Ab in die Winterpause
03.12.2021 WohlenNeuer Wochenmarkt zieht Bilanz
Was am 11. September bei strahlendem Sonnenschein begann, endete am letzten Samstag bei Kälte und erstmals mit Regen. Der von einer kleinen Arbeitsgruppe ins Leben gerufene neue Wochenmarkt auf dem Wohler Sternenplatz war von Anfang an ein ...
Neuer Wochenmarkt zieht Bilanz
Was am 11. September bei strahlendem Sonnenschein begann, endete am letzten Samstag bei Kälte und erstmals mit Regen. Der von einer kleinen Arbeitsgruppe ins Leben gerufene neue Wochenmarkt auf dem Wohler Sternenplatz war von Anfang an ein grosser Erfolg. Sowohl die Besucher wie auch die Standbetreiber sind voll des Lobes. Der Pilotversuch ist geglückt, und alle haben Interesse, dass der «Märt» nächstes Jahr eine Fortsetzung erfährt. Dazu laufen jetzt auch Gespräche mit der Gemeinde. Sie machen Hoffnung auf eine Fortsetzung im Frühling. --chh
Sogar ein grosses Lob aus Paris
Der neue Wochenmarkt auf dem Sternenplatz verabschiedete sich in die Winterpause
Erst war es eine Vision. Dann ein gewagtes Experiment. Und zuletzt ein grandioser Erfolg. Der samstägliche Markt zog Woche für Woche viele Besucher an. Und jetzt fragen sich alle: Gibt es nächstes Jahr eine Wiederholung? «An uns soll es nicht liegen», erklärt Initiator Andreas Weber.
Chregi Hansen
Und dann ist es doch noch passiert. Ausgerechnet am letzten Samstag hat es doch noch geregnet. Nur kurz zwar, dafür heftig. An den elf Samstagen zuvor hatten Organisatoren und Standbetreiber stets Wetterglück. «Macht nichts», lacht Urs Amacker vom Fachwerk. «Jetzt weiss ich wenigstens, dass ich für nächstes Jahr ein besseres Zelt brauche.»
Auch die Organisatoren nahmen den Regen gelassen. «Wir konnten vor drei Monaten bei schönstem Wetter Premiere feiern. Inzwischen ist es kalt geworden, aber die Wohler sind noch immer begeistert vom neuen Angebot. Ich erhalte regelmässig ganz viele Komplimente, die ich gerne an euch weitergebe», wandte sich Andreas Weber beim gemeinsamen Apéro nach dem letzten Markttag an die Standbetreiber. Zwar wurde es in der kühleren Jahreszeit etwas weniger Publikum, «aber es gab jeden Samstag ganz viele tolle Momente», so Weber weiter.
Feine Würste und zahlreiche Begegnungen
Tatsächlich waren auch diesen Samstag wieder viele Wohler auf dem Sternenplatz anzutreffen. Sie nutzten die letzte Möglichkeit, direkt bei den lokalen Produzenten einzukaufen, sich etwas Feines zu gönnen oder einfach Bekannte zu treffen und sich auszutauschen. Für einen speziellen Höhepunkt sorgten diesmal Franz Schmid, Daniel Trottmann, Martin Kuhn und Arsène Perroud. Die vier Freunde hatten am Tag zuvor selber Würste hergestellt, die sie am offenen Feuer brieten und gegen eine Spende für sozial Benachteiligte abgaben. Bei den kalten Temperaturen, die inzwischen herrschen, waren die heissen Würste natürlich sehr gefragt. Rund um das Feuer bildete sich schnell eine grosse Menschentraube.
«Das war genau unser Ziel. Einen Ort zu schaffen, der für Begegnungen sorgt», freut sich Weber. Begegnungen zwischen Konsumenten und Produzenten. Aber auch Begegnungen untereinander. «Wir hören immer wieder, dass man hier am Markt Leute treffe, die man schon lange nicht mehr gesehen hat», fährt Weber fort. Er hatte die Idee zu diesem Markt, und er fand mit Christa Meier, Julia Wohler, Franz Schmid und Julie Macé tatkräftige Helfer und Helferinnen, die jeden Samstag vor Ort sind, den Platz absperren, beim Aufbau helfen, sich mit den Standbetreibern austauschen und am Schluss wieder für Ordnung sorgen. Wobei auch all ihre Partner kräftig mitanpacken. «Ohne sie könnten wir das gar nicht stemmen», betont Weber.
Standbetreiber wünschen sich externes Verkaufspersonal
«Der Betrieb ist nur das eine. Viele können sich gar nicht vorstellen, wie viel Arbeit wir schon im Vorfeld geleistet haben», erzählt Julie Macé. Aber das positive Feedback von den Besuchern und den Markfahrern zeige, dass sich der Aufwand gelohnt hat. Selbst Julie Macés Vater, der sich als Pariser Märkte natürlich gewohnt ist, hat sich bei seinem Besuch sehr positiv geäussert. «Und das war ernst gemeint. Auch wenn unser Markt natürlich viel kleiner ist als diejenigen in Frankreich.»
Auch die meisten Standbetreiber äussern sich positiv. Sie können neue Kunden gewinnen, werden mehr wahrgenommen und schätzen den schönen Platz, die gute Stimmung und das tolle Rahmenprogramm. Ein Problem stellt jedoch der grosse Aufwand dar. «Den ganzen Vormittag am Stand zu stehen, das ist gerade für die Landwirte nicht einfach zu stemmen», weiss Julia Wohler. Schliesslich führen die meisten auch noch einen Hofladen. «Sie wären darum froh, wenn sie für den Verkauf Unterstützung hätten», weiss Wohler. Sie und Christa Meier sind denn auch mehrfach eingesprungen. «Und das hat richtig Spass gemacht», lacht Meier. Aber jedes Mal könne sie diesen Einsatz nicht leisten.
Mehrheit will weitermachen
Aber gibt es überhaupt ein nächstes Mal? Die erste Saison ist nun abgeschlossen. «Nicht alle, aber die Mehrheit der Standbetreiber wäre wieder dabei», kann Weber nach einer Umfrage verkünden. Einzig für die Käserei Duss wurde die Doppelbelastung mit Marktstand und Laden zu gross. Wackelkandidaten sind auch die Gemüsebauern. «Sie würden gerne wiederkommen, brauchen aber personelle Unterstützung», weiss Weber. Man überlege sich darum, einen Helferpool einzurichten, für den sich interessierte Personen melden können.
Immer wieder Anfragen erhalten
Am Konzept von einem Basisangebot und Wechselständen wolle man festhalten, das habe sich bewährt. Gerade die Möglichkeit, nur ab und zu dabei zu sein, ist sehr beliebt. «Wir haben noch während der Marktsaison immer neue Anfragen bekommen», kann Meier berichten. Das gilt auch für das Rahmenprogramm. Jeden Samstag gab es musikalische Unterhaltung. «Wir mussten uns nicht gross auf die Suche machen, die meisten Künstler haben sich von sich aus gemeldet», kann Weber berichten. So auch die «Hardy’s Bubbles», die spontan ein Konzert auf dem Sternenplatz gaben und ein grosses Publikum anlockten. «Viele waren an diesem Tag zum ersten Mal am Markt, das war also beste Werbung für uns», freut sich Meier. Auch die Standbetreiber sind froh um das zusätzliche Programm, wie die Umfrage ergab. «Wir erhalten viel Lob, die Marktfahrer fühlen sich gut aufgehoben bei uns», so Wohler. Und eine ganz wichtige Funktion hat der «Sternen», der extra wegen dem Markt am Samstag öffnet und jedes Mal sehr gut besetzt war. «Ohne Remus Lochmann und Rita Seiler würde es nicht gehen, es braucht ein Marktkaffee», ist für Weber klar.
Aber wie geht es nun weiter? Das Angebot wird sehr geschätzt, die Nachfrage ist da, der Platz optimal. Alles beste Voraussetzungen. Und es gibt Steigerungspotenzial. «Bis sich ein Markt etabliert hat, braucht es zwei bis drei Jahre», wissen die Organisatoren aus Feedback von anderen Orten. Und: Das OK hat von Anfang an klargemacht, dass es die Initialzündung geben wird, es danach aber Unterstützung braucht. «Fünf Private können so etwas auf Dauer nicht allein am Laufen halten», macht Weber deutlich. Man hoffe darum auf Unterstützung durch die Gemeinde.
Positive Signale vonseiten der Gemeinde
Die bisherigen Rückmeldungen seien sehr positiv, kann der Initiant berichten. Die Gemeindevertretung hat in einer gemeinsamen Besprechung positive Signale ausgesandt. Die Gemeinde ist willens, die Arbeit – dort wo es möglich ist – zu unterstützen, also am ehesten in Vereinfachungen bezüglich Infrastruktur.
«Der Wochenmarkt hat das Ortszentrum durch den lebendigen und vielfältigen Betrieb belebt. Der Gemeinderat dankt dem Organisationsteam für sein grosses Engagement während der Startphase des Wohler Wochenmarkts. Die private Initiative wird weiterhin unterstützt. Der Gemeinderat prüft zeitnah weitere Möglichkeiten zur Unterstützung», heisst es in einer Mittelung aus dem Gemeindehaus. Gestartet werden soll bereits Anfang April, aufhören will man dafür etwas früher als in diesem Jahr, vermutlich schon Ende Oktober. Damit dann beim letzten Markt der Saison nicht alle frieren müssen.



