Vorfreude ist die beste Medizin
03.04.2020 WohlenZum dritten Mal wird das Isler-Areal zur Sommerbar
Die Bewilligung ist da, das Programm steht, der Grossteil der Helfer ist rekrutiert. Ab 4. Juni soll die Sommerbar wieder zum Treffpunkt werden.
Chregi Hansen
Es tut gut: In ...
Zum dritten Mal wird das Isler-Areal zur Sommerbar
Die Bewilligung ist da, das Programm steht, der Grossteil der Helfer ist rekrutiert. Ab 4. Juni soll die Sommerbar wieder zum Treffpunkt werden.
Chregi Hansen
Es tut gut: In einer Zeit, in der es eigentlich nur Absagen hagelt, braucht es auch Dinge, auf die man sich freuen kann. Und auch wenn derzeit niemand weiss, wie sich die Situation im Juni präsentiert, hält das OK an seinem Fahrplan fest. Die Wohler Sommerbar soll vom 4. Juni bis 15. August stattfinden.
Bereits zum dritten Mal also wird das Isler-Areal zum Treffpunkt der Bevölkerung. Unter freiem Himmel locken an elf Wochenenden ganz viele Kulturevents – von Konzerten über Theater bis hin zu einem Artistenfestival. «Aber es wird auch Abende ohne Programm geben, an denen man sich einfach trifft und die Idylle geniesst», erklärt OK-Chef Remo Hofmann. Die vergangenen beiden Jahre haben gezeigt, dass die Wohler Bevölkerung ein solches Angebot enorm schätzt. Und dass dieses Konzept auf Anklang stösst.
Aber haben die Organisatoren keine Angst, dass wegen Corona auch für sie Absagen drohen? «Natürlich beschäftigt uns das Thema. Aber dank unseren einfachen Strukturen können wir besser damit umgehen», sagt Hofmann. Es ist problemlos möglich, den Auftakt zu verschieben. Selbst eine komplette Absage könnte das OK verkraften. «Das würde uns natürlich enorm wehtun, aber finanziell wäre es nicht verheerend», so der OK-Chef. Doch so weit will er gar nicht denken. «Wir hoffen alle, dass wir pünktlich loslegen können. Man muss sich doch auf etwas freuen können», sagt er.
Barkeeper als Traumjob?
Das Programm für die Sommerbar vom 4. Juni bis 15. August nimmt Konturen an
Neun Konzerte sind bisher auf der Facebook-Seite aufgelistet. Etliche werden noch dazukommen. «Wir wollen das Programm häppchenweise präsentieren und so Spannung erzeugen», lacht OK-Chef Remo Hofmann.
Chregi Hansen
«Wir sind optimistisch», sagt Remo Hofmann. Heisst: Die Sommerbar soll wie geplant am 4. Juni loslegen. Und wenn nicht, dann ist das auch nicht tragisch. «Dann starten wir eben eine Woche später. Oder erst Ende Juni. Oder gar im Juli. Wir sind flexibel», sagt Hofmann. Von Corona lässt sich das 15-köpfige OK die Vorfreude jedenfalls nicht verderben.
Und die Vorfreude ist gross. Bei den Machern sowieso. Bei den potenziellen Besuchern ebenso. Aber auch bei den vielen Freiwilligen, welche einen solchen zehn Wochen dauernden Event erst möglich machen. «Das Konzept der Sommerbar lebt von der Mitarbeit vieler. Jeder, der will, kann sich beteiligen. Und ganz viele wollen helfen. Einmal hinter statt vor der Bar stehen, das macht offenbar Spass. Wir haben einen Grossteil der Schichten bereits besetzt», freut sich der OK-Chef. Und er ist überzeugt, dass niemand das Helfen bereuen muss. «Aus Erfahrung wissen wir, dass es immer Gäste hat. Sogar bei Regen.»
Den Gewinn wieder investiert
Das Konzept der Freiwilligenarbeit macht es auch möglich, dass die Macher trotz Corona noch entspannt sind. Die Strukturen der Sommerbar sind sehr einfach gehalten, sodass eine Verschiebung oder gar eine Absage keine gravierenden Folgen hätte. Dazu kommt ein finanzielles Polster, welches in den beiden Vorjahren angelegt wurde. «Wir haben letztes Jahr einen grösseren Gewinn gemacht. Es gehört zu unserer Philosophie, dass wir dieses Geld nicht horten, sondern wieder in die Kultur investieren», erklärt Hofmann.
Und das hat der Verein für Kultur Wohlen, unter dessen Dach die Sommerbar organisiert wird, auch getan. Zum einen wurde ein zweiter Barwagen angeschafft. Weil somit kaum noch Fremdmaterial gemietet werden muss, wäre eine Verschiebung kein Beinbruch. Anderseits können dank des Gewinns im Vorjahr in diesem Jahr höhere Gagen bezahlt werden. Trotzdem will man jetzt nicht plötzlich «grosse Namen» engagieren. Dafür kleine Perlen, die bestens auf die selbst gezimmerte Freiluftbühne passen.
Spannendes Programm
«Die gute Atmosphäre an unserer Sommerbar hat sich herumgesprochen. Wir haben viele Anfragen von Bands, welche auftreten wollen», berichtet Hofmann. Neun Konzerte sind bereits angekündigt, weitere sollen folgen – die musikalische Bandbreite ist gross. Den Auftakt machen Triaz mit ihrem Mix aus Jazz, Pop und Klassik. In den kommenden Wochen gibt es aber auch Folkpop, Worldmusic, Mundart-Pop, Reggae, Rocksteady und vieles mehr zu hören.
Aber nicht nur Musik ist auf dem Programm. Der Sternensaal bringt beispielsweise ein Kindertheater auf die Bühne, Slam-Poet Dominik Muheim und Kollege Valerio Moser laden zu einer Fun-Lesung rund um David Hasselhoff, und Andreas Muntwyler und Ulla Tikka planen wiederum ein artistisches Bühnenfestival, welches diesmal sogar zwei Tage dauert. «Wir sind immer offen für neue Ideen», betont Hofmann. Genau so, wie man sich für eine Barschicht melden kann, darf man auch einen Event auf die Beine stellen. «Wir stellen die Infrastruktur zur Verfügung und helfen bei der Durchführung. Die Sommerbar soll eine Plattform werden, die ganz vieles möglich macht», betont der OK-Chef. Aber: Es soll nicht jeden Tag Rambazamba geben. «Wir planen auch Abende ohne Programm. Viele wollen sich auch nur treffen und gemütlich beisammensitzen», weiss Hofmann.
Schliesslich ist das Isler-Areal im Sommer ein idyllisches Plätzchen. Auf einen Teil der Idylle muss man aber dieses Jahr verzichten. «Ein Feuer zum Bräteln wird es nicht geben. Dies aus Rücksicht auf die Anwohner», so Hofmann. Hungern muss trotzdem niemand, denn im Gegenzug macht jeden Abend ein Foodtruck halt auf dem Gelände, und auch das Kulti-Team wird zwischendurch den Kochlöffel schwingen. Bühne und Bar werden leicht anders angeordnet, um die Lärmbelastung zu mindern. Im Vorfeld haben die Organisatoren mit allen Anwohnern das Gespräch gesucht, um mögliche Konflikte zu vermeiden. Die Bewilligung wurde danach rasch erteilt. Etwas Sorge bereitet den Machern die Baustelle am Bärengässli. «Es braucht da Absprachen, damit man einander nicht in die Quere kommt. Aber ich bin sicher, dass dies möglich ist.»
Wissenschaftlich untersuchen
In diesem Jahr werden aber nicht nur Gäste aus dem Freiamt die Sommerbar besuchen, sondern auch Studenten der Fachhochschule Nordwestschweiz in Olten. Der Wohler Event ist Teil eines Forschungsprojekts. In einer wissenschaftlichen Arbeit soll untersucht werden, was eine Zwischennutzung leer stehender Areale und Gebäude den Gemeinden bringt. In Wohlen weiss man bereits, dass daraus ein wunderbarer Treffpunkt entstehen kann, nun soll dies auch genau analysiert werden. «Wir sind gespannt auf die Resultate», sagt Remo Hofmann.




