Wechsel an der Spitze
26.10.2021 Region UnterfreiamtVerein Gnadenthal hat neuen Präsidenten
Mit Kurt Notter tritt der Präsident ad interim nun offziell die Nachfolge der verstorbenen Präsidentin Bettina Ochsner an.
Nach dem unerwarteten Tod der lang jährigen ...
Verein Gnadenthal hat neuen Präsidenten
Mit Kurt Notter tritt der Präsident ad interim nun offziell die Nachfolge der verstorbenen Präsidentin Bettina Ochsner an.
Nach dem unerwarteten Tod der lang jährigen Präsidentin Bettina Ochsner ist er in die Bresche gesprungen und hat Verantwortung übernommen: Kurt Notter. Er selber ist seit 13 Jahren im Vorstand tätig. Nun wurde er an der Generalversammlung von den Mitgliedern des Vereins Gnadenthal einstimmig und mit grossem Applaus zum neuen Präsidenten gewählt.
Eine spezielle Ehrung gab es auch für den ehemaligen Direktor des Reussparks, Thomas Peterhans. Ihm wurde für seine grossen Verdienste die Urkunde als Ehrenmitglied überreicht.
Die Jahresrechnung 2020 hat die neue Direktorin, Alexandra Heilbronner, vorgestellt. Obwohl sie seit Längerem wieder einen grösseren Betriebsverlust vermelden musste, sei man froh, dass dieser nicht noch höher ausgefallen sei. Ausserdem sprach sie über die aktuellen Herausforderungen im Reusspark. --nl
Kompetent in die Zukunft
Kurt Notter wird an der Generalversammlung des Vereins Gnadenthal im Reusspark zum neuen Präsidenten gewählt
Nach dem unerwarteten Tod von Bettina Ochsner letzten Sommer übernahm er die Führung des Vereins Gnadenthal ad interim. Jetzt wurde Kurt Notter, Bauunternehmer aus Wohlen, von den 148 anwesenden Mitgliedern offiziell zum Präsidenten gewählt. Und der Ende 2020 abgetretene Direktor des Reussparks, Thomas Peterhans, ist neues Ehrenmitglied.
Nadine Lang
Der Reusspark war eine echte Herzensangelegenheit von Bettina Ochsner. Achtzehn Jahre war sie im Vorstand des Vereins Gnadenthal tätig, sieben davon als Präsidentin. «Ihr plötzlicher Hinschied ist ein herber Verlust für den Verein», so Kurt Notter in seinem Jahresbericht. Mit ihr verliere man eine offene, ehrliche und gradlinige Persönlichkeit, die die spezielle Kultur des Reussparks sehr geschätzt und die Ziele nie aus den Augen verloren habe. «Ich durfte sie während der stetig fortschreitenden Krankheit bei ihrer Arbeit unterstützen. Bettina Ochsner hat nie mit der heimtückischen Krankheit gehadert, nie aufgegeben. Sie wollte sie gar bezwingen. Das ist ihr leider nicht gelungen», sagt Kurt Notter. Auch der gewählte Tagespräsident Walter Koch, Gemeindeammann von Niederwil, fand nur lobende Worte für die verstorbene Präsidentin: «Sie hat viele Projekte umgesetzt. Ihr letztes Werk war die Restaurierung des Klosters. Bettina Ochsner hinterlässt eine grosse Lücke.»
Aktuell nur sechs Vorstandsmitglieder
Schon vorgängig gab es im November 2020 einen Abgang zu verzeichnen. Urs Leuenberger hat nach 13 Jahren Vorstandstätigkeit aufgehört.
Walter Koch dankte dem gesamten Vorstand für die gute Weiterführung des Vereins in dieser schwierigen Zeit. «Ein ganz spezieller Dank geht an Kurt Notter, der seit 13 Jahren Vorstandsmitglied ist und ad interim die Verantwortung übernommen hat. Mit ihm erhält der Verein einen kompetenten und überzeugenden neuen Präsidenten.» Die anschliessende Wahl für die restliche Amtsperiode bis 2023 war nur noch Formsache. Einstimmig und mit einem tosenden Applaus wurde Kurt Notter in sein neues Amt gewählt.
Der Vorstand ist mit aktuell sechs gewählten Mitgliedern immer noch unterdotiert. Laut Statuten müsste er aus sieben bis neun Mitgliedern bestehen. «Wir konnten leider nicht so rasch einen geeigneten Ersatz für Bettina Ochsner finden», erklärt Notter. An der nächsten Generalversammlung werde man aber eine neue Person vorstellen können.
Im Jahresbericht zeigte sich der neue Präsident enttäuscht über die Ablehnung des Golfprojekts seitens des Grossen Rates. Freude bereite ihm hingegen die Zunahme der Mitgliederzahl des Vereins Gnadenthal um 16 auf aktuell 708 Mitglieder. 621 davon seien Einzel- und 87 Kollektivmitglieder.
Ehrenmitgliedschaft für Thomas Peterhans
Ebenfalls freuen darf sich an diesem Abend der im Dezember 2020 abgetretene Direktor des Reussparks Thomas Peterhans. Er stand total 28 Jahre im Dienste dieser Institution, 26 davon an der Spitze. Ihm wird für seine grossen Verdienste die Urkunde als Ehrenmitglied überreicht. «Er hat in all den Jahren viele Veränderungen initiiert. Es ging Schlag auf Schlag. Projekte hat er nicht nur angestossen, er war immer an vorderster Front dabei», so Kurt Notter.
Thomas Peterhans sei mit dem Namenswechsel in «Reusspark» auch der Imagewechsel zu einem positiven Lebensraum gelungen. Mit Risiko und Investitionen in der Grösse von 130 Millionen Franken sei der Reusspark zur grössten Geriatrie-Praxis im Kanton herangewachsen und zu einem Begegnungsort für Jung und Alt geworden. «Seine gewinnende Art und seine Fachkompetenz haben dazu beigetragen, was der Reusspark heute darstellt. Danke für diesen grossartigen Einsatz.» Die Mitglieder würdigten seine Taten mit einem grossen Applaus und Standing Ovations.
Überwältigt von diesen Worten und Zeichen bedankte sich Thomas Peterhans beim Vorstand und den Mitgliedern für diese Ehre und das ihm geschenkte Vertrauen. «Ihr habt es mir auch immer leicht gemacht. An jeder der 26 Generalversammlungen wurde stets allen Traktanden zugestimmt. Und dies meistens einstimmig. Jeder Gemeinderat würde sich das wünschen», sagt er mit einem Lächeln im Gesicht. Ihm persönlich sei der Ausbau des Restaurants Gnadenthal sehr am Herzen gelegen. Für die Öffentlichkeit waren aber auch die anderen nebenbetrieblichen Angebote wichtig. So habe sich das «Gnödeli» zu einem beliebten Ausflugs- und Begegnungsort entwickelt. Erfreut war Peterhans in seinem letzten Amtsjahr auch über den Erhalt des Zertifikats «Great Place to Work» beziehungsweise «Great Start», das ausgezeichneten Arbeitgebern sowie guten Ausbildungsbetrieben verliehen wird. «Eine Mitarbeiterzufriedenheit von 93 Prozent zu haben, machte mich stolz und war die Krönung meiner Tätigkeit als Direktor.»
Erstmals wieder ein grösserer Verlust zu verzeichnen
Trotz all dieser emotionalen Worte und Momente galt es auch die Zahlen nicht ganz ausser Acht zu lassen. Diese wurden von der neuen Direktorin Alexandra Heilbronner vorgestellt. «Ein komisches Gefühl, wenn man selber nichts dazu beigetragen hat.» Die Auswirkungen der Pandemie haben deutliche Spuren in den Finanzen hinterlassen. So weist der Reusspark erstmals seit längerer Zeit einen grösseren Betriebsverlust in Höhe von 130 197 Franken aus. Zusätzliche coronabedingte Aufwände sowie geringere Erträge aus Restaurant, Kultur und Landwirtschaft hätten dazu geführt.
Angesichts dieser schwierigen Umstände sei man bis anhin relativ gut durch die Pandemie gekommen. Von den ungefähr 100 Corona-Infizierten im Jahr 2020 seien 24 gestorben. Dies sei zum einen Glück, zum anderen der guten Führung des Krisenstabs und der konsequenten Umsetzung der Schutzmassnahmen zuzuschreiben. Als grösste Herausforderung bezeichnete Heilbronner den akuten Fachkräftemangel und die Langzeitabsenzen beim Personal, welche um 26 Prozent gestiegen sind. «Die Belastung ist extrem hoch, nicht nur wegen Corona. Die Bewohner werden immer älter und der Pflegebedarf nimmt stetig zu», so die Direktorin. Nach Empfehlung der Revisionsstelle zur Annahme der Rechnung wurde auch diese, wie könnte es anders sein, einstimmig genehmigt.



