Mehr testen geht nicht
28.01.2022 Region UnterfreiamtCoronatest: Das Corona-Testzentrum der Apotheke Mühlehof in Dottikon wird überrannt
Im Bezirk Bremgarten gibt es nur zwei Apotheken, wo man sich auf das Coronavirus testen lassen kann. Nebst der Berg-Apotheke Jost in Villmergen bietet auch die Apotheke ...
Coronatest: Das Corona-Testzentrum der Apotheke Mühlehof in Dottikon wird überrannt
Im Bezirk Bremgarten gibt es nur zwei Apotheken, wo man sich auf das Coronavirus testen lassen kann. Nebst der Berg-Apotheke Jost in Villmergen bietet auch die Apotheke Mühlehof in Dottikon Tests an. «Wir sehen es als Dienstleistung an der Bevölkerung», sagt Inhaber Markus Hellmüller.
Stefan Sprenger
«First come, first served.» Wer sich bei der Apotheke Mühlehof in Dottikon auf das Coronavirus testen lassen will, kann einfach vorbeigehen. Aber: Die Wartezeiten betragen jeweils rund eine Stunde – und das jeden Tag und egal um welche Uhrzeit. «Trotz den langen Wartezeiten sind die Menschen sehr dankbar, dass wir dies anbieten», sagt Inhaber Markus Hellmüller.
Mittlerweile sind die Hälfte der Getesteten positiv
Manchmal bringen die Kunden Schokolade oder Blumen als Dankeschön mit. «Das ist ein grosser Aufsteller», so Hellmüller.
Schon seit Monaten hat die Apotheke Mühlehof in Dottikon alle Hände voll zu tun. Es wurden fünf zusätzliche Mitarbeiterinnen angestellt, um der grossen Nachfrage gerecht zu werden. Bis zum Herbst kamen viele Kunden auch für ein Zertifikat. Das hat sich mittlerweile geändert. Die meisten haben Symptome und rund die Hälfte aller Tests auf das Coronavirus sind dann auch positiv. «Pro Tag sind das doch viele positive Fälle», erklärt Hellmüller. In den allermeisten Fällen sind die Symptome mit jenen einer Grippe zu vergleichen. «Die ganz schweren Fälle gehen wohl gleich ins Spital», so seine Vermutung.
Bis zu 200 Menschen kommen pro Tag
Im ganzen Bezirk Bremgarten gibt es nur zwei Apotheken, an denen man sich testen lassen kann. Nebst der Berg-Apotheke Jost in Villmergen ist es eben die Mühlehof-Apotheke in Dottikon. Wieso nimmt man den grossen Mehraufwand in Kauf? Hellmüller erklärt: «Wir sehen es als Dienstleistung für die Bevölkerung.» Er ist überzeugt, dass alle ihren Beitrag leisten sollten, um «Corona einzudämmen und in den Griff zu kriegen. Und natürlich dass diese Pandemie irgendwann endet.»
Andere Apotheken bieten zwar keine Tests an, dafür Impfungen. In der Mühlehof-Apotheke kann man sich nicht impfen lassen. Dies aus einfachem Grund: «Das liegt einfach nicht drin. Der Personalaufwand wäre nochmals höher. Mit dem Testzentrum sind wir schon am Anschlag. Unser ganzes Team hilft mit», erklärt Hellmüller. Pro Tag sind es jeweils zwischen 100 und 200 Menschen, die sich in Dottikon testen lassen. Drei bis vier Mitarbeiter sind jeweils nur für das Testen und die Abläufe zuständig. Die Parkplatzsituation, die komplexen Abläufe mit dem BAG und der Personalaufwand führen dazu, dass die Apotheke eigentlich immer ausgebucht ist. «Es ist immer voll und es gibt nie eine Lücke», sagt Hellmüller. Man könne keine zusätzlichen Kapazitäten anbieten.
Ist es finanziell lukrativ? «Keine riesige Sache»
Auf die Frage, ob sich der grosse Aufwand finanziell lohnt, antwortet Hellmüller: «Es wird keine riesige Sache sein. Es gibt ja einen Grund, wieso nur wir und die Apotheke in Villmergen diese Dienstleistung anbieten. Wenn es lukrativ wäre, würde es sicherlich mehr Testzentren geben.»
Hellmüller hofft, dass die Omikron-Variante für das Ende der Pandemie sorgt. Denn auch wenn er und seine Belegschaft sich gerne in den Dienst der Menschen stellen, so wären sie auch froh, wenn es ruhiger wird und diese Pandemie vorübergeht.
Erfahrungsgemäss weiss er aber auch, dass sich nichts voraussagen lässt. Vieles ändert sich fortlaufend in diesen Coronazeiten, so auch am vergangenen Montag, als eine neue Weisung des BAG kam. Denn neu erlaubt auch ein positiver Antigen-Schnelltest das Ausstellen eines Genesenen-Zertifikats. Zuvor benötigte es einen PCR-Test. Dies ist sicherlich kein Umstand, der für eine Beruhigung in den Testzentren sorgt.



