Musikerlebnis der Spitzenklasse
06.03.2020 Wohlen
Simply music: Konzert der Kantonsschule Wohlen
Obwohl die Veranstaltung am letzten Sonntag auf wackligen Beinen stand, konnten die Organisatoren schliesslich aufatmen. Die verschiedenen musikalischen Formationen konnten ihr grosses Können ...
Simply music: Konzert der Kantonsschule Wohlen
Obwohl die Veranstaltung am letzten Sonntag auf wackligen Beinen stand, konnten die Organisatoren schliesslich aufatmen. Die verschiedenen musikalischen Formationen konnten ihr grosses Können beweisen.
Für einen musikalischen Ohrenschmaus sorgten die verschiedenen Ensembles der Kantonsschule Wohlen. Eine breite Palette musikalisch virtuoser Musik wurde dabei geboten. Zu hören waren der Chor, die Kantiband und das Orchester, welches mit einer Sinfonie von Benjamin Britten aus vier Akten begann.
Die Leitung des Orchesters hatte Eva Noth, ausgebildete Violinistin und Musiklehrerin, inne. Die Namensgebung der musikalischen Veranstaltung beruhte auf dem Namen der Sinfonie, nämlich «Simple Symphony», übersetzt «einfache Sinfonie». Diese selbst basiert auf acht Kindheits-Themen des Komponisten Edward Benjamin Britten, englischer Komponist, Dirigent und Pianist. Zwei Themen pro Satz, für die er eine besondere Vorliebe hatte.
Bewilligung notwendig
Ursprünglich wurde die Sinfonie für ein Schulorchester geschrieben, es gibt aber auch eine Vorlage für Streichquartett. Eva Noth erklärte nach der Veranstaltung, die Schüler wären doch sehr enttäuscht gewesen, hätten sie das Geübte nicht dem Publikum präsentieren können. Denn für diese Veranstaltung brauchte es eine Bewilligung des kantonsärztlichen Dienstes, welche dann auch zur Freude aller ausgestellt wurde.
Austausch in Norwegen
Auf das Orchester folgte der Chor unter der Leitung von Musiklehrer Walter Siegel. Ursprung des Programms war ein musikalischer Choraustausch mit der Schule in Tynset im Norden Norwegens. Für die Schüler ist und war es ein spannendes und amüsantes Abenteuer, denn die musikalische Kommunikation bringt Verbindungen. «Wir haben sehr viele Stunden geübt, um Norwegisch zu lernen. Aber viel wichtiger für uns war der Austausch. Wir haben die Menschen dort oben kennengelernt, welche wirklich abseits von den grossen Städten wohnen, aber eine grosse Gemeinschaft haben. Alle singen miteinander, und das war megacool», erzählte einer der Schüler.
Die Lieder wurden in den verschiedenen Landessprachen vorgetragen. «In Norwegen haben wir auch trainiert, wie man am besten auftritt. Austausch betrifft ja nicht nur die Schüler, auch die Lehrpersonen», so Walter Siegel. Begeistert über die unfassbar grosse Anzahl von hoch motivierten jungen Leuten, die singen, kündigte er die Lieder jeweils an. Als Erstes kam die welsche Schweiz an die Reihe mit «Soir d’octobre», ein sehr melancholisches Lied, das sich aber letztlich auf die Kraft der Liebe besinnt, gefolgt von einem Tessiner Stück, welches sich fröhlicher und quirliger präsentierte.
Volkslieder und Mozart
Darauf kündigte Siegel ein luzernisches Mundartlied mit dem Titel «Aber gäll, aber gäll, Du hetsch mi gern» an. Das Stück wurde während des Austauschs auch dem norwegischen Chor beigebracht, und dieser hat die Schweizer Schüler umgekehrt das Stück «Hast Du meine Frau gesehen, die im Übrigen humpelt» auf Norwegisch gelehrt. Ein Lied aus dem Film «Die Eisprinzessin» folgte dem luzernischen Text. Ein A-capella-Stück stammte aus dem Bündnerland. Weiter ging es mit «Abendstimmung am See», einem Lied von Gabriel Rheinberger, archaisch, natürlich und extrem klangvoll vorgebracht. Im Anschluss präsentierten sich Chor und Orchester zusammen und spielten aus Mozarts Requiem «Lacrimosa», ein Ohrenschmaus für Kenner.
Mit Jazz und Blues für Abwechslung gesorgt
Die Kantiband präsentierte sich an diesem Abend unter der Leitung des Berufsmusikers Marcel Suk. Bluesig und jazzig lockerte die Band mit Welthits den Abend ein wenig auf. Soloauftritte von Trompete, Posaune und Saxofon heimsten den wohlverdienten Applaus des Publikums ein. Ein gesanglicher Auftritt rundete die Darbietung der Kantiband ab.
Unter tosendem Applaus läuteten dann ein Ensemble aus Chor, Orchester und Band mit «ABBA»-Liedern das Veranstaltungsende an. Mit Freude wird nun der Gegenbesuch des norwegischen Chors erwartet, und später ist dann noch ein klassischer Auftritt unter dem Motto «Das Ohr isst mit» in der Kirche vorgesehen. Weitere Termine werden später veröffentlicht. --rzi


