Tunnel Letten in Sins wurde feierlich eröffnet
Dank dem Tunnel Letten ist Sins nun vom Durchgangsverkehr befreit. Es war sowohl vom Umfang als auch von der Investition mit 88 Millionen Franken her die grösste Baustelle des Kantons. Als durchaus gelungenes Strassenbauwerk ...
Tunnel Letten in Sins wurde feierlich eröffnet
Dank dem Tunnel Letten ist Sins nun vom Durchgangsverkehr befreit. Es war sowohl vom Umfang als auch von der Investition mit 88 Millionen Franken her die grösste Baustelle des Kantons. Als durchaus gelungenes Strassenbauwerk bezeichnet Landammann und Vorsteher des Departements Bau, Verkehr und Umwelt Stephan Attiger den Tunnel Letten. Die neue verkehrsberuhigende Epoche für Sins wurde mit dem Fest am Samstag eingeläutet und zelebriert. Seit gestern ist der Tunnel für den Verkehr freigegeben. --sab
Durchgangsverkehr ade
Tunnel Letten in Sins ist eingeweiht – die Bevölkerung konnte das Strassenbauwerk zu Fuss unter die Lupe nehmen
Am Samstag haben Vertreter des Kantons und der Gemeinde gemeinsam den Tunnel Letten beim Tunnelportal Bachtal eingeweiht. Ein historischer Tag für Sins und das Oberfreiamt. Noch ohne Verkehr war das Jahrhundertbauwerk für die Bevölkerung erlebbar.
Sabrina Salm
Wann ist es schon mal möglich, ohne Gefahr durch einen Strassentunnel zu laufen? Eigentlich nie – ausser bevor er dem Verkehr freigegeben wird. Und so kamen viele Menschen am Samstag in den Genuss eines solchen Tunnel-Erlebnisses. Für die Sinser ist der Tunnel Letten mehr als ein Tunnel. Er bedeutet für sie ein Stück mehr Lebensqualität. Denn dank dem Tunnel wird der Sinser Dorfkern vom Durchgangsverkehr entlastet. «Die Begegnungen auf den Wegen und Plätzen werden nicht mehr durch das grosse Verkehrsaufkommen dominiert», sagt so auch Gemeindeammann Josef Huwiler bei der oflziellen Eröffnungsfeier.
Was lange währt, wird endlich gut
Darauf hat die Gemeinde Sins seit fast 100 Jahren gewartet. Denn vor 97 Jahren wurde in einem Brief nach Aarau darum gebeten, den Dorfkern vom Verkehr zu entlasten. Richtig ins Rollen kam das Projekt Südwestumfahrung erst viel später. 2012 sprachen sich dann die Sinser an der «Gmeind» für die Variante Südwestumfahrung aus und drei Jahre später folgte das Ja des Kantons. Im Jahr 2018 folgte der Spatenstich. Reibungspunkte seien bei einem solch grossen Projekt normal. «Aber es ist nicht selbstverständlich, dass man gemeinsam immer wieder Lösungen findet.» Es sei eine sehr angenehme Zusammenarbeit gewesen. Der Kanton habe hier in Sins gut investiert, ist Huwiler überzeugt.
Vom Bau profitieren
Da ist sich auch Regierungsrat und Landammann Stephan Attiger sicher. «Sins war vom Durchgangsverkehr stark betroffen.» Der Vorsteher des Departements Bau, Verkehr und Umwelt erklärt, dass die Umfahrung Sins als klassisches Projekt bezeichnet werden kann, welches die Mobilitätsstrategie des Kantons widerspiegle. «Alle sollten vom Bau der Umfahrung profitieren, der Siedlungsraum, der Verkehr und auch die Natur. Und das haben wir hiermit erreicht.» Die Umfahrungsbaustelle in Sins war die grösste Baustelle des Kantons. Nicht nur was den Umfang betrifft, sondern auch die Investition. «Dieses Jahrhundertprojekt kann als erfolgreich bezeichnet werden», sagt Attiger. «Auch auf der Kostenseite sieht es gut aus: Gemäss der aktuellen Endkostenprognose wird der Kredit von 88 Millionen Franken nicht überschritten und wir sind dem Bauprogramm vom Auuageprojekt rund acht Monate voraus – natürlich ohne Abstriche bei den Qualitätszielen.»
Für die Gemeinde Sins war es ein erfreulicher Tag und der baldige Start in eine neue Epoche. So zelebrierte sie das gelungene Strassenprojekt den ganzen Samstag. Die Kulturund Marketingkommission Sins stellte ein vielseitiges Programm auf die Beine. Im Tunnel gab es eine Lichtshow, für die Kinder Animation und für die Interessierten Erklärungen zu Bauwerk und Technik sowie Tunnelführungen. Auch eine Fahrt mit einem «Extra-Zügli» konnte vorgenommen werden. An verschiedenen Verpfiegungsständen gab es auch etwas zu essen und zu trinken. Gefeiert wurde bis in den Abend hinein. Ganz fertig ist die Südwestumfahrung zwar noch nicht. So wird zum Beispiel noch die Aarauerstrasse umgestaltet (siehe Artikel unten links). «Wir werden noch ein wenig Geduld brauchen», sagt Josef Huwiler. Aber fürs Erste «herrsche Freude», so der Ammann weiter.