Kein Zugang ins Grüne
24.03.2020 WohlenDer Schüwo-Park wurde komplett geschlossen – die Gesundheit geht vor
Die Eissaison konnte mehr oder weniger normal abgeschlossen werden. Der öffentliche Park bleibt hingegen zu.
Chregi Hansen
Noch dürfen ...
Der Schüwo-Park wurde komplett geschlossen – die Gesundheit geht vor
Die Eissaison konnte mehr oder weniger normal abgeschlossen werden. Der öffentliche Park bleibt hingegen zu.
Chregi Hansen
Noch dürfen die Schweizer trotz Corona unter bestimmten Bedingungen an die frische Luft – eine komplette Ausgangssperre gibt es bisher nicht. Auch Spielplätze sind noch nicht komplett verboten. Da würde sich doch ein Besuch im Schüwo-Park geradezu anbieten. Viel Grün, viel freie Fläche und gute Möglichkeiten für die Kinder, sich etwas zu bewegen. Zudem war die Nutzung des Areals als Park ein Argument vor der damaligen Abstimmung zur Sanierung.
Wer sich aber in diesen Tagen auf den Weg zum Sportpark macht, der steht vor geschlossenen Türen. Mit dem Ende der Eisbahn-Saison vor gut einer Woche wurde auch der Park dichtgemacht. Doch wäre es gerade in der jetzigen Zeit nicht wichtig, eine solche Oase anbieten zu können? Es sei nicht so, dass man das Gelände nicht zur Verfügung stellen will, so Geschäftsführer Christian Meier. «Aber wir wollen auch unsere Mitarbeitenden schützen, darum haben wir entschieden, dass der ganze Park geschlossen bleibt», erklärt er. So braucht es weniger Personal – und dieses kommt nicht in Kontakt mit anderen Leuten. Derzeit laufen noch Aufräumarbeiten in der Halle. «Dafür bitten wir um Verständnis», sagt Meier.
Nicht mehr betroffen von den Massnahmen war die Eisbahn. Sie schloss ihre Türen planmässig am 15. März. Trotzdem hatte die Coronakrise Auswirkungen auf den Betrieb. Dies trübt die sonst gute Bilanz – und das Virus könnte Einfluss haben auf die Badi-Saison.
«Besucher aus nah und fern»
Interview mit Christian Meier, Geschäftsführer des Sportparks Bünzmatt, zur abgelaufenen Eissaison
Vom Lockdown war der Schüwo-Park nicht mehr direkt betroffen, die Saison ging schon einen Tag vorher zu Ende. Doch die Coronakrise hatte Einfluss auf die letzten Wochen. Und behindert jetzt auch die Vorbereitung auf die Badi-Saison. «Wir versuchen bestmöglich durchzukommen», sagt der Geschäftsführer.
Chregi Hansen
Die Wintersaison geht mit einem Paukenschlag zu Ende. Neben vielen anderen Betrieben mussten auch alle Sportparks geschlossen werden. Ihre Gedanken dazu?
Christian Meier: Es ist vollkommen klar, dass auch wir unseren Beitrag leisten, um diese Krise zu meistern. Nur Solidarität aller hilft, damit wir möglichst rasch wieder in die Normalität zurückkehren können. Doch bin ich nicht der Typ, der gross jammert, ich denke, das nützt nichts. Wir versuchen bestmöglich durchzukommen und uns bereits auf die Zeit danach möglichst optimal vorzubereiten.
Hätten Sie ohne diesen Entscheid länger geöffnet gehabt?
Nein, von daher hatten wir Glück. Genau am Sonntag, 15. März, war der letzte Tag der Eissaison. Wir konnten die Saison mit einem herrlichen Tag abschliessen. Einzig die letzten Tage mussten wir darauf achten, dass im Bistro nicht mehr als 50 Personen gleichzeitig anwesend waren und in der gesamten Eishalle nicht mehr als 100. Der Lockdown vom Montag hat die Eishallensaison somit betrieblich nicht mehr betroffen.
Dann ist der Schaden also klein?
Wirtschaftlich wird die Coronakrise auf jeden Fall Konsequenzen haben. So mussten das Schaulaufen des Eislaufclubs und das Moskitoturnier sowie die Eisdisco des HC Wohlen-Freiamt leider abgesagt werden. Zwischenzeitlich wurden auch diverse andere Events bei uns aufgrund des Virus abgesagt. Wie gross dieser Schaden sein wird, können wir noch nicht abschätzen. Für eine kleine Firma wie die unsrige sind diese nicht realisierten Einnahmen jedoch erheblich.
Wie war die Stimmung im Betrieb nach der Bekanntgabe des Lockdown?
Die Stimmung war sicherlich etwas gedrückt. Aufgrund der unsicheren Situation weiss niemand, wie man adäquat reagieren soll. Grundsätzlich haben aber alle Mitarbeitenden grosses Vertrauen in die Behörden und sind sich bewusst, dass es diese Massnahmen nun ganz einfach braucht.
Nicht nur die Eishalle, sondern auch der Parkbereich ist geschlossen. Hier hätten die Menschen noch etwas relaxen können, und der Spielplatz wäre sicher eine Hilfe für Familien.
Aufgrund dessen, dass wir auch unsere Mitarbeitenden schützen möchten, haben wir entschieden, dass der ganze Park geschlossen bleibt. So muss niemand vor Ort sein, um aufzuschliessen und am Abend wieder zuzuschliessen sowie vor allem, um den Kehricht in der Anlage zu entfernen. Wir bitten alle um Verständnis, dass auch wir unsere Mitarbeitenden und deren Angehörige schützen möchten und – wo immer möglich – das Arbeiten zu Hause im Vordergrund steht.
Wie zufrieden sind Sie mit der Saison insgesamt?
Wir sind sehr zufrieden mit der Saison. Als Höhepunkte sind sicherlich die vier Eisdiscos anzusehen. Allesamt waren sie ein Riesenerfolg und haben viele Besucher aus nah und fern angezogen.
Wie sieht es mit den konkreten Zahlen aus, gerade auch im Vergleich zum Vorjahr?
Die genauen Zahlen kann ich noch nicht bekannt geben, da wir noch an der Analyse sind. Was ich aber bereits berichten kann, ist die Tatsache, dass wir die sehr guten Besucherzahlen des letzten Jahres halten konnten.
Welche Rückmeldungen haben Sie im Laufe der Saison erhalten?
Die Rückmeldungen der Besucher waren nach wie vor sehr gut. Es wird unglaublich geschätzt, dass jetzt eine Planungssicherheit besteht. Aufgrund der Überdachung können wir gewährleisten, dass, egal welches Wetter herrscht, das Eislaufen auf jeden Fall stattfinden kann.
Welche Verbesserungen konnten im Vergleich zum letzten Jahr erzielt werden?
Verbesserungen konnten wir seit dem 1. März vor allem im Bereich der Gastronomie präsentieren. Dadurch, dass wir die Marco Polo Business Apartments AG als neuen Pächter präsentieren konnten, wurde sowohl die Gastfreundlichkeit als auch das Angebot sowie die Qualität merklich verbessert.
Gibt es bereits neue Ideen für die nächste Eissaison?
Aufgrund dessen, dass wir schon jetzt sehr gut ausgelastet sind, haben weitere Anlässe in der Eissaison keine Priorität. Weil wir das öffentliche Eislaufen, das Schuleislaufen wie auch die Trainings der verschiedenen Vereine nicht reduzieren möchten, sind keine zusätzlichen Events geplant. Ganz sicher werden jedoch die beliebten vier Eisdiscos wieder veranstaltet.
Es gab einige Wechsel im Team. Woran liegt das?
Diese Wechsel waren vor allem im Bereich der Gastronomie zu verzeichnen. Dort konnten wir mit den neuen Pächtern bereits die richtigen Weichen stellen.
Hat die momentane Situation Auswirkungen auf die Vorbereitung der Sommersaison?
Ja, die Coronavirus-Situation hat grosse Auswirkungen auf die Vorbereitungen der Sommersaison. Da wir heute noch nicht definitiv voraussehen können, wie sich alles entwickelt, können wir die jetzt nötigen Arbeiten (Becken leeren, Becken putzen usw.) noch nicht in Angriff nehmen.
Sind zumindest die Probleme bezüglich der elektrischen Installationen jetzt gelöst?
Diese Probleme wurden gelöst, und die letzten Tests werden gemacht, sobald alle Systeme wieder heraufgefahren wurden. Wir sind sehr guter Dinge, dass auch diese Tests positiv ausfallen werden und somit die Freibadanlage ohne Sicherheitsbedenken eröffnet werden kann.
Welche Höhepunkte wird der Sommer bereithalten?
Diesen Sommer haben wir eine ganze Reihe von Events geplant. Neben den bereits arrivierten Anlässen wie der Modellschiff-Ausstellung, den Beachvolleyball-Turnieren, dem Minigolf Open und der Rollschuhdisco können wir diese Saison einen Flohmarkt, ein Modellautorennen, eine Autoausstellung, den Schweizer Cupfinal im Minigolf sowie ein Oktoberfest in unseren Anlagen veranstalten.
Derzeit ist absolut unklar, wann die Massnahmen gelockert werden. Ist allenfalls die Eröffnung der Badi gefährdet?
Da auch wir nicht wissen, wie sich alles entwickeln wird, können wir noch keinen definitiven Termin nennen. Wenn wir davon ausgehen, dass die Massnahmen tatsächlich bis 19. April gelten, dann ist eine Eröffnung der Freibadsaison wie geplant am Montag, 4. Mai, möglich. Sollte sich dies in den nächsten Tagen und Wochen noch verändern, so werden wir dies sicherlich wieder kommunizieren.
Ganz ehrlich: Glauben Sie an eine Eröffnung am 4. Mai?
Da ich von Haus aus ein optimistischer Mensch bin, glaube ich immer noch an den Eröffnungstermin vom 4. Mai. Sollten sich jedoch Änderungen ergeben, so werden wir zeitnah und adäquat reagieren.
Christian Meier ist seit Dezember 2017 Geschäftsführer der Sportpark Bünzmatt AG und damit «Herr» über Eishalle und Badi. Wie viele andere auch arbeitet Meier derzeit im Homeoffice, das Interview fand deshalb schriftlich statt.



