Exklusiver Schulschluss
07.07.2020 Region UnterfreiamtZensurfeier der Oberstufe Villmergen mit Präsentation der Abschlussprojekte
Die obligatorische Schulzeit ist für die zwei Real- und zwei Sekundarklassen zu Ende. Der Schulschluss fand im kleinen Rahmen statt, dafür aber mit Handschlag und toller Unterhaltung. ...
Zensurfeier der Oberstufe Villmergen mit Präsentation der Abschlussprojekte
Die obligatorische Schulzeit ist für die zwei Real- und zwei Sekundarklassen zu Ende. Der Schulschluss fand im kleinen Rahmen statt, dafür aber mit Handschlag und toller Unterhaltung.
Chantal Gisler
In diesem Jahr ist alles anders. Das merken vor allem die Abschlussklassen. Doch die Zensurfeier lassen sich die Villmerger Schüler trotz Corona nicht nehmen. «Wir haben uns bewusst entschieden, einen kleineren Anlass durchzuführen», sagt Matthias Hausherr, Stufenleiter der Oberstufe.
Es ist nicht die übliche, normale Zensurfeier in der grossen Turnhalle im Dorf. Die Eltern und Verwandten sind nicht dabei. Und trotzdem setzen die Lehrpersonen alles daran, den Anlass schön zu gestalten. Zwei Realund zwei Sekundarklassen wurden am Donnerstag verabschiedet. Vor der eigentlichen Feier durften die Schülerinnen und Schüler ihre Abschlussprojekte zeigen. Eine Tradition der Oberstufe Villmergen. Im letzten Semester muss jeder ein Projekt erarbeiten und dieses dokumentieren, ähnlich wie eine Maturarbeit. Eigentlich sollten die Projekte an Pfingsten an einer Ausstellung den Eltern und Verwandten gezeigt werden. Wegen Corona fand die Ausstellung im kleinen Rahmen vor der Zensurfeier statt. Jeder Schüler durfte zwei Besucher mitnehmen.
Die Route entlang den Ständen ist genau vorgegeben. Rund 60 Projekte werden hier ausgestellt.
Beeindruckende Projekte
Unter den Projekten finden sich wahre Kunstwerke. Wie beispielsweise das PVC-Instrument von Kilian Sommer. Ein riesiger Kasten aus Holz. Innen biegen sich zahlreiche PVC-Rohre umeinander. Die Öffnungen schauen aus dem Kasten. Schlägt man mit einem speziellen «Schlagschuh» auf die Öffnung, erklingt ein Ton. Je kürzer das Rohr, desto höher der Ton. «Ich habe sie wie Klaviertasten angeordnet», erklärt der 15-Jährige. Mit einem Stimmgerät hat er die Länge der Rohre bestimmt. Wie kommt man auf eine solche Idee? «Ich habe mich von Youtube-Videos inspirieren lassen», sagt er und spielt einen kurzen Ausschnitt von «Smoke on the Water» von «Deep Purple».
Ein paar Stände weiter steht Mathis Meier. Er hat aus einem Ölfass und einem Abfalleimer einen Räucherofen gebaut. Durch einen Hebel kann man bestimmen, wie viel Rauch im Fass bleiben soll. «Zwei Forellen und einen Wels habe ich darin schon geräuchert», erklärt der 15-Jährige stolz. Auf die Idee kam er, weil er in seiner Freizeit gerne angeln geht und die Fische gerne verwerten will.
Die Projekte der Schüler reichen von einem Auto bis hin zu künstlerischen Arbeiten. Sogar ein Hasenstall ist darunter. Zwei Projekte werden an der Zensurfeier vorgetragen: Das PVC-Instrument und eine Tanzchoreografie. «Alles in allem war es ein grosser Erfolg», sagt Lehrer Markus Koepfli, während die Schüler die Turnhalle aufräumen, um für die Zensurfeier Platz zu machen. «Wir werden darüber nachdenken, ob wir die Ausstellung nicht jedes Jahr so machen wollen.»
Ein sicherer Handschlag
In der Mitte der Turnhalle werden Bänke aufgestellt. Ein Schwedenkasten dient als Rednerpult für Schulleiter Matthias Hausherr. «Das ist ein wichtiger Moment für euch», sagt Hausherr. «Eure Schulkarriere geht zu Ende. Und dieses Ende geht in die Geschichte ein.» Den grössten Teil des letzten Semesters konnten die Schülerinnen und Schüler nicht in der Schule verbringen. Auch das Abschlusslager fiel ins Wasser. Doch davon werden sie sich auf jeden Fall nicht unterkriegen lassen. «Mit euren Projekten habt ihr gezeigt, dass ihr für das Berufsleben bereit seid.» Mit lauter Stimme verkündet der Schulleiter nun: «Hiermit erkläre ich eure obligatorische Schulzeit für beendet.» Die Schüler jubeln. Eins nach dem anderen werden die Zeugnisse verteilt.
Auf den obligaten Handschlag möchte der Schulleiter nicht verzichten. Die Schüler und Lehrer desinfizieren sich vor und nach dem Handschlag die Hände. Damit sie so in einen neuen, spannenden Lebensabschnitt starten können.




