Wohlen, die Zirkusstadt
26.06.2020 WohlenCompagnie Roikkuva hat ihr Zelt erhalten
Nicht der Monti, sondern die Wohler Compagnie Roikkuva baute gestern ihr Zelt auf dem Merkurareal auf.
Der Circus Monti macht schon seit vielen Jahren beste Werbung für Wohlen. Seit gestern ist er nicht ...
Compagnie Roikkuva hat ihr Zelt erhalten
Nicht der Monti, sondern die Wohler Compagnie Roikkuva baute gestern ihr Zelt auf dem Merkurareal auf.
Der Circus Monti macht schon seit vielen Jahren beste Werbung für Wohlen. Seit gestern ist er nicht mehr der einzige Zirkus im Ort. Die ehemaligen «Montis» Andreas Muntwyler und Ulla Tikka haben sich zusammen mit ihren Freunden von Roikkuva einen Traum erfüllt und sich ein Zelt angeschafft. Gestern probten sie erstmals das Aufstellen.
Gemeinsam geht es besser
Die Wohler Compagnie Roikkuva hat ihr erstes Zelt auf dem Merkurareal aufgebaut
Man weiss es: Der Circus Monti geht dieses Jahr nicht auf Tour. Trotzdem steht seit gestern ein Zirkuszelt auf dem Merkurareal. Mit dem Aufbau beginnt für die Compagnie Roikkuva ein neues Kapitel. Bis Ende Juli wird hier das neue Programm geübt.
Chregi Hansen
Sie mussten viel Geduld haben. Im März sollte das neue Zelt eigentlich geliefert werden. Dann kam Corona. Und in Italien stand die Produktion still. Am Mittwochabend war es dann endlich so weit. «Hurra. Unser Zelt ist da», verkündete Roikkuva über die sozialen Medien.
Bereits am Donnerstag stand dann der erste Aufbau auf dem Programm. Dabei bekamen die Mitglieder der Compagnie – Lukas Stäger, Andreas Muntwyler, Ulla Tikka und Michael Durrer – wertvolle Hilfe. Das ist der Vorteil, wenn man zu einer Zirkusfamilie gehört. Andreas Neffe Tobias Muntwyler ist in den letzten Jahren zum Aufbauspezialisten geworden, hat er doch die Führung der Zeltvermietung inne. «Der erste Aufbau ist immer eine Herausforderung. Das ist nicht wie bei einem Ikea-Möbel, da muss man schon etwas verstehen von der Materie», sagt Tobias Muntwyler. «Man muss sich selber herantasten und herausfinden, wie man am besten vorgeht.»
Fast ein Familienprojekt
Auch Tobias’ Bruder Mario ist vor Ort und packt mit an. Es ist eine willkommene Abwechslung, schliesslich kann der Artist derzeit nicht auftreten. Und selbst Andreas’ Bruder Nick ist mit von der Partie. «Ich habe es nicht vermisst», lacht er, der früher auch mit dem Monti unterwegs war. «Den Auf- und Abbau habe ich damals nicht gemocht. Aber hier auszuhelfen, das macht durchaus Spass.» Der Premierenaufbau wird quasi zur Familienangelegenheit. «Wir sind froh, dass wir diese Unterstützung bekommen», sagt denn auch Ulla Tikka. Zwar verfügen sie und Andreas Muntwyler auch über Zirkuserfahrungen, aber in den vergangenen 15 Jahren traten sie auf Bühnen und an Festivals auf. Mit dem eigenen Zelt gehen sie sozusagen zurück zu den Wurzeln.
Nachdem die Masten endlich stehen, geht es an das Auslegen und Auf hängen der Zeltwände. Viel Schweiss fliesst an diesem Tag. Und immer wieder wird das passende Material gesucht. Nach und nach nimmt das Zelt mit seinen 11 Meter hohen Masten und den 18 Metern Durchmesser Formen an. Und zwar genau an dem Ort, wo seit einiger Zeit auch der grosse Circus Monti sein Wohler Gastspiel gibt. «Wir sind sehr froh, dass wir das Zelt hier aufstellen und nachher hier üben dürfen», sagt denn auch Andreas Muntwyler.
Premiere erst im September
Bis Ende Juli wird auf dem Merkurareal das neue Stück einstudiert. Auch wenn das Programm in den Grundzügen schon steht, gibt es noch viel zu tun. «Jetzt fängt die eigentliche Entwicklung des Stückes an», sagt Ulla Tikka. «Es geht darum, nun alles dem Raum anzupassen. Und uns zu überlegen, wie wir Licht und Ton einsetzen. Es kommt noch viel Arbeit auf uns zu.» Trotzdem sind die beiden Artisten und ihre Mitstreiter aus der Compagnie optimistisch. Auch wenn die geplante Premiere im Tessin abgesagt wurde. «Der Aufwand, für zwei Vorstellungen ins Tessin zu reisen, wäre zu gross geworden», so Muntwyler.
Nun feiert das neue Programm mit dem Titel «Empire of fools» eben erst im September Premiere, bevor dann eine kleine Tour folgt. Sechs Gastspiele sind diesen Herbst noch geplant. Nichts wird mit dem Gastspiel im Rahmen des eigenen Bühnenfestivals Nousu im Rahmen der Sommerbar. «Eigentlich wollten wir das Stück dort auch zeigen, aber das Gelände auf dem Isler-Areal ist nicht geeignet. Jetzt werden wir ein anderes Programm präsentieren», erklärt Lukas Stäger.



