Auch dieses Jahr organisierte der Kindergarten Wohlen wieder eine Littering-Aktion
Aus den Augen, aus dem Sinn. Nach diesem Motto entsorgen ganz viele ihren Abfall auf der Strasse. Gestern Donnerstag räumten alle Kindergärten von Wohlen diesen Müll weg. Dabei ...
Auch dieses Jahr organisierte der Kindergarten Wohlen wieder eine Littering-Aktion
Aus den Augen, aus dem Sinn. Nach diesem Motto entsorgen ganz viele ihren Abfall auf der Strasse. Gestern Donnerstag räumten alle Kindergärten von Wohlen diesen Müll weg. Dabei waren die Kinder sehr motiviert.
Chregi Hansen
Für die Mädchen und Jungs aus dem Kindergarten Litzibuech ist das fast schon Alltag. «Hier im Quartier liegt leider immer viel Abfall herum, auch auf dem Spielplatz», erklärt Lehrerin Rita Streuli. Es komme vor, dass die Kinder von sich aus nach Handschuhen fragen, um den Dreck wegzumachen. «Gerade am Montag ist der Platz rund um den Kindergarten immer vermüllt. Vor allem liegen viele Zigarettenstummel rum», klagt Streuli, die dann auch schon mal selber zum Besen greift.
Littering ist aber nicht nur im Litzibuech ein Problem, sondern in ganz Wohlen. Seit einigen Jahren gehen die Wohler Kindergärten darum auf Sammeltour. Ausgerüstet mit Handschuhen, Abfallsäcken und Greifzangen laufen die Mädchen und Buben von ihrem Kindergarten aus in Richtung Bünzmattschulhaus und packen ein, was andere gedankenlos einfach weggeworfen haben. Flaschen, Dosen, gebrauchte Masken, Papierchen, Plastikverpackungen und vieles mehr. Und viele Kippen. «Eigentlich haben wir den Kindern gesagt, dass sie diese nicht auflesen sollen. Aber sie sind so motiviert, dass sie sich nicht bremsen lassen», lacht die Lehrerin.
Die Kids spornen sich dabei gegenseitig an. Jeder und jede möchte den bestgefüllten Sack haben. Rita Streuli, die seit drei Jahren in Wohlen tätig ist, findet die Aktion gut. «Wir müssen bei den Kleinen anfangen. Sie sollen gar nicht erst mit dem Wegwerfen beginnen», sagt sie. Mit dem Marsch durchs Quartier, dem Entsorgen des Mülls im Container und dem anschliessenden gemeinsamen Znüni werden die Kinder spielerisch sensibilisiert. «Und wir können heute auf die Turnstunde verzichten», schmunzelt die Lehrerin.
Von den Grossen abschauen
Sie selber ärgert sich sehr über den rumliegenden Abfall. «Im Litzibuech liegt immer Zeugs herum, zum Teil sogar Möbel», erklärt sie. Die Kinder würden dieses Verhalten dann eben imitieren. «Ich kann ihnen gar keinen Vorwurf machen. Sie schauen sich das von den Grossen ab.» Darum findet sie es wichtig und richtig, dass der Kindergarten das Thema anpackt. Nicht nur mit der jährlichen Littering-Aktion, sondern auch unter dem Jahr. «Die Kinder haben ein Anrecht auf eine saubere Umgebung», findet Streuli. Recht hat sie. Und weil das nicht immer klappt, packen sie eben selber mit an. Bravo.