Der besondere Zauber
04.05.2021 WohlenStrohmuseum im Park: Eröffnungsfeier zur Sonderausstellung «A Breeze of Straw – eine Trilogie im Raum»
Welche Pracht. Vor dem so imposanten Gebäude konnte die neue Sonderausstellung im Strohmuseum im Park eröffnet werden. Nach einer langen ...
Strohmuseum im Park: Eröffnungsfeier zur Sonderausstellung «A Breeze of Straw – eine Trilogie im Raum»
Welche Pracht. Vor dem so imposanten Gebäude konnte die neue Sonderausstellung im Strohmuseum im Park eröffnet werden. Nach einer langen Geduldsprobe endlich wieder ein Anlass rund um das historische Gebäude. Und alle strahlen, die Museumsleiterin, die Präsidentin, die Künstlerin und das Publikum.
Daniel Marti
Ein ungewohntes Bild. Ein Moment, der vermisst wurde. Ein Genuss. Das Strohmuseum wird mit einer Sonderausstellung bereichert. Und die Eröffnung durfte trotz Coronamassnahmen sogar gefeiert werden. Im kleinen Rahmen, aber mit viel Herz und Charme. Den drei wichtigsten Frauen dieses Anlasses war die Freude förmlich anzusehen. Ruth Portmann, die Präsidentin der Stiftung Freiämter Strohmuseum, Museumsleiterin Petra Giezendanner und Künstlerin Martina Vontobel schwärmten über die Sonderausstellung. Zu Recht, denn «A Breeze of Straw» ist eine gelungene Rauminstallation, welche die angekündigte Dynamik tatsächlich ausstrahlt. «Sie hat Wissen und gestalterische Fähigkeiten in dieses Haus gebracht», sagte Ruth Portmann über das Wirken von Künstlerin Martina Vontobel.
Auf der Liste gab es nur einen Namen
Man habe lange, «unglaublich lange», auf diese Eröffnung warten müssen, so Portmann weiter. Die Pandemie habe zu einer «langen kulturellen Durststrecke» geführt. Aber solche Anlässe, solche feierliche Veranstaltungen werden laut Portmann einfach gebraucht. «Wir brauchen das im Sinne der Nachhaltigkeit.» Und die Künstlerin habe der Ausstellung eine «lebenseinfliessende Brise» gegeben. Also weit mehr als eine Brise Stroh. Schliesslich sei ein Kunstwerk extra für diesen einen Raum entstanden, erklärte Museumsleiterin Giezendanner, die sogar ein kleines Geheimnis preisgab. Auf ihrer Liste stand der Name Martina Vontobel von Anfang an weit oben. Und der Name war der einzige auf ihrer Liste. «Denn ich habe gewusst, sie produziert ein Werk, das diesem Haus gerecht wird.»
Die Künstlerin könne sich auch auf die Historie der Strohindustrie breit einlassen. «Martina Vontobel ist neugierig und hat die Bereitschaft, sich auf ein neues Material einzulassen.» Martina Vontobel sei eben eine Perfektionistin.
Megaglücklich
Petra Giezendanner hat keinen Moment gezweifelt, dass Martina Vontobel die grosse Herausforderung schaffen wird. Die Trilogie ist der Beweis voller Ästhetik. Der präzise Aufbau besteht aus Tausenden von kleinen Teilen. Und viele Ausdrücke kommen der Museumsleiterin dabei in den Sinn: Dynamik, Kraft, Frühling, Sommer, Vergangenheit. «Ihr ist es gelungen, all das abzubilden.» Und Petra Giezendanner hätte eigentlich am liebsten einen persönlichen Bezug zu den Werken erklärt. Aber das widerstrebt ihr. «Denn es würde den Zauber der Werke zerstören.» Die Besucherinnen und Besucher sollen sich selber Zeit nehmen beim Betrachten. Martina Vontobel hat eine Rauminstallation geschaffen, «die alle Sinne anregt, und sie fügt sich perfekt in unser Haus ein».
Was denn nach diesen Worten noch für sie übrig bleibe, fragte sich die Künstlerin. Die ganze Welt müsse zurzeit so grosse Probleme lösen, räumte die Zürcherin ein, da sei es nicht einfach, nur Worte für ein Material zu finden. Sie fand sie trotzdem. «Das Material Stroh gibt Boden», betonte sie. Und der Kreislauf des Strohs passe durchaus zur Kunst. Man muss säen, die Sonne scheint, der Wind bringt Regen. Dies alles braucht es, damit Stroh gedeiht. Und dies sei auch der Anfang gewesen, «die Arbeit zu flechten».
Gesät habe jedoch die Museumsleiterin mit ihrer Anfrage. Und Martina Vontobel ist bei der Arbeit anfänglich «auf die Welt gekommen». Das Stroh sei gebrochen, die Verarbeitung war eine echte Herausforderung. «Was soll ich nur aus diesem riesigen Erbe machen», dachte sie, als sie «die wertvollen Schmuckstücke» der Dauerausstellung erstmals sah. Irgendwie verspürte sie den Drang, ein grosses Werk zu erschaffen. Mit der Trilogie ist es ihr gelungen. Dass die Eröffnung unter freiem Himmel tatsächlich durchgeführt werden konnte, erfüllte die Künstlerin nur mit Freude. Und viel Genugtuung. Sie sei einfach nur megaglücklich, gab Martina Vontobel zu. Auch darum, weil ihr so viele Besucherinnen und Besucher glücklich ins Gesicht lachen.
Mit der Trilogie will Martina Vontobel dem Publikum eine Auseinandersetzung mit dem Werkstoff Stroh ermöglichen. Sie tut das mit einer sympathischen Art und mit einem beeindruckenden Werk.



