteinander redet. «Nur so lassen sich Probleme lösen.»
Für Thomas Burkard, verantwortlicher Gemeinderat, hat nun «das lange Warten ein Ende. Dreieinhalb Jahre wurde geplant.» Das erneuerte Schulzentrum Halde sei «ein Megaprojekt, das viel Geduld erfordert hat». Nun brauche es auch bei der Umsetzung «einen langen Schnuuf». Ein Teilprojekt nach dem anderen werde realisiert. «Schritt für Schritt.» Erst der Neubau der Primarschule, dann die Sanierung der bestehenden Primar. Dann folgt die Sanierung des Wietlisbach-Schulhauses. Zuletzt die Bezirksschule mit Erweiterung und Sanierung. «Für viereinhalb Jahre wird das Schulareal zu einer grossen Baustelle mit Lastwagen, Baggern und vielen Arbeitern.» Der Pausenplatz werde noch enger, so Burkards Befürchtungen.
«Wir haben wenig Spielraum. Und die Sicherheit geniesst die grösste Bedeutung.» Neben Hektik und Baulärm werden Schülerinnen und Schüler auch «viel Spannendes entdecken. Und zuletzt wird sich dieses Schulhaus zu etwas Schönem verändern», verspricht der Vizeammann. Denn in der langen Planung stecken laut Burkard viel Fachwissen, schöpferische Kraft, Ausdauer und eine fruchtbare Zusammenarbeit. Bei so viel Positivem darf man wahrlich von einem «Happy Day» sprechen.
Zeitkapseln gehen auf Zeitreise
Zufriedene Politiker. Zuversichtliche Lehrerschaft. Glückliche Schulkinder, die das Areal Halde zum Festplatz machten. Wer nicht unten vor dem Pavillon Platz fand, der durfte aus den Fenstern der Schulhäuser die Baustartfeier bestaunen. «Happy Day» also überall. In allen Gesichtern.
Auch beim Planungsteam. Kurt Kolb von Hegi Koch Kolb und Partner brachte zwei Zeitkapseln mit. Diese werden bei den Neubauten der Primar- und Bezirksschule eingemauert. «Alles, was ihr heute cool findet, kommt in die Zeitkapseln, Und die gehen dann praktisch auf eine Zeitreise», so Kolb. Man soll sich das vorstellen mit den bestehenden Schulhäusern – beide wurden vor 170 Jahren gebaut. «Das sind etwa sieben Generationen», rechnete er vor. Auch damals gab es Zeitkapseln, aber gefunden hat man sie noch nicht. Leider.
«Wenn es erneut so lange geht bis zur nächsten Sanierung, dann werden hier eure Ururururur-Enkel zur Schule gehen», sagte Kolb den Jugendlichen. Genau darum sei es so wichtig, Schulhäuser robust zu bauen. «Es lohnt sich also, dieses Schulzentrum so gut wie möglich zu bauen», betonte Kurt Kolb. Und wenn das tatsächlich auch gelingen wird – woran niemand zweifelt –, dann darf man tatsächlich von einem «Happy Day» sprechen.
1000 Friedenstauben und ein Schatz
Was würden Sie mit einem Gewinn von einer Million Franken machen? Diese Frage stellten Moderatorin Meret und Moderator Silas den jeweiligen Rednern am Baustartfest. Der Gemeindeammann würde sich deswegen keine grossen Ferien gönnen, auch eine Villa würde er sich nicht kaufen, denn er habe schon ein schönes Haus. «Vielleicht würde ich tausend Friedenstauben in die Ukraine senden», erklärte Arsène Perroud. Und der Vizeammann sagte, dass er auch so glücklich sei. Er würde die Million wohl weitergeben, vielleicht auch für die Ukraine spenden, so Thomas Burkard.
Paul Bitschnau, Schulleiter der Bezirksschule, würde eine allfällige Million am liebsten vergraben. «Als Schatz hinter dem Schulhaus.» Das würde irgendwann eine spannende Schatzsuche geben. Und Franziska Walti, Präsidentin der Schulleitungskonferenz, würde sich gegenwärtig eine bessere Welt wünschen. Damit die Menschen im Kopf und im Herzen glücklich sein können, erklärte sie. «Das kann man allerdings mit keiner Million kaufen.» --dm







