Bez Wohlen verabschiedete Daniel Güntert
Nach 38 Jahren an der Schule Wohlen geht der Lehrer vorzeitig in den Ruhestand.
Sein Arbeitsweg ist so kurz, dass er ihn locker mit dem Velo absolvieren kann. Doch an seinem letzten Tag durfte er auf einer ...
Bez Wohlen verabschiedete Daniel Güntert
Nach 38 Jahren an der Schule Wohlen geht der Lehrer vorzeitig in den Ruhestand.
Sein Arbeitsweg ist so kurz, dass er ihn locker mit dem Velo absolvieren kann. Doch an seinem letzten Tag durfte er auf einer Kutsche zum Schulhaus fahren. Die Bez bereitete Daniel Güntert einen tollen Abschluss. Und seine letzte Klasse fand die passenden Worte für einen, der mehr als «nur» Lehrer war. --chh
Geschätzt als Lehrer und Mensch
Die Bezirksschule Wohlen verabschiedete Daniel Güntert nach 38 Jahren Schuldienst in den Ruhestand
Mit Daniel Güntert verlässt ein Lehrer die Schule, der immer weit mehr als das Nötigste gearbeitet hat. Wie beliebt er war, zeigte seine Verabschiedung auf dem Pausenplatz.
Chregi Hansen
Ausgerechnet heute. Ausgerechnet an seinem letzten Tag trifft Daniel Güntert verspätet ein. Er, der als Inbegriff der Pünktlichkeit galt, liess die Menge auf sich warten. Allerdings ist er entschuldigt. Daniel Güntert wurde zusammen mit seiner Frau Regina per Kutsche zum Schulhaus gebracht. Und die Fahrt dauerte länger als gedacht.
Umso grösser war der Jubel, als der Wagen dann auf dem Pausenplatz eintraf. Schüler, Lehrpersonen und viele ehemalige Lehrerkollegen standen Spalier, als Daniel und Regina Güntert auf der provisorischen Bühne Platz nahmen. Und der scheidende Bezlehrer strahlte über das ganze Gesicht. «Dass die ganze Schule da ist und nicht nur meine eigenen Schüler, das freut mich sehr», erklärte er. Und vor allem freute er sich, dass diverse pensionierte Lehrpersonen zu seinem Abschied kamen. «Bei einigen von ihnen bin ich einst selbst zur Schule gegangen. Wenn jemand von euch Lehrer oder Lehrerin wird, komme ich auch zu eurer Verabschiedung», versprach er den Schülern.
Zur Verabschiedung führte der Chor unter der Leitung von Peter Feurer einen Song auf. Dazu spielten die Ländlerfrönde Freiamt mit ihren Alphörnern auf. Das hatte natürlich einen speziellen Grund: Güntert hat sich in seiner Freizeit ein Alphorn gebaut und möchte das Instrument jetzt lernen. Dazu machten ihm seine Kollegen das passende Geschenk: einige Stunden Unterricht an der Musikschule Wohlen. «Bis jetzt bringe ich erst einen halben Ton heraus», gab Güntert lachend zu. Und weigerte sich, eine Kostprobe zu geben.
Immer optimistisch geblieben
Spezielle Worte zu seinem Abschied fand die 2e, die letzte Klasse, die Güntert als Klassenlehrer begleitet hat. «Wir haben Sie geschätzt, als Lehrer, aber auch als Menschen», erklärten sie. Güntert sei ein durch und durch positiver Mensch, der auch dann seinen Optimismus nicht verlor, wenn alle schon resignierten. «Wir haben nicht mehr daran geglaubt, dass wir unser Theater aufführen können. Sie haben weiterhin alles unternommen, dass es klappt. Dank Ihnen konnten wir erleben, wie es ist, auf einer Bühne vor Publikum zu spielen, eine wunderbare Erfahrung», berichteten die Schüler und Schülerinnen.
Beeindruckt hat Daniel Güntert die Jugendlichen auch durch seine emphatische Art und sein enormes Wissen. Egal, was man ihn gefragt habe, er konnte eine Stunde referieren. Diese Erfahrung hatte auch Schulleiter Paul Bitschnau. Er hatte an diesem Tag zusammen mit Güntert das Strohmuseum besucht. «Es ist enorm, was er alles weiss», so Bitschnau. Jetzt aber falle der letzte Vorhang für ihn – wenn auch nur in der Schule. «Als Ortsführer von Wohlen, aber auch im Strohmuseum, wirst du weiter tätig sein. Dafür kann Wohlen dankbar sein. Du hast noch viele Pläne. Und wer weiss, vielleicht finden wir beim Bau des neuen Schulhauses etwas Spannendes, worüber du noch forschen kannst. Du bist immer willkommen», so Bitschnau zum Schluss.