Rund 2000 Bäume dokumentiert
11.02.2020 WohlenHolzerarbeiten an diversen Orten der Gemeinde: Von Schulhaus-Anlagen bis zum Friedhof
Umstürzende Bäume sind im Siedlungsgebiet eine grosse Gefahr für Menschen. Vor allem kranke Bäume sind ein Sicherheitsrisiko. Dieses bekommt man gegenwärtig mit ...
Holzerarbeiten an diversen Orten der Gemeinde: Von Schulhaus-Anlagen bis zum Friedhof
Umstürzende Bäume sind im Siedlungsgebiet eine grosse Gefahr für Menschen. Vor allem kranke Bäume sind ein Sicherheitsrisiko. Dieses bekommt man gegenwärtig mit Holzerarbeiten mitten in der Gemeinde in den Griff.
Daniel Marti
Der Unterhalt des Baumbestands der Gemeinde Wohlen war schon an der Budgetsitzung des Einwohnerrates im Januar ein Thema. Damals wurde der Ausgabenposten kurzerhand kritisiert, aber dann doch grossmehrheitlich bewilligt. Denn im Siedlungsraum gibt es für die Gemeinde auch eine Haftung bei allfälligen Unfällen. «Im Siedlungsraum geht es um die Sicherheit», sagt Roger Isler von der Fachstelle Umwelt und Energie. «Da muss man schon genau abwägen, wie lange man einen Baum stehen lässt.» Vor allem wenn er sein Lebensende erreicht hat oder eben von einer Krankheit befallen ist, dann ist eine Fällung unausweichlich. Bei einem erhöhten Sicherheitsrisiko bleibt im Siedlungsgebiet nur die letzte Massnahme.
Grosser Handlungsbedarf beim Friedhof
Ende Januar gab die Gemeinde bekannt, dass verschiedene Bäume in öffentlichen Anlagen gefällt werden müssen. Beim Schulhaus Junkholz, beim Bünzmatt-Schulhaus, neben der Badi, am Hofmattenweg und bei der Bahnunterführung Villmergerstrasse müssen oder mussten bereits Bäume weichen. Innerhalb der Schulanlagen wurden die Holzerarbeiten in den Sportferien ausgeführt. Somit wurde der Schulbetrieb nicht beeinträchtigt
Der Zustand der gemeindeeigenen Bäume wird regelmässig durch Fachleute des Werkhofes und durch externe Baumpflegespezialisten beurteilt. Beim Baumbestand im Friedhof wird diesbezüglich der grösste Einsatz geleistet, der Friedhof ist als parkähnliche Anlage bekannt und dessen Baumbestand eine Besonderheit. «Teilweise sind die Bäume auf dem Friedhof bis zu 100 Jahre alt», präzisiert Isler. In diesem Sinne wurde bereits im Sommer 2018 das gesamte Friedhofgelände durch eine Expertin inspiziert und analysiert. «Ein Baum musste damals sofort weg», weil eben das Sicherheitsrisiko zu gross war. Dies war nur der Anfang. Beim Friedhof ist der Handlungsbedarf gross.
Friedhof: 20 Bäume weg – und 30 neue
Insgesamt müssen beim Friedhof rund 20 Bäume weichen, vor allem die Allee auf dem Mittelgangweg ist nicht mehr zu retten, die meisten Bäume sind krank, mittlerweile zu schwach. «Und Arbeiten auf dem Friedhof sind oft teurer», so Isler weiter, «denn mit Maschinen zwischen den Gräbern und den Grabsteinen zu arbeiten, das ist nicht nur heikel, sondern auch ein Kostentreiber.»
Die Fällungen beim Friedhof dienen der Sicherheit. Und sie sind ein Resultat der zuletzt zurückhaltenden Bewirtschaftung. «Jetzt müssen wir ein Versäumnis nachholen», sagt Roger Isler, eine gesamte Überarbeitung des Baumbestandes sei eigentlich überfällig gewesen. Denn die letzten zehn Jahre sei in dieser Richtung zu wenig unternommen worden. Im Friedhof müssen also demnächst gegen 20 Bäume weichen. Der Zeitpunkt der Fällung ist noch nicht festgelegt, idealerweise spätestens im Frühling. Aber es gibt raschen Ersatz: Rund 30 Neupflanzungen sind vorgesehen. Und weil am vergangenen Sonntag das Budget an der Urne bewilligt wurde, können nun die Neupflanzungen bestellt werden.
Alle Daten von rund 2000 Bäumen vorhanden
All diese Veränderungen werden dann im Bauminventar der Gemeinde Wohlen Aufnahme finden. Die Fachstelle Umwelt und Energie arbeitet nämlich sehr professionell. Rund 2000 Bäume sind im Siedlungsgebiet der Gemeinde erfasst und dokumentiert. «Alle Bäume, die der Gemeinde gehören oder von der Gemeinde bewirtschaftet werden, sind hier erfasst», so Isler. Und im Bauminventar sind alle möglichen Angaben und Informationen festgehalten: Nummer, Ort, Art, Pflanzungsjahr, Grösse, Unterschutzstellung, Gruppe oder Einzelbestand, Besitz und Zustand. Ob ein Schaden oder eine Krankheit vorliegt, wird ebenfalls dokumentiert. Was dann zu einem Fällungsantrag führen kann. «Mit einem Klick», sagt Roger Isler und zeigt auf seinen Laptop, «bekomme ich sofort einen grossen Überblick.» Das Bauminventar beweist zudem, dass man bei der Gemeinde stets mit einem klaren Plan vorgeht.
Zurück zur Fällaktion letzte Woche. Da wurden die Holzerarbeiten beim Schulhaus Junkholz ausgeführt. Fünf erkrankte Eschen mussten gefällt werden. Typische Eschenwelke. An gleichem Ort und Stelle werden dann vier neue Bäume gepflanzt. «Bei Neupflanzungen», so Isler, «schauen wir darauf, was am besten passt.» Der Klimawandel zeigt auch hier seine Spuren. «Wir pflanzen eher sogenannte Zukunftsbäume, die künftige heisse Sommer besser überstehen werden.» Da steckt auch der Grundgedanke dahinter, dass jeder neu gepflanzte Baum so lange wie möglich leben und erhalten werden kann.
Im Wald ist vieles anders
Bisher wurden ausserhalb des Friedhofs rund 15 Bäume gefällt, mit dem Friedhofareal werden die aktuellen Holzerarbeiten dann zusammen 35 gefällte Bäume ausmachen. Viele dieser Bäume würden im Wald wohl kaum angetastet. «Im Wald herrschen andere Bedingungen und Anforderungen als im Siedlungsgebiet», betont Roger Isler. «Im Siedlungsgebiet geht die Sicherheit einfach vor.» Vor allem von kranken Bäumen geht eine Gefahr aus – bei stürmischem Wetter wie jetzt erst recht. Diese Gefahr und dieses Risiko werden mit der aktuellen Fällungsaktion deutlich gelindert.




