Teure Verfahren vermeiden
11.09.2020 BremgartenBezirk Bremgarten: Friedensrichter-Gesamterneuerungswahlen am 27. September
Im Kreis VII kandidieren eine Frau und vier Männer für die vier Posten als Friedensrichter. Schlichtungsangelegenheiten sind die Aufgaben.
André ...
Bezirk Bremgarten: Friedensrichter-Gesamterneuerungswahlen am 27. September
Im Kreis VII kandidieren eine Frau und vier Männer für die vier Posten als Friedensrichter. Schlichtungsangelegenheiten sind die Aufgaben.
André Widmer
Handelt es sich um das Zivilrecht, geht es bei Streitigkeiten zuerst vor den Friedensrichter. Ausnahmen sind Angelegenheiten wie Miete und Pacht oder Gleichstellungsfragen, für die eigens spezialisierte Schlichtungsbehörden zuständig sind. Die Friedensrichter stellen auch eine Schlichtungsbehörde dar. Dem Friedensrichter-Kreis VII des Bezirks Bremgarten gehören die Gemeinden Arni, Berikon, Bremgarten, Eggenwil, Islisberg, Jonen, Oberlunkhofen, Oberwil-Lieli,
Rudolfstetten-Friedlisberg, Unterlunkhofen, Widen und Zufi on an. Bei den Gesamterneuerungswahlen 2021/2024 vom 27. September treten fünf Kandidierende an, die sich um vier Sitze bewerben. Weil mit Fred Scheidegger (CVP, Zufikon) ein bisheriger Friedensrichter nicht mehr kandidiert, wird mindestens ein Sitz mit einer neuen Person besetzt. Neu kandididieren Guido Baumgartner sowie Lilian Rau.
«Lösungen sind zweckdienlicher»
Guido Baumgartner (SVP, Bremgarten) ist selbstständiger Treuhand- und Unternehmensberater, verfügt über 30 Jahre Berufserfahrung im Finanzwesen. Der 56-Jährige möchte mit seiner langjährigen Erfahrung den Einwohnern der Region, wenn sie sich vor dem Friedensrichter wiederfinden sollten, «mit meiner Expertise wichtige Ratschläge geben und somit auch aussichtslose und teure Gerichtsverfahren durch aktive Arbitration und Mediation versuchen zu vermeiden». Er habe eine ausgeprägte Affinität zur Jurisprudenz, so Baumgartner. «Lösungen sind meist zweckdienlicher als Konfrontationen. Dies werde ich auch als Schlichter und Vermittler im Amt eines Friedensrichters den involvierten Parteien empfehlen und nahelegen.»
Mit Empathie
«Die Arbeit der Friedensrichterinnen und Friedensrichter ist sehr wertvoll, da sie die Gerichte massgeblich entlastet», erklärt Lilian Rau (CVP, Bremgarten). Beruflich ist sie Inhaberin einer Bau- und Immobilienfirma und schliesst gerade ihren Master in Psychologie ab. «Ich bin gerne bereit, meine persönlichen und beruflichen Ressourcen dafür einzusetzen, um zusammen mit den Streitparteien gute und einvernehmliche Lösungen zu finden.» Neben breit abgestütztem Fachwissen verfüge sie über sehr viel Menschenkenntnis und Empathie und könne dadurch allen Menschen und Problemen unvoreingenommen begegnen, so Rau (56) weiter.
Gesunder Menschenverstand
Seit dem Jahr 2009 ist Walter Oettli (68, parteilos) nun als Friedensrichter tätig. «Es motiviert mich immer, bei jedem Schlichtungsfall mit meinem gesunden Menschenverstand zusammen mit dem Kläger und dem Beklagten eine Lösung zu finden. Was mir in einer Vielzahl von Fällen immer gelungen ist», erklärt der frühere Leiter Infrastruktur bei der BDWM (heute Aargau Verkehr).
Zeit und Nerven schonen
«Ich bin verantwortungsbewusst und bringe auch dank meiner beruflichen Erfahrung Verhandlungsgeschick, Sozialkompetenz sowie vernetztes, lösungsorientiertes Denken für diese Funktion mit», erläutert Stefan Hausherr (parteilos, Bremgarten), der ebenfalls als Bisheriger antritt. Hausherr (54) ist gegenwärtig als Head Special Investigations and Projects bei der LGT (Schweiz) tätig. Für ihn ist klar: «Der Friedensrichter ermöglicht den streitenden Parteien vor dem Gang zum ‹richtigen› Richter nochmals eine Möglichkeit, miteinander zu sprechen und zu reflektieren. Mit einer Schlichtung werden nicht nur Kosten für alle Involvierten vermieden, sondern in den meisten Fällen auch Zeit und Nerven geschont.»
Handlungsspielraum aufzeigen
Der 68-jährige Rolf Küng (parteilos, Bremgarten, bisher) war während 35 Jahren Stadtschreiber in Bremgarten. «Aufgrund meines beruflichen Werdegangs kann ich Probleme und Sachverhalte rasch erfassen. Im Vordergrund steht für mich – soweit es die Komplexität der Probleme zulässt –, auch die rechtliche Seite darzulegen und den möglichen Handlungsspielraum der Parteien aufzuzeigen», so der seit vier Jahren amtierende Friedensrichter. «Während dieser Zeit durfte ich vielen Ratsuchenden Wege aufzeigen, um langwierige und kostspielige gerichtliche Auseinandersetzungen zu vermeiden.»
Kreis VI
Die Wahl für den Friedensrichter Kreis VI (Büttikon, Dottikon, Fischbach-Göslikon, Hägglingen, Niederwil, Sarmenstorf, Tägerig, Uezwil, Villmergen, Wohlen) ist bereits in stiller Wahl erfolgt. Gewählt sind: Beatrice Suter (CVP, Villmergen), Andreas Hofmann (parteilos, Oberwil-Lieli) und Armin Geissmann (FDP, Wohlen).





