Fertig mit Schönreden von Problemen
03.09.2021 WohlenGemeinderatswahlen: Welche Ziele verfolgen die acht Kandidierenden?
Finanzen, Schulbauten, Steuerfuss, Standortattraktivität, Verkehrsbelastung, gemeindeeigene Areale, Sicherheit. Diverse Problemstellen. Die acht Kandidierenden für den Gemeinderat wollen vor allem ...
Gemeinderatswahlen: Welche Ziele verfolgen die acht Kandidierenden?
Finanzen, Schulbauten, Steuerfuss, Standortattraktivität, Verkehrsbelastung, gemeindeeigene Areale, Sicherheit. Diverse Problemstellen. Die acht Kandidierenden für den Gemeinderat wollen vor allem Lösungen anbieten.
Daniel Marti
Acht Kandidierende wollen im nächsten Jahr ihren Platz im Gemeindehaus – fünf Bisherige und drei Neue. Drei Frauen und fünf Männer. Was wollen die acht Kandidatinnen und Kandidaten in den nächsten vier Jahren im Gemeinderat bewirken, allenfalls verbessern oder auch bewahren? Die Antworten der acht Kandidierenden nachfolgend (in alphabetischer Reihenfolge):
Roland Büchi, SVP, neu: «Geld nur dort ausgeben, wo es auch Sinn macht. Wohlen hat nicht nur ein Ausgabenproblem, sondern auch ein Einnahmenproblem und das ist zu ändern. Natürlich nicht durch höhere Steuern oder Gebühren, was bekanntlich gute Steuerzahler vertrieben hat. Der durchschnittliche Steuerertrag ist zu verbessern. Damit dieses Ziel erreicht werden kann, muss der Gemeinderat bürgerlicher werden.»
Thomas Burkard, Grüne, bisher: «Es ist mir ein wichtiges Anliegen, die beiden grossen Bauprojekte in den Hofmatten und in der Halde verantwortungsbewusst zu Ende zu führen. Ich möchte die dringlichen Sanierungsvorhaben Turnhalle Junkholz, Lehrschwimmbecken und Kindergärten kostenbewusst umsetzen und die Planung der Sanierung des Schulzentrums Junkholz an die Hand nehmen. – Ich pflege und unterstütze eine offene, sachliche Kommunikation und eine faire Gesprächskultur zwischen Gemeinderat, Einwohnerrat, Bevölkerung und Medien.»
Ariane Gregor, Die Mitte, bisher: «Als Finanzministerin will ich das Bewusstsein stärken, dass die Ausgaben nach den Einnahmen zu richten sind und nicht umgekehrt. Wohlen braucht eine konsequente Finanzstrategie, der auch wichtige und dringende Bedürfnisse unterzuordnen sind. – Bewahren möchte ich das gute Einvernehmen im Gemeinderat. Wir pflegen eine gesunde Streitkultur und respektieren einander trotz unterschiedlichen Ansichten.»
Paul Huwiler, Die Mitte, bisher: «Die vorbereitete Führungsreform für unsere Schule wartet auf ihre Umsetzung, da will ich weitermachen. Der Umbau von einem unserer drei Schulzentren in eine modellhafte Tagesschule kann berufstätige Eltern entlasten und die Chancengleichheit fördern, da will ich zu den Wegbereitern gehören. Dem Mangel sowohl an Hausärztinnen und -ärzten wie auch an Kinderärzten und -ärztinnen muss mit neuen Modellen begegnet werden, hier will ich mitdenken und handeln.»
Laura Pascolin, SP, neu: «Die nächsten vier Jahre im Gemeinderat sollen von gemeinsamen Zielen, gemeinsamen Strategien und Konsens geprägt sein. Ich möchte das Gremium mit meinen Stärken ergänzen und vorwärtsbringen. Wirtschaftliche, ökologische, soziale und kulturelle Anliegen betreffen uns alle, von links nach rechts. – Als Gemeinderätin will ich folgende Bereiche verbessern und zielorientiert angehen: nachhaltige Finanzpolitik, Stärkung der Schulführung vor Ort, Standortattraktivität fördern in Kultur, Sportanlagen, Mobility.»
Arsène Perroud, SP, bisher, Gemeindeammann: «Im Mittelpunkt sind Verkehrsfragen: Verbesserung des ÖV-Angebots, Lösung der zu grossen Verkehrsbelastung im Zentrum, Entlastung der Quartiere, Aufwertung der Zentralstrasse. Die Volksschule wird durch den Gemeinderat geführt. Dieser neuen Aufgabe muss der Gemeinderat grosse Wichtigkeit beimessen. Ebenfalls sind die nötigen Investitionen in die Infrastruktur der Gemeinde weiterhin zu tätigen. Und die gute Zusammenarbeit soll weiterhin gepflegt werden.»
Denise Strasser, FDP, neu: «Realistisch gesehen wird Wohlen 2026 weder im Geld schwimmen noch ‹the place to be› sein. Die angestrengte Finanzlage stellt zurzeit sicher die grösste Herausforderung dar. Wohlen muss sich auf das Notwendige konzentrieren. Kurzfristig notwendige Projekte wie das Junkholzschulhaus oder die Schulhausproblematik in Anglikon geniessen bei mir erste Priorität. Ebenso muss die Entwicklung des Isler-Areals endlich vorangetrieben werden.»
Roland Vogt, SVP, bisher, Vizeammann: «Wohlen ist attraktiv und soll attraktiv bleiben. Bildung, Sport und Kultur sind sehr gut und sollen bewahrt werden. Es gibt aber auch Handlungsbedarf. Der Verkehr kollabiert täglich. Der unbegrenzte Bauboom bringt alle Strukturen an ihre Grenzen. Die sozialen Anliegen steigen weiter und es werden Ansprüche an das Sicherheitsbedürfnis gestellt. Als Konsequenz steigt unsere finanzielle Belastung. Höhere Gebühren oder Steuern haben in den nächsten vier Jahren kaum eine Chance. Jetzt sind Lösungen gefragt und nicht das Schönreden von Problemen.»



