Lebendige Steine sein
18.05.2021 Region BremgartenBischof Felix Gmür segnete die renovierte Kirche Maria Himmelfahrt
Grosse Ehre für die kleine Pfarrei Fischbach-Göslikon: Bischof Felix Gmür zelebrierte den Gottesdienst zur Wiedereinsegnung der Kirche. Nach einem Jahr der Renovation erstrahlt das Haus ...
Bischof Felix Gmür segnete die renovierte Kirche Maria Himmelfahrt
Grosse Ehre für die kleine Pfarrei Fischbach-Göslikon: Bischof Felix Gmür zelebrierte den Gottesdienst zur Wiedereinsegnung der Kirche. Nach einem Jahr der Renovation erstrahlt das Haus des Gebets in neuem Glanz.
Erika Obrist
Stolz und dankbar. Diese Worte waren immer wieder zu hören anlässlich der Wiedereinsegnung der Kirche Maria Himmelfahrt am letzten Sonntag. «Wir sind eine kleine Pfarrei mit grossem Engagement», sagte Solomon Obasi, Pastoralraumleiter Unteres Freiamt und Pfarrer in Wohlen, zur Begrüssung. «Und wir sind dankbar, dass der Bischof die Einladung zur Wiedereinsegnung der Kirche angenommen hat.» Pfarreiseelsorgerin Esther Holzer verlas das dazugehörige Schreiben des Bistums.
Haus des Gebets
Bischof Felix Gmür zelebrierte den Festgottesdienst selber. Er segnete die Kirche und die Menschen darin und forderte die Anwesenden auf, lebendige Steine zu sein. In seiner Predigt ging er erst auf die Fischbach-Gösliker Kirche ein, die ein Kulturgut ist, das unter dem Schutz der Eidgenossenschaft und des Kantons steht. «Die Kirche ist jedoch nicht nur ein Kulturdenkmal – sie ist in erster Linie das Haus Gottes, das Haus des Gebets», sagte Bischof Felix Gmür.
Christ sein heisse, Zeugnis ablegen von der Auferstehung Christi und damit auch von seinem Tod. Christ sein heisse Nächstenliebe leben und beten. Beten nicht nur für sich, sondern für Menschen, die es nötig haben: für einsame, kranke, traurige, verzweifelte Menschen.
Der Gottesdienst wurde live übertragen ins Festzelt draussen auf dem Parkplatz. Auch im Internet konnte man ihn verfolgen. Musikalisch umrahmt wurde die Feier von der jungen Lobpreis-Band aus St. Gallen.
Architektonischer Zeuge der Glaubensgemeinschaft
Stolz und dankbar über die Anwesenheit des Bischofs war auch Daniel Schambron, Präsident der Kirchenpflege. Er dankte allen grossen und kleinen Spenderinnen und Spendern sowie Steuerzahlern, welche die Renovation der Kirche mit möglich gemacht haben. Er verlas ein Schreiben von Jonas Kallenbach von der kantonalen Denkmalpflege, der krankheitsbedingt nicht an der Feier teilnehmen konnte. Sakralbauten bildeten seit dem Mittelalter das Zentrum einer Gemeinde, der Kirchturm strebe nach oben, dem Himmel entgegen. «Diese Bauten sind architektonische Zeugen der Glaubensgemeinschaft», hielt Kallenbach in seinem Schreiben fest. Ursprünglich sei das Innere der Kirche kahl gewesen. Bei der Umgestaltung vor gut 260 Jahren wurde sie reich ausgeschmückt mit Deckenund Wandbildern. «Der künstlerische Reichtum vermittelt Geborgenheit.» Die Renovation, die nicht ganz zwei Millionen Franken gekostet hat, sei eine grosse Leistung der Kirchgemeinde.
Geschickte Hände und grosses Wissen
Architekt Daniel Schumacher ging kurz darauf ein, was alles geputzt, restauriert, ausgebessert und gedämmt wurde. «Geschickte Hände waren gefragt und gute Kenntnisse des Vorhandenen.» Er freute sich, dass die Renovation unfallfrei abgelaufen ist. Mit einer kleinen Ausnahme. Der Elektriker-Lehrling hatte sich an seinem allerersten Arbeitstag den Kopf so angeschlagen, dass die Wunde genäht werden musste. «Er wird seinen ersten Arbeitstag wohl nie vergessen», schmunzelte Schumacher. Schliesslich informierte er die Anwesenden, dass der Kostenrahmen eingehalten werden könne.
Er sei nicht das erste Mal in Fischbach-Göslikon, sagte Bischof Felix Gmür nach dem Gottesdienst gegenüber dieser Zeitung. Auch in Niederwil sei er schon einmal gewesen. Wohl anlässlich einer Firmung. Die Einsegnung der Kirche sei eine rituelle Handlung, die nicht immer vom Bischof selber vorgenommen werde. Das wussten die Verantwortlichen der Kirchgemeinde und haben den Bischof deshalb schon vor einem Jahr angefragt. Dass er gekommen ist, machte alle stolz und dankbar.



