Kork, Bier und Käse
19.10.2021 Wohlen80 Aussteller am Herbstmarkt in Wohlen
Nach zwei Jahren Coronapause durften am Montag die Menschen wieder einen Markt an der Bünzstrasse geniessen. Die Stimmung und das Wetter waren bestens. Wir haben mit drei Marktfahrern aus dem Freiamt ...
80 Aussteller am Herbstmarkt in Wohlen
Nach zwei Jahren Coronapause durften am Montag die Menschen wieder einen Markt an der Bünzstrasse geniessen. Die Stimmung und das Wetter waren bestens. Wir haben mit drei Marktfahrern aus dem Freiamt gesprochen.
Stefan Sprenger
Ein Bier vor 12? Am Wohler Herbstmarkt war der Morgen am Stand der Brauerei Erusbacher & Paul AG aus Villmergen eher ruhig. Nur vier Bier gingen vor der Mittagszeit weg, am Nachmittag lief es einiges besser. Die bekannte Villmerger Brauerei war aber ohnehin in erster Linie nicht vor Ort, um Bier zu verkaufen. Marco Studer, Leiter Gastronomie und Events, erklärt, dass man nach der schwierigen Coronazeit wieder Präsenz zeigen will. «Damit wir gesehen werden.» Denn das Wirtshaus zur Brauerei der Erusbacher und Paul AG kriegt die Zertifikatsppicht zu spüren. «Wir haben massiv weniger Gäste, rund 30 bis 40 Prozent», sagt Studer. Und daher sei der Stand am Wohler Herbstmarkt eine tolle Sache, um Werbung in eigener Sache zu machen – auch für das bevorstehende Oktoberfest.
Appenzeller Käse – von Uezwil aus
Der Morgen war neblig und ruhig. Die Sonne erhellt um Punkt 12 den Herbstmarkt. Am Nachmittag war reges Treiben auf der ganzen Bünzstrasse. «Ob Besucher oder Marktfahrer, alle sind gut drauf», berichtet Iren Wietlisbach, die Marktchefin der Regionalpolizei Wohlen. Es gab einige neue Stände und solche, die schon seit Jahren kommen. Total 80 Marktfahrer waren dabei. Wietlisbach ist seit sieben Jahren für den Frühlingsund den Herbstmarkt zuständig, doch seit Oktober 2019 gab es drei coronabedingte Absagen in Folge. «Auch ich habe den Markt vermisst», sagt sie lachend und freut sich, dass nach zwei Jahren endlich wieder Leben auf der Bünzstrasse herrscht.
Ordentlich Betrieb war am Stand von Angi Stimpp. Die Frau aus Uezwil brachte gemeinsam mit ihrer Kollegin Mary Abt Appenzeller Bergkäse unter die Menschen. Zu einem Stück Käse gab es ein nettes Gespräch und ein Lächeln dazu. Stimpi, die ledig Stadelmann hiess und eine Ur-Uezwilerin ist, erklärt, wieso sie Käse vertreibt: «Der Lieferant von diesem Käse hatte es in der Coronazeit nicht leicht. An die Restaurants konnte er kaum mehr liefern. Ich habe ihm dann zuerst im kleinen Rahmen geholfen. Und jetzt ein bisschen mehr.» Mittlerweile hat Stimpi bei sich zu Hause immer genug Käse bereit (wenn man abholen möchte). Zudem war sie nun erstmals an einem Markt dabei. «Es läuft gut», meint sie lachend, bevor sie dem nächsten potenziellen Kunden ein Stück Käse anbietet.
Bis zur Zungendiagnose
Kulinarisch gab es einiges zu entdecken. Magenbrot, natürlich. Einen Brezelstand. Oder Kebab. Dazu aber auch besondere Esswaren, wie beispielsweise äthiopische Spezialitäten. Zu kaufen gab es so ziemlich alles. Vom Heavy-Metal-Shirt über Kinderspielzeug bis hin zum Nahrungsergänzungsmittel. Wer wollte, konnte sich auch einer Zungendiagnose unterziehen.
Sinnbildlich für die friedliche und tolle Stimmung am Wohler Herbstmarkt steht Michael «Miggi» Keck. Der 41-jährige Sarmenstorfer sitzt an seinem Stand und ist supergut drauf. Er vertreibt seit 2019 Korksachen (www.korkeria.ch). Es sind Produkte aus Portugal, die es in der Schweiz kaum zu kaufen gibt. Man achtet auf Fairness und Nachhaltigkeit. Der Grossteil des Sortiments ist vegan hergestellt. «Hier am Markt kann man die Korkprodukte anfassen. Die Menschen sind sehr interessiert», freut sich Keck. Er sei zum ersten Mal als Marktfahrer in Wohlen. «Früher war ich als Kind immer hier am Markt. Schon lustig und irgendwie sehr schön, dass ich jetzt Dinge hier verkaufe», meint er lachend.
Die Sonne und die warmen Temperaturen am Nachmittag sorgten für viele Hunderte Besucherinnen und Besucher. Das stimmte auch die Marktfahrer zufrieden. Einzig der Autofahrer musste sich zeitweise in Wohlen länger gedulden. Noch etwas mehr als sonst schon.




