Gemeinde muss wohl aushelfen
16.03.2021 WohlenIm Schüwo-Park schliesst die Eisbahn eine sehr schwierige Saison ab
Die Anlage ist zwar wunderbar. Aber die Saison war ganz schlecht, und es drohen finanzielle Probleme. Die wohl die Gemeinde regeln muss.
Daniel Marti
Die Saison der ...
Im Schüwo-Park schliesst die Eisbahn eine sehr schwierige Saison ab
Die Anlage ist zwar wunderbar. Aber die Saison war ganz schlecht, und es drohen finanzielle Probleme. Die wohl die Gemeinde regeln muss.
Daniel Marti
Die Saison der Eisbahn war praktisch nur mit Problemen behaftet. Corona verhinderte den Betrieb oder liess nur reduzierte Tätigkeiten zu. Absagen waren an der Tagesordnung, nur die Jugend kam teilweise zum Zug auf der Wohler Eisbahn.
Er möchte nie mehr eine solche Zeit erleben müssen, sagt deshalb Christian Meier, Geschäftsführer Schüwo-Park. Und im Interview mit Radio Regionaljournal Aargau/Solothurn setzte er noch einen drauf: Der Schaden sei beträchtlich. Und gefordert sei nun die Gemeinde Wohlen, diese müsse den Schaden wohl ausgleichen. Die Gemeinde Wohlen ist ja auch die einzige Aktionärin der Sportpark Bünzmatt AG.
Auch Sparmassnahmen kann sich Christian Meier überhaupt nicht vorstellen. Um die Attraktivität erhalten zu können, müsse die Anlage zu gleichen Bedingungen weitergeführt werden, sagte er zum Radio Regionaljournal. Nun ist also die Gemeinde Wohlen am Zug, sie sollte den Schaden korrigieren. Aber der Gemeinderat will zum jetzigen Zeitpunkt zum Schüwo-Park keine Fragen beantworten. Zum Ausgleich des Schadens, zu den Abschlüssen der Jahre 2019 und 2020, die längstens vorliegen, heisst es jetzt grad «kein Kommentar». Der Steuerzahler wird wohl kaum zufrieden sein? Auch dazu schweigt der Gemeinderat.
«Eine Saison zum Vergessen»
Der Schüwo-Park in Wohlen schliesst nach einem bitteren Winter die Saison ab
Es hätte eine ereignisreiche Wintersaison werden sollen, doch der Ausfall aller Events im Schüwo-Park hat den Organisatoren einen Strich durch die Rechnung gezogen. Der Verlust der Publikumsmagnete wirkte sich auch auf die Frequenzzahlen aus: Drei Viertel der Besucher sind weggefallen.
Geschäftsführer Christian Meier und das engagierte Team des Schüwo-Parks freuten sich auf eine erlebnisreiche Saison auf der neuen Eisbahn. Die vier geplanten Eisdiscos, das Schaulaufen vom Eislaufclub sowie das Moskitoturnier mussten aufgrund der Pandemie abgesagt werden. Das kunterbunte Abschlusswochenende, das mit einer Eisdisco und dem Moskitoturnier abgerundet worden wäre, wurde stattdessen den aktuellen Schutzmassnahmen angepasst.
So durften am vergangenen Samstagund Sonntagnachmittag nur die unter 20-Jährigen den Saisonschluss in vollen Zügen geniessen, bevor sich das Team vom Schüwo-Park auf den Badi-Betrieb vorbereitet.
Für Christian Meier ist somit eine anspruchsvolle Saison vorbei. Als im vergangenen November erste Restriktionen angekündigt wurden, sind alle Trainings und Turniere der Eishockey-Meisterschaft abgesagt worden. Weil die Eishockey-Talente die Eisbahn rege nutzen, bedeutete dies einen erheblichen Verlust für den Schüwo-Park. «Wir haben bewusst nicht mehr Events geplant, weil die Eishalle vor allem den Eisvereinen zur Verfügung stehen soll, damit sie trainieren können. Anlässe bedeuten immer auch, dass man den Vereinen wertvolle Trainingszeit wegnimmt», informiert Christian Meier.
Unterstützung von der Gemeinde erwartet
Auch die Eishockeyturniere, die jeweils viele Zuschauer anlocken, und die Eisdiscos, die von Jung und Alt besucht werden, sind ins Wasser gefallen. Jedoch brachte eine Lockerung der Massnahmen Hoffnung für die Betreiber: Als angekündigt wurde, dass unter 16-Jährige mehr Freiheiten erhalten, wurde erst mal intern diskutiert, was der Schüwo-Park mit dieser Information machen soll. «Wir haben uns entschieden, dass wir auch einen sozialen Auftrag haben», erklärt Christian Meier, «also blieben wir offen für Schulen und Vereine sowie den öffentlichen Eislauf mit Kindern unter 16 Jahren.»
«Wir wären froh, wenn wir nie mehr eine solche Zeit erleben müssen», hält der Geschäftsführer fest. Es gibt auch Positives, das Meier und sein Team aus dieser schwierigen Saison mitnehmen können. «Die strahlenden Kinderaugen und die Dankbarkeit der Kinder und Jugendlichen, welche die Eisbahn geniessen konnten, sind ein persönliches Highlight für mich», betont er, «und vor allem auch die Mitarbeitenden, die diese schwierige Situation bravourös meisterten und viel Flexibilität zeigten, um die Saison zu überstehen.»
Aufgrund der Pandemie hat die Gemeinde Wohlen mit der Eisbahn einen wertvollen Begegnungsort verloren. Sobald das Geschäftsjahr fertig ist, wird im Jahresabschluss ersichtlich, wie gross der finanzielle Schaden wirklich ist. Für Christian Meier ist es klar, dass für die fehlenden Einnahmen und die erhöhten Kosten aufgrund der Pandemie gemeinsam mit der Gemeinde Wohlen Lösungen gefunden werden müssen. --mnj



