Landi setzt auf Hanf
01.05.2020 Region OberfreiamtAuch 2019 hatte die Landi Freiamt keinen Grund zur Klage. Die Geschäftsergebnisse waren ausgezeichnet. Das Projekt «Hanfanbau)» soll ausgebaut werden. Bauprojekte in Merenschwand und Boswil bestanden die öffentliche Auflage «schadlos». Wie das laufende ...
Auch 2019 hatte die Landi Freiamt keinen Grund zur Klage. Die Geschäftsergebnisse waren ausgezeichnet. Das Projekt «Hanfanbau)» soll ausgebaut werden. Bauprojekte in Merenschwand und Boswil bestanden die öffentliche Auflage «schadlos». Wie das laufende Geschäftsjahr hingegen aussehen wird, steht wegen Covid-19 noch in den Sternen. --sus
Knacknüsse lösen
Landi Freiamt erzielt 2019 ausgezeichnete Geschäftsergebnisse
Obwohl die Umsätze der Landi Freiamt in jedem Geschäftsbereich stiegen, lässt sich wegen COVID-19 keine gesicherte Aussage über den weiteren Geschäftsverlauf machen. In den Bauprojekten Boswil und Merenschwand konnten bis Mitte März wesentliche Meilensteine erzielt werden. Zudem soll der Hanfanbau weiter ausgedehnt werden.
Susanne Schild
«Im Vergleich mit anderen Landi-Genossenschaften gehören wir in Bezug auf die Ertragslage klar zu den Klassenbesten», ist dem Geschäftsbericht 2019 der Landi Freiamt zu entnehmen. Der Bruttogewinn nahm von 15,3 auf 15,8 Millionen Franken zu, die Marge stieg von 17,3 auf 17,5 Prozent. Zusammen mit den Miet- und Dienstleistungserträgen resultiert ein Betriebsertrag von 17,5 Millionen Franken. Wieder beantragt die Verwaltung eine Rückvergütung an die Mitglieder in Form einer Gewinnausschüttung und eine Erfolgsbeteiligung für die Mitarbeitenden.
«Aufgrund der gravierenden Turbulenzen lässt sich aktuell keine gesicherte Aussage über den weiteren Geschäftsverlauf machen. Gesellschaftlich und volkswirtschaftlich betrachtet werden die Risiken in der zweiten Märzhälfte als sehr bedrohlich eingestuft», teilt Daniel Urech, Mitglied der Geschäftsleitung, mit.
Zwei Meilensteine gesetzt
Das Baugesuch zum Neubau Merenschwand befand sich vom 18. Oktober bis 19. November 2019 und dasjenige zum Neubau Boswil vom 13. Dezember 2019 bis 20. Januar 2020 in der Planauflage. Erfreulicherweise gab es bei beiden Projekten keine Einsprachen. «Zwei wesentliche Meilensteine konnten gesetzt werden», streicht Daniel Strebel, Geschäftsführer Landi Freiamt, heraus. Jetzt liege es an den kantonalen Baubehörden und den beiden Gemeinden, die definitive Baubewilligung zu erteilen. «Wir sind immer noch guten Mutes, mit den Bauarbeiten Mitte 2020 endlich zu starten», hofft er weiter.
Volg-Dorfläden behaupten sich
Das Marktumfeld im Schweizer Detailhandel bleibt unverändert anspruchsvoll. «Umso bemerkenswerter ist, dass sich unsere Volg-Läden in diesem Umfeld hervorragend behaupten und dabei noch kontinuierlich wachsen», informiert Roman Villiger, Bereichsleiter Volg und TopShop. So konnte im Zuge der permanenten Erneuerung der Verkaufsstellen im Jahr 2019 der Volg-Laden in Wohlen aufgefrischt werden. Auch die Renovation des Volg-Ladens in Beinwil konnte Ende Februar erfolgreich abgeschlossen werden. «Wir glauben an uns und bleiben uns treu. Volg führt seine Nischenpolitik konsequent fort und fokussiert sich auf seine Stärken wie Nähe, Erreichbarkeit, Frische und Swissness», betont Villiger weiter.
Innovativ und nachhaltig
«Als innovativ und nachhaltig bezeichnen wir unser Engagement im Projekt ‹Hanfanbau im Freiamt›», streicht Daniel Strebel heraus. Im ersten Projektjahr erklärten sich 14 Landwirte bereit, mitzuwirken, und bauten auf 25 Hektaren Hanf an. «Dem primären Ziel, möglichst viele Erfahrungen im Anbau zu sammeln, um Wissen aufzubauen und die Erntesicherheit für die Zukunft zu erhöhen, kamen wir einen grossen Schritt näher», bestätigt er weiter. Aus der ersten Ernte resultierten knapp 15 Tonnen gereinigte, getrocknete Hanfnüsse, die ab diesem Frühjahr zu geschälten Hanfnüssen, Hanföl und Hanfprotein veredelt und anschliessend in den Verkaufskanälen angeboten werden. «Die Pionierphase bietet neben den besonderen Chancen eines Wachstumsmarkts aber auch viele unerwartete Knacknüsse, die es zu lösen gilt», räumt Daniel Urech ein. Um den Markt zu entwickeln, möchte die Landi Freiamt die Anbauflächen und somit die Mengen deutlich ausdehnen. Durch die gemeinschaftlich organisierten Prozesse könnten die Kosten optimiert werden. Zudem engagiere man sich auf der politischen Ebene für eine Direktzahlungsberechtigung von Hanf für die menschliche Ernährung.
«Gschid tue»
Das Projekt «Hanf im Freiamt» sei ein Beispiel, wie sich die Landi Freiamt mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftige, betont Daniel Urech. Immer mehr würden sich die Kunden, Mitglieder, Mitarbeitenden sowie die Gesellschaft für die Fussabdrücke, die sie mit ihrer Geschäftstätigkeit auf unserem einzigartigen und wunderbaren Planeten hinterlassen, interessieren. Vermehrt gelte: Gutes tun und darüber berichten. «Die Wertschöpfung soll möglichst innerhalb der Region beziehungsweise im Freiamt bleiben. Hier sind wir gut unterwegs, was die ausgezeichneten Geschäftsergebnisse der letzten Jahre zeigen. Wir wollen weiterhin Klassenbeste bleiben», so Daniel Urech.


