Wunder gibt es immer wieder
09.04.2021 Region UnterfreiamtProjektwoche an der Primarschule am Maiengrün
Unterschiedlicher geht es kaum. Während die einen Kinder mit modernster Technik Filme drehen, sammeln die anderen im Wald Materialien für einen Traumfänger. Gemeinsam ist allen das Thema: Eintauchen in eine ...
Projektwoche an der Primarschule am Maiengrün
Unterschiedlicher geht es kaum. Während die einen Kinder mit modernster Technik Filme drehen, sammeln die anderen im Wald Materialien für einen Traumfänger. Gemeinsam ist allen das Thema: Eintauchen in eine Welt voller Wunder.
Chregi Hansen
«Wunderland»: Unter diesem Motto sollte in Dottikon dieses Jahr das Jugendfest stattfinden. Der Anlass wurde bekanntlich abgesagt. Doch das Motto bleibt erhalten. Es bildet die Basis für die Projektwoche an der Primarschule am Maiengrün. Und Wunder lassen sich bekanntlich fast überall finden.
Sowohl Kinder wie Lehrpersonen geniessen diese besonderen Tage zwischen dem Osterwochenende und den Frühlingsferien. «Die Projektwoche findet immer vor den Ferien statt. Dieses Jahr ist sie wegen Ostern eben einen Tag kürzer», erklärt Schulleiterin Marianne Kleiner. Das schränke in Sachen Programm zwar etwas ein, aber dafür sei die Stimmung etwas anders als sonst. «Wir sind froh, dass wir die Projektwoche durchführen können», ergänzt Schulpflegerin Susanne Loretan. Dabei trägt man der aktuellen Situation Rechnung, indem man auf klassenübergreifende Projekte verzichtet, alle Kinder also in ihren Klassen arbeiten. «Und an die übrigen Sicherheitsmassnahmen haben sich die Kinder schon längst gewöhnt», sagt Kleiner.
Die Schulleiterin freut sich, dass sie in einzelnen Klassen unterstützend wirken kann. So hat sie einen Gastauftritt im Film der 6. Klasse von Peter Fahnenbruck. Sie haben für ihre Geschichte die aktuelle Situation als Ausgangspunkt genommen. Lehrer Peter Fahnenbruck muss in die Quarantäne, die Schüler und Schülerinnen unterrichten sich selber. Und merken dabei, dass das gar nicht so einfach ist.
Sich gegenseitig helfen
«Sie haben die Story selber entwickelt, machen jetzt Aufnahmen, schneiden und vertonen sie», erzählt Fahnenbruck, der zwar nicht wirklich in Quarantäne ist, sich aber möglichst zurückhält. Für die Arbeit wird das eigene iPad genutzt, welche die Kinder ab der 5. Klasse erhalten. «Es ist schön zu sehen, wie sich die Gruppen gegenseitig unterstützen, wie man aufeinander Rücksicht nimmt und beispielsweise auch diskutiert, wer den Film nachher auch sehen soll», berichtet der Lehrer. Denn nicht alle sind dafür, das fertige Werk nachher auf Youtube zu stellen. Denn dann wäre es nachher auf der ganzen Welt zu sehen.
Ebenfalls mit ihren iPads arbeiten die Schüler und Schülerinnen von Eveline Hofer. Sie lernen, wie man Stop-Motion-Filme herstellt. Dazu wurden Kulissen gebastelt, Figuren aus Knete hergestellt und ein Drehbuch geschrieben. Weil ein Tag weniger zur Verfügung steht als normal, haben die Jugendlichen die Ideen zu ihrer Geschichte schon vorher entwickelt. Nun gilt es, Bild um Bild aufzunehmen und dabei die Szenerie immer nur minimal zu verändern. 12 Bilder pro Sekunde braucht es, da ist ganz schön Filigranarbeit gefragt – immer wieder mal kippt eine Figur um.
«Die Jugendlichen sind sich den Umgang mit dem iPad gewohnt, sie nutzen es fast schon selbstverständlich», freut sich die Lehrerin. Und gibt es trotzdem mal Fragen, ist an diesem Morgen auch der ICT-Verantwortliche Marco Erni vor Ort mit Tipps. Beim Bewegen der Figuren ist zudem viel Kreativität gefragt. So lässt sich mit einem dünnen Bindfaden eine Figur auch auf wunderbare Weise in die Lüfte ziehen. «Ich mag Animationsfilme. Jetzt weiss ich, wie viel Arbeit dahinter steckt», erzählt eine Schülerin.
Nicht alle Klassen beschäftigen sich mit Technik. Viele begeben sich auch nach draussen und erleben die Wunder der Natur. «Wir hätten uns schon besseres Wetter gewünscht, aber die meisten Kinder stört das nicht», berichtet Susanne Loretan. So verbringen die Kindergärtner alle vier Tage im Wald, können sich austoben, Wundermobile schnitzen und vieles mehr. Auch die 1.- und 2.-Klässler zieht es in den Wald. Aber an diesem Morgen wurde auf den Ausflug verzichtet und der Wald ins Schulzimmer geholt. Mit ganz viel Naturmaterialien werden grosse Traumfänger gebastelt. «Es ist toll, wie gut die Kinder mitmachen. Sie freuen sich jeden Morgen, in die Schule zu gehen und gehen abends zufrieden nach Hause», berichtet die Schulleiterin.
Schulschlussfeier im Wald geplant
Nicht nur Wunderwelten, sondern auch Fabelwesen begegnet man derzeit im Schulhaus. Die 3. und 4. Klasse von Monika Andres und Raphael Oldani basteln grosse Figuren aus Pappmaché. Mit Draht, Alufolie und Klebband wird die Grundform erstellt, mit Zeitungen, Kleister und viel Geduld der Körper geformt. «Es ist beeindruckend, wie viele unterschiedliche Figuren entstehen», freut sich die Lehrerin. Die Figuren sollen später im Wald aufgestellt werden und den Weg zur Schulschlussfeier weisen. Denn diese soll, so alles klappt, draussen stattfinden. Dafür braucht es weniger als ein Wunder eine Situation, welche grössere Anlässe wieder erlaubt.



