Freude auf und vor der Bühne
22.06.2021 WohlenDie ibw-Jazz-Night war ein voller Erfolg – und hatte für einmal Wetterglück
Weder das drohende Gewitter noch Corona konnten dem Event etwas anhaben. Am Schluss gab es nur strahlende Gesichter.
Chregi Hansen
Es ...
Die ibw-Jazz-Night war ein voller Erfolg – und hatte für einmal Wetterglück
Weder das drohende Gewitter noch Corona konnten dem Event etwas anhaben. Am Schluss gab es nur strahlende Gesichter.
Chregi Hansen
Es ist ein Finale wie im Bilderbuch: Während die Ensembles auf den fünf Bühnen nochmals alles geben, beginnt am Himmel ein Feuerwerk der besonderen Art. Ein Blitz nach dem anderen erhellt den Horizont, ein dumpfes Grummeln ist zu hören – doch der befürchtete Regen bleibt aus. «Für einmal hatten wir Wetterglück», so OK-Chef Beat Koch nach zwei verregneten Ausgaben.
Überhaupt: Glück ist der richtige Ausdruck für diesen Abend. Die ibw bewies Mut und wollte den Event um jeden Preis durchführen. Und hatte Glück, dass es noch rechtzeitig Lockerungen gab. «Vor drei Wochen hätten wir absagen müssen», zeigt sich Koch erleichtert. Das Glück ist aber auch auf den Gesichtern der Musiker und der Zuhörer zu erkennen. «Das ist unser erster Auftritt seit 18 Monaten», strahlt etwa Pianist Heinz Wirz, bevor er die Bühne betritt und das Publikum mit seiner Band «Groovepack» begeistert. «Einfach toll, dass wir das heute machen können», sagt auch Remus Lochmann, der Wirt des «Sternen», eines der fünf Lokale, die an der Jazz-Night Gastgeber waren. Währenddem kann Koch ganz viel Lob entgegennehmen. «Der Aufwand war dieses Jahr riesig, umso schöner, hat alles geklappt», sagt er.
Das Glück der Tüchtigen
Die ibw-Jazz-Night war mit rund 1000 Besuchern und Besucherinnen ein voller Erfolg
Streng waren die Kontrollen am Eingang. Streng auch die Maskenpflicht auf den Festplätzen. Nicht ganz so streng nahm man es mit dem Ende. Die letzten Bands spielten viel länger als geplant. Einfach, weil es so schön war.
Chregi Hansen
Die letzten beiden Austragungen in den Jahren 2018 und 2019 litten unter dem schlechten Wetter. Und auch dieses Jahr zogen drohende Gewitterwolken auf. Letztlich aber blieb der Anlass bis auf einige wenige Tropfen trocken. «Wenn man sieht, welch schwere Gewitter rundherum niedergingen, dann können wir schon von Glück reden», gab OK-Chef Beat Koch zu.
Dieses Glück hatten sich die Organisatoren verdient. Denn der Aufwand war riesig. Einerseits musste das Konzept immer wieder angepasst werden, Corona lässt grüssen. «Aber auch die Musiker und Musikerinnen galt es bei der Stange zu halten. Viele zweifelten bis zuletzt, dass sie wirklich auftreten können», berichtet Koch. Andererseits erforderten die Auflagen einen Grosseinsatz durch das ibw-Personal. An allen Eingängen musste das Publikum kontrolliert und gezählt werden. «Toll, dass die Belegschaft diesen Anlass mitträgt», freut sich Domenic Philipp, Geschäftsleiter der IBW Energie AG.
Zirkulieren nicht erlaubt
Nur so war es möglich, dass auch an diesem Abend in fünf Lokalen im Zentrum Musik vom Feinsten geboten wurde. Mit dem kleinen Makel, dass ein Zirkulieren zwischen den verschiedenen Orten nicht möglich war, das Publikum sich also im Vorfeld für einen Festplatz entscheiden und da bleiben musste. «Das hat auch seine positive Seite. Jetzt erst sieht man, wie genial das ursprüngliche Konzept war», lacht Koch. Und erinnert daran, dass es bei der Premiere der Jazz-Night kritische Stimmen gab, die nicht glaubten, dass die Besucher zwischen den Spielorten wechseln werden. «Gerade das freie Bewegen bringt es aber mit sich, dass man auch Neues entdeckt. Wenn es nicht gefällt, geht man einfach zur nächsten Bühne», sieht Koch den grossen Vorteil.
War es diese eingeschränkte Auswahl? Das drohende Gewitter? Die überpingelig kontrollierte Maskenpflicht? Jedenfalls war die Jazz-Night nicht «ausverkauft», es gab in allen fünf Lokalen noch leere Plätze. «Es waren im Schnitt zwei Drittel der Kapazitäten belegt», berichtet der OK-Chef. «Schade, ich hätte etwas mehr erwartet», gibt denn auch René Holenweger vom «Marco Polo» zu. Und auch Fritz Züger von der «Chappelebeiz» hätte sich bei seiner persönlichen Premiere etwas mehr Publikum gewünscht. «Wahrscheinlich braucht es noch etwas Zeit, bis die Leute wieder in Feierlaune sind», sagt er.
Breite musikalische Vielfalt
Rund 800 Personen haben einen der fünf Spielorte besucht. Rund 200 Personen nutzten die Möglichkeit, sich von der Strasse her ein Ohr voll Musik zu nehmen und dabei zwischen den Lokalen zu wechseln. Und zu entdecken gab es viel: Vom Kinderchor über ein rein weibliches Saxofonquartett zu körnigem Rock, mitreissendem Dixie und melancholischem Blues. Der Begriff Jazz wird in Wohlen weit gefasst – sehr zur Freude des Publikums. Kein Wunder, konnten Beat Koch und seine Helfer den ganzen Abend Lob entgegennehmen. Und doch: Der OK-Chef freut sich schon jetzt, wenn die Jazz-Night wieder in der alten Form über die Bühne gehen kann. Am 10. Juni 2022 ist es wieder so weit.







