«Hatte schlaflose Nächte»
26.02.2021 HägglingenDie Blacho-Tex AG ist stark von der Pandemie betroffen
Die Hägglinger Firma ist im Freiamt für den Verkauf und die Vermietung von Blachen und Zelten bekannt. Mit den Einschränkungen durch die Pandemie macht die Firma eine schwierige Zeit durch. Inhaber Roger ...
Die Blacho-Tex AG ist stark von der Pandemie betroffen
Die Hägglinger Firma ist im Freiamt für den Verkauf und die Vermietung von Blachen und Zelten bekannt. Mit den Einschränkungen durch die Pandemie macht die Firma eine schwierige Zeit durch. Inhaber Roger Geissmann rechnet erst im Herbst mit einer Entspannung der Lage.
Chantal Gisler
«Ja, der erste Lockdown war irgendwie unfassbar», sagt Roger Geissmann. Er ist Inhaber und Verwaltungsrat der Blacho-Tex AG. Die Firma ist im Freiamt bekannt und beliebt, für grosse Anlässe kann man bei ihr Zelte und Blachen kaufen oder mieten. Mit der Pandemie fehlen die Anlässe, die Firma ist schon lange in Kurzarbeit. Die Blacho-Tex hätte bei diesen warmen Temperaturen eigentlich viel zu tun. Aber der zweite Lockdown hat die Schweiz fest im Griff. Die Pandemie hat alle überrascht. Geissmann erinnert sich an den ersten Lockdown: «Plötzlich war alles still. Keine Mails, keine Telefone und wenige neue Anfragen. Dazu kamen die zahlreichen Annullationen von den bereits vorhandenen Zelt- und Zubehöraufträgen.» Dabei haben die ersten zwei Monate im letzten Jahr gut angefangen, alles lief nach Plan und Budget. «Die Auftragsbücher waren voll und die Wirtschaftslage versprach eine interessante Zukunft.» Als der erste Coronafall am 25. Februar bestätigt wurde, ahnte Geissmann nicht, was auf seine Firma zukommen würde.
Dann kam der Lockdown. «Bis Ende März konnten wir alle Angestellten voll beschäftigen», erinnert sich Geissmann. «Die restlichen neun Monate und die beiden Monate in diesem Jahr waren geprägt von den Coronamassnahmen, einigen schlaflosen Nächten, Ungeduld und Hoffnung», sagt Geissmann.
Zwei Standbeine
Die Blacho-Tex wurde 1959 gegründet. Am Anfang wurden Abdeckungen wie Autohüllen und Regenbekleidungen aller Art hergestellt. Damals noch mit rund 50 Mitarbeitern. Die Firma entwickelte in den Jahren darauf den Bereich Blachenabdeckungen weiter. Seit 1991 ist der Verkauf von Zelten und die Zelt- und Zubehörvermietung angegliedert. Diese beiden Bereiche prägen die Firma heute. «Die zwei Standbeine sind unser Vorteil», erklärt Geissmann. «Ab April haben wir uns vor allem auf die Blachenabdeckungen konzentriert.» Trotzdem ist der Umsatz eingebrochen. «Trotz Onlineshop beträgt der Verlust rund 40 Prozent. Das ist für uns enorm schwierig und eine noch nie da gewesene Situation.»
Im Sommer und Herbst wurden die Coronamassnahmen gelockert. Gab es da einen Moment zum Aufatmen für die Firma? «Absolut nicht», sagt Geissmann. Das Problem: Veranstaltungen mit mehr als 15 Personen waren zeitweise nicht erlaubt. Ausserdem sind die Zahlen im Winter wieder gestiegen, was zu härteren Massnahmen geführt hat. Für die Blacho-Tex ist es keine einfache Situation. Einfach in ein anderes Geschäftsfeld gehen, ist ebenfalls keine Option. «Als Unternehmer versucht man immer, innovativ zu sein. Aber die Pandemie hat uns mit ihrer ganzen Wucht überraschend getroffen, da mussten wir die aussergewöhnliche Situation erst einmal so annehmen, wie sie ist.»
Am Anfang noch Hoffnung
Geissmann hatte am Anfang die Hoffnung, dass man die Virussituation schnell in den Griff bekommen würde. «Das war leider nicht so.» Immerhin haben die Behörden der Firma unter die Arme gegriffen. «Das Departement Volkswirtschaft und Inneres und deren Amt für Wirtschaft und Arbeit haben uns durch die schnelle Zusicherung und die monatliche Auszahlungen der Kurzarbeitsgelder helfen können», sagt Roger Geissmann.
Dabei kannte die Firma Kurzarbeit bis zur Pandemie kaum. «In den letzten 60 Jahren war die Firma erfreulich wenig Schwankungen ausgesetzt», erklärt Geissmann. Trotzdem musste schnell gehandelt werden. «Wir hatten mit unserer Treuhandfirma aus Wohlen eine wertvolle Unterstützung. Bereits Ende März haben wir eine Zusicherung für die Kurzarbeit erhalten.» Diese ist nach wie vor in Kraft. «Wir wünschen uns einfach, dass sobald eine grössere Anzahl Impfdosen in der Schweiz eintrifft, die Impfungen schneller vorwärtsgehen können.» Er rechnet frühestens im Herbst dieses Jahres mit einer Entspannung der Lage für seine Firma.