Die Saison verlängern
21.09.2021 WohlenTennisclub Wohlen Niedermatten vor Investition
Die alten Sandplätze sind in die Jahre gekommen. Sie müssen jetzt saniert werden.
Die Tennisanlage in den Niedermatten ist auch nach 18 Jahren noch ein Schmuckstück. Es ist aber nicht alles Gold, ...
Tennisclub Wohlen Niedermatten vor Investition
Die alten Sandplätze sind in die Jahre gekommen. Sie müssen jetzt saniert werden.
Die Tennisanlage in den Niedermatten ist auch nach 18 Jahren noch ein Schmuckstück. Es ist aber nicht alles Gold, was glänzt. Die Plätze selber sind nach so langer Zeit am Ende der Lebensdauer angekommen und müssen ersetzt werden. Der Verein will die Gunst der Stunde nutzen und sie durch Allwetterplätze ersetzen. So kann die Saison früher beginnen und im Herbst länger dauern. --chh
Neue Plätze für kommende Stars
Ausserordentliche GV des Tennisclubs Wohlen Niedermatten
Seit 18 Jahren wird auf den neun Sandplätzen in den Niedermatten Tennis gespielt. Nun muss der Untergrund ersetzt werden. Dabei sollen Allwetterplätze zum Zug kommen. Die Gemeinde hat ihre Bereitschaft signalisiert.
Chregi Hansen
Urs Fricker ist erst seit zwei Jahren Präsident des Vereins. Doch er war schon vor rund 20 Jahren in der Kommission dabei, welche den Zusammenschluss der drei damaligen Wohler Tennisclubs und den Bau der neuen Anlage in den Niedermatten vorbereitet hat. «Wir wussten damals noch nicht genau, wohin die Reise geht. Wie viele Plätze es braucht. Welche Art von Plätzen die beste Lösung wäre», schaut er zurück.
Man entschied sich für eine konventionelle Lösung, gebaut wurden neun Sandplätze. «Wir haben auch über andere Unterlagen diskutiert. Aber es gab zu dieser Zeit keine wirklich guten Alternativen», führte der Präsident weiter aus. Heute sind solche vorhanden. Immer mehr Vereine setzen auf Allwetterplätze. Vor allem moderne Hartplätze sind im Kommen und erweisen sich erst noch als gelenkschonender als normale Sandplätze. Der grösste Vorteil dabei: Auf solchen Plätzen beginnt die Saison jeweils früher und kann im Herbst länger gespielt werden. «Die Saison wird um mehrere Wochen verlängert», weiss Fricker. Dies sei umso wichtiger, als es in der Region kaum noch Hallenplätze gibt – auch das war vor 20 Jahren noch ganz anders.
Wenn schon, denn schon
Inzwischen hat der Tennisclub Wohlen Niedermatten die 18. Saison auf der Anlage absolviert. «So langsam kommen die Plätze an das Ende ihrer Lebensdauer», macht Vizepräsident und Platzchef Daniel Heinrich deutlich. Nach Regenfällen bleiben vermehrt Pfützen zurück, die lange nicht versickern. Immer wieder müssen die Plätze vorübergehend gesperrt und wieder ausgebessert werden. Auch das Erstellen im Frühling und der Unterhalt im Sommer werden immer aufwendiger. Und teurer. «Wir müssen die Plätze jetzt sanieren», ist für den Vorstand klar. Und wenn man sich die Arbeit schon macht, dann soll auch die Belagsdiskussion neu aufgerollt werden.
Ziel ist es darum, die bestehenden Sandplätze durch Allwetterplätze zu ersetzen. Das entspricht auch dem Wunsch der Tennisschule, welche so den Nachwuchs besser fördern kann. Denn der Verein besitzt einige Talente, die Trainingsmöglichkeiten sind aber eingeschränkt. Allerdings: Der Club kann darüber nicht im Alleingang entscheiden. «Die Gemeinde ist die Besitzerin der Anlage. Sie muss auch den Grossteil der Kosten tragen. Darum sind wir auf ihre Unterstützung angewiesen», machte Heinrich deutlich. Der Vorstand beantragte darum bei den Mitgliedern die Kompetenz, um mit dem Gemeinderat über den Bau von vier bis fünf Allwetterplätzen zu verhandeln. Denn eines ist klar: Die Sanierung muss in zwei Etappen durchgeführt werden. Sowohl aus finanziellen wie auch aus betrieblichen Gründen.
«Es geht heute noch nicht darum, welchen Belag wir wählen und welche Plätze als Erstes saniert werden. Darüber wird später entschieden», machte der Präsident deutlich, als immer mehr Detailfragen gestellt wurden. Es gehe nur um die Kompetenz, mit dem Gemeinderat zu verhandeln. Die Mitglieder könnten sich an einer späteren Versammlung zu einem konkreten Projekt äussern. Auch eine zweite Traglufthalle ist momentan noch kein Thema, auch wenn diese von vielen gewünscht wird, weil die bestehende praktisch den ganzen Winter über ausgebucht ist. «Wünschen kann man vieles, aber wir müssen das Schritt um Schritt angehen. Jetzt geht es um die Sanierung der Plätze, um die Zukunft der Anlage», machte Präsident Fricker deutlich.
Letztes Wort hat das Parlament
Die Gemeinde hat ihrerseits bereits Bereitschaft signalisiert, die Sanierung der Plätze anzugehen. Erste Gespräche fanden statt, wie Gemeinderat Thomas Burkard erklärte. «Die Gemeinde als Besitzerin der Anlage steht in der Pflicht, sie instand zu halten», so Burkard. Und nach 18 Jahren sei der Zeitpunkt zum Handeln gekommen, ist er sich bewusst. So, wie zuvor schon bei den Fussballplätzen und der Leichtathletikbahn. «Aber klar ist auch, dass wir das etappieren müssen», machte er deutlich. Und klar ist auch, dass das Projekt die politischen Mühlen durchlaufen muss. Ob als separater Bericht und Antrag an den Einwohnerrat oder via Investitionskredit im Budget, das steht noch nicht fest. So oder so hat das Parlament das letzte Wort dazu. «Aber dass wir etwas machen müssen, das ist nach so langer Zeit eigentlich klar», erklärte der zuständige Gemeinderat. Mit dem Entscheid der GV kann sich der Vorstand an die weitere Planung machen. Die erste Etappe soll dann im Jahr 2023 angegangen werden.
Zwei neue Vorstandsmitglieder und eine besondere Ehrung
Erstmals am Vorstandstisch sassen an dieser GV Adrian Ehrler (Spiko) und Karina Rössler (Sponsoring). Sie wurden an der ordentlichen, auf dem schriftlichem Weg abgehaltenen GV im Frühling gewählt. Die ausserordentliche Versammlung wurde nun aber genutzt, um die beiden scheidenden Vorstandsmitglieder zu verabschieden. Das ist zum einen Natalie Sodero, die sich während mehrerer Jahre intensiv um das Marketing und die Sponsoren gekümmert hat und so dem Verein zu zusätzlichen Einnahmen verholfen hat.
Das ist aber vor allem auch Markus Küng, ein Urgestein im Club, der bereits bei der Gründung vor 18 Jahren in aktiver Rolle dabei war und seither in der Spiko ganz viele Turniere und Events geleitet hat. Unter anderem dreimal eine Aargauer Meisterschaft der Aktiven, zweimal eine der Junioren und fünfmal die Schweizer Meisterschaft im Rollstuhltennis. Er ist aber auch abseits des Platzes sehr aktiv, hilft in der Küche mit, packt überall an, wo Hilfe nötig ist. «Er ist so oft hier, für viele ist er quasi der Clubpapi», erklärte Nachfolger Adrian Ehrler.
Küng hat den Vorstand zwar verlassen, bleibt aber weiterhin Mitglied der Spielkommission. Für seine grossen Verdienste für den TCWN und das Tennis allgemein wurde er zum Ehrenmitglied ernannt.



