Marco Chiesa in Dottikon
21.09.2021 Region UnterfreiamtEr statte dem Herbstanlass der SVP des Bezirks Bremgarten im Restaurant Bahnhof in Dottikon einen Besuch ab. Der gutgelaunte Marco Chiesa, Präsident der SVP Schweiz, genoss das Treffen mit Gleichgesinnten seiner Partei. Bei seiner Rede über die aktuelle Lage der Nation nahm er kein ...
Er statte dem Herbstanlass der SVP des Bezirks Bremgarten im Restaurant Bahnhof in Dottikon einen Besuch ab. Der gutgelaunte Marco Chiesa, Präsident der SVP Schweiz, genoss das Treffen mit Gleichgesinnten seiner Partei. Bei seiner Rede über die aktuelle Lage der Nation nahm er kein Blatt vor den Mund. --nl
«Sind und bleiben freies Volk»
Anlass der SVP Bezirk Bremgarten im Restaurant Bahnhof in Dottikon mit Präsident Marco Chiesa
Traditionell wie die Partei selbst kam er daher: der Herbstanlass der SVP des Bezirks Bremgarten. Nebst einem reichen «Metzgete»- Buffet warteten volkstümliche Klänge und die Rede von SVP-Präsident Schweiz, Marco Chiesa, auf die vornehmlich männlichen Anwesenden.
Auch wenn er nur knapp eineinhalb Stunden Zeit hatte, sind alle vorwiegend wegen ihm gekommen: Marco Chiesa, der SVP-Präsident der Schweiz. Und sie sind zahlreich erschienen. Über hundert SVP-Anhänger haben sich an diesem Abend im Restaurant Bahnhof in Dottikon eingefunden. Und dies trotz den kurzfristig eingeführten 3G-Massnahmen. «Damit der Anlass trotzdem stattfinden kann, haben wir vor Ort eine Teststation eingerichtet. So können alle, die sich angemeldet haben, auch teilnehmen», sagt René Bodmer, Präsident der SVP des Bezirks Bremgarten. Dies dürfte auch nötig gewesen sein, denn die SVP steht der Impfung ja bekanntlich eher kritisch gegenüber, weshalb viele über kein Covid-Zertifikat verfügt haben dürften.
«Arbeit ist noch nicht beendet»
In seiner rund zehnminütigen Rede ging Chiesa nicht näher auf die Thematik Corona ein. Vielmehr hob er die aktuell gute Stimmung in der Partei und die erfolgreich gewonnenen Schlachten in diesem Jahr hervor: das Ja zur Verhüllungsverbotsinitiative, das Scheitern des Institutionellen Abkommens mit der EU und das Nein zum CO2-Gesetz. «Diese Ereignisse sind sicherlich sehr ermutigend, aber die Arbeit ist damit nicht beendet. In Wahrheit hört sie nie auf», macht Chiesa deutlich.
Vom Gemeinderat zum Ständerat
Er selbst sei vor zwanzig Jahren aktiv in die Politik eingestiegen. Zuerst als Gemeinderat, dann als Stadtrat von Lugano und Tessiner Grossrat bis hin zum Nationalrat und jetzt zum Ständerat. «Mit meinen Überzeugungen und Ideen für eine freiheitliche Schweiz kam natürlich keine andere Partei infrage als die SVP», erklärt Chiesa. «Freiheit, Sicherheit, Unabhängigkeit und direkte Demokratie – diese Grundsätze sind in jedem von uns SVPlern fest verankert.» Umso mehr müssten unsere Werte mit aller Kraft gegen die Ausverkäufer unserer Heimat verteidigt werden. So etwa gegen «die Luxus-Linken und Bevormunder-Grünen in den Städten». Sie seien es, die unsere Freiheit im eigenen Land bedrohen. «Wir sind mittlerweile die einzige Partei mit klaren Positionen. Und wir sind die einzige Partei, die die Bürgerinnen und Bürger in den Mittelpunkt ihrer Politik stellt», ist Chiesa überzeugt.
Er dankte allen Anwesenden für ihre Arbeit und ihr Engagement in den Gemeinden und im Kanton. «Nicht nur die Bundespolitik ist wichtig, sondern auch die kantonale und kommunale Politik. Gerade die Kommunalpolitik ist von grundlegender Bedeutung für die Stärke unserer Partei», erklärt Chiesa. Zu lange hätten die rot-grünen Städte eine «verschwenderische, bevormundende und schmarotzende Politik» betrieben. Sie hätten dies auf Kosten der Menschen getan, die ausserhalb der Ballungszentren lebten – auf jene der Mittelschicht. Dies sei etwas, das nicht länger toleriert werden könne. «Nicht wir spalten das Land, wie uns unsere Gegner vorwerfen», der Riss zwischen Stadt und Land sei eine historische und aktuelle Tatsache.
«Es gibt noch viel zu tun»
Die Herausforderungen der SVP seien auch in Zukunft vielfältig. «Es gibt eine Reihe von Themen, die für das Wohlergehen des Schweizer Volkes entscheidend sind und bei denen wir uns mit aller Kraft einsetzen müssen. Beispielsweise die 99-Prozent-Initiative, das Covid-Gesetz oder die Europa-Frage, die nach dem Scheitern des Rahmenabkommens nicht gelöst ist sowie die Schmarotzer-Politik der Grossstädte. Es gibt noch viel zu tun, aber ich bin zuversichtlich, dass wir erfolgreich sein werden», schaut Chiesa voraus. Die Partei sei in der Lage, die schwierigsten politischen Kämpfe zu bestehen. «Wir sind und bleiben ein freies Volk. Es lebe der Kanton Aargau, es lebe die Schweiz und es lebe die SVP», beendet Chiesa seinen Auftritt. Einen tosenden Applaus hatte er mit diesen Worten auf sicher.
Der volksnahe Präsident stellte sich im Anschluss auch noch ein paar Fragen aus dem Saal. So wollte ein SVP-Anhänger wissen, ob Bundesrat Berset nach den neusten Enthüllungen noch tragbar sei. Darauf Chiesa: «Hier müssen wir zurückhaltend sein, da die Abklärungen zu diesem Fall noch laufen. Aber es könnte ein Problem sein.» Lob gab es von einem anderen Bürger aus dem Saal: «Ich finde es toll, wie sehr Sie sich zurücknehmen, wenn es ums Thema Corona geht. Ganz im Gegensatz zu unserem kantonalen Genossen.» Auf diesen Seitenhieb konterte Nationalrat Andreas Glarner: «Die SVP macht eine Gratwanderung. Stand heute weiss niemand, wie es ausgehen wird.»
Anschliessend blieb den beiden Spitzenpolitikern nur noch wenig Zeit, sich am reichhaltigen Buffet zu bedienen. Marco Chiesa reiste mit dem Zug weiter ins Tessin, für Andreas Glarner stand in Buchs noch ein weiterer Termin an. Die breite Basis hingegen genoss den Abend bei gemütlichem Beisammensein und mit lüpfiger Musik. --nl



