«Festival i de Marktgass» retten
04.08.2020 BremgartenDer Anlass wird dieses Jahr zum «Klein FidM» hinter dem Casino
Seit 2010 ist Juri Tirez, unterstützt von seiner Ehefrau Michaela, in Bremgarten eine Grösse. Seine Bar «Stiefelchnächt» ist längst eine Institution. Tirez und sein Team ...
Der Anlass wird dieses Jahr zum «Klein FidM» hinter dem Casino
Seit 2010 ist Juri Tirez, unterstützt von seiner Ehefrau Michaela, in Bremgarten eine Grösse. Seine Bar «Stiefelchnächt» ist längst eine Institution. Tirez und sein Team stehen für das «Festival i de Marktgass», aber eben auch für die Sommerbar «Stiefelchnächt» hinter dem Casino.
Hans Rechsteiner
Es ist März 2010. Juri Tirez stellt seine Bar «Stiefelchnächt» vor. Man geniesst die Abendsonne, einen Drink oder eines der 19 Biere aus aller Welt, darunter einige aus Belgien. Juri Tirez ist ein in der Schweiz geborener Belgier. Die Bar «Stiefelchnächt» wurde rasch zum Treffpunkt, Juri und Michaela Tirez brachten frischen Wind ins Städtchen und überraschten mit allerlei Ideen. Doch rund ein Jahr später kam die grosse Enttäuschung in Form einer Kündigung. Die Besitzerfamilie wollte das Restaurant vermieten und damit auch die 70 Sitzplätze bietende Bar im Untergeschoss, argentinische Rindsfilets würden künftig serviert. Doch das kam bei den Bremgartern nicht so recht an und so übernahm im Mai 2012 Juri Tirez erneut. Es war ein Durchstarten, auch privat, Juri und Michaela Tirez heirateten.
Besonders beliebt wurde die Serie «Zischtigskultur». Ein- bis zweimal im Monat fanden im «Stiefelchnächt» Konzerte, Lesungen und Poetry Slam statt, natürlich immer dienstags, mit heute national anerkannten Künstlern. Einige starteten hier ihre Karriere. Berühmte Namen waren Philipp Fankhauser, Stefan Eicher, James Gruntz, Faber und Hecht, welche später das Zürcher Hallenstadion füllten, um nur einige zu nennen.
Vier erfolgreiche Geschäftsjahre später – Mitte 2016 – übernahm das «Stiefelchnächt»-Team zusätzlich die «Sonne». Inzwischen war auch Juri Tirez’ Bruder Janick eingestiegen, sie wollten aus dem Café ein Restaurant machen. Die beiden Brüder zielten auf einen Zehnjahresvertrag. Doch dann kam die Kündigung. Die Besitzerfamilie verkaufte die Liegenschaft der Marco Polo Sonne Bremgarten.
«Züglete» um dreissig Meter
Kurzerhand wurde das Konzept «Stiefelchnächt» in die bestens ausgerüstete vormalige «Sternenbar» in der Sternengasse gezügelt: 40 Sitzplätze, eine grosse Theke, eine Terrasse mit 17 Plätzen und ein Weinkeller. Sieben Offenbiere sind es heute, darunter Spezialitäten von Valaisanne bis Grillbergen. Das Team wurde den neuen Raumverhältnissen «angepasst»: Heute sind es Juri Tirez (37), Michaela Tirez (33) und Stefanie Gianola (25). Interessant ist das neue Speiseangebot: als Leitidee f lämisch-holländische Spezialitäten, Pommes frites, Bitterballen (panierte Bällchen aus gezupftem Siedfleisch), Käse-Kroketten, drei verschiedene frisch hergestellte Panini.
Und jetzt die Sommerbar
Vor drei Jahren haben Juri und Michaela Tirez erstmals im Juli und August ihren umgebauten Bauwagen auf dem «Studentenmätteli» hinter dem Casino platziert und darum herum ihre Sommerbar «Stiefelchnächt» aufgebaut. Die Attraktion ist sehr gut aufgenommen worden. Dieses Jahr ist die Aufgabe Corona-bedingt etwas kniffliger, wurde aber verblüffend gelöst. Um die Abstände zu wahren, sind neben bequemen Sitzecken und ein paar Tischchen blaue Liegestühle hingestellt worden, was der guten Sache ein eigenes Feeling verleiht. Es herrscht Selbstbedienung.
Und dann überrascht Juri Tirez mit einer echten Neuigkeit: Bremgarten hat einen eigenen Gin. Juri Tirez hat das seit Jahren trendige Produkt zusammen mit der befreundeten Brennerei «Turicum» entwickelt. Es kommt in unauffälliger schwarzer Flasche daher und heisst «5620 Dry Gin».
«Festival i de Marktgass» wird zum «Klein FidM»
2010 fand erstmals ein «Fäscht i de Marktgass» statt. Der Anlass hat jedes Jahr an Popularität gewonnen und besticht jeweils nicht nur wegen der speziellen Atmosphäre mitten in der Stadt, sondern vor allem mit den überraschenden Acts, die da auftreten. Doch auch das ist in diesem Jahr etwas anders. Das FidM-Team musste sich entscheiden und zügelt fürs zehnte «Festival» in Tirez’ Sommerbar.
Musik und Poesie
Das «Klein FidM» findet am Freitag, 7., und Samstag, 8. August, jeweils ab 15 Uhr auf dem «Studentenmätteli» an der Reuss statt. Dafür wird die Sommerbar «Stiefelchnächt» vergrössert, sie kann je 250 Personen einlassen und ist in drei Sektoren unterteilt. Das Aufgebot an Acts ist ausgezeichnet: Am Freitag präsentieren die «einheimischen» international bekannten «Al Pride» sogar erstmals ihr neues Album «Sweet Roller». Abgelöst werden sie von der scharfzüngigen Fricktaler Slam-Poetin Patti Basler.
Am Samstag sind es die weit über die Landesgrenzen hinaus bekannten «Black Sea Dahu», der Slam-Poet, Satiriker und Komiker Renato Kaiser mit seinem Bühnenprogramm «Hilfe», die Westschweizer Musikband «Meimuna» und «Mr. Chapman», der herausragende Gitarrist der Band «One Sentence».


