Wie der Vater, so der Sohn
14.01.2020 WohlenUrs Schürmann ist der neue Ehrenkammerer
Mit Tipps im Vorfeld der Wohler Inthronisation ist es so eine Sache. Meist liegen diese komplett daneben. Diesmal aber wurde tatsächlich derjenige zum Ehrenkammerer gekürt, dessen Name zuvor am meisten genannt wurde. Und der ...
Urs Schürmann ist der neue Ehrenkammerer
Mit Tipps im Vorfeld der Wohler Inthronisation ist es so eine Sache. Meist liegen diese komplett daneben. Diesmal aber wurde tatsächlich derjenige zum Ehrenkammerer gekürt, dessen Name zuvor am meisten genannt wurde. Und der das Fasnachtsvirus quasi im Blut hat. 27 Jahre nach seinem Vater Peter wurde jetzt Urs Schürmann zum Wohler Ehrenkammerer gekürt. Passend wurde ihm der Name Urs de Wyhändler verliehen. Damit ist eines jetzt schon klar: An dieser Fasnacht wird es sicher an jedem Anlass allerbesten Wein geben. --chh
Zum Start eine Entschuldigung
Kammergesellschaft kürte Urs Schürmann alias Urs de Wyhändler zum neuen Ehrenkammerer
Lange ist es her: 1983 war Urs Schürmann erstmals an einem Kammerball dabei. Seither hat er diesen Anlass nur ganz selten verpasst. In diesem Jahr wird er den Ball besonders gern besuchen. Er tut dies nämlich als Ehrenkammerer.
Chregi Hansen
Die Geheimniskrämerei rund um den Namen des neuen Ehrenkammerers, sie funktioniert noch immer. Nicht einmal Vater Peter Schürmann, vor 27 Jahren selber in diesem Amt, wusste im Vorfeld Bescheid. «Dabei sitzen wir uns im Büro tagtäglich gegenüber», erklärte der Vater, nachdem er seinem Sohn die Ehrenplakette überreicht hatte. «Aber er hat sich nichts anmerken lassen.»
Der neue Ehrenkammerer Urs de Wyhändler begann darum seine Ansprache auch gleich mit einer Entschuldigung an die Adresse seines Vaters. «Er hat mich mehrfach gefragt, ob ich etwas wisse. Ich musste ihn immer anlügen», gestand er. Und diesmal musste der Ehrenkammerer besonders lange Stillschweigen bewahren. Weil Zeremonienmeister Norbert Hoffmann letztes Jahr sieben Monate auf Reisen war, erfolgte die Anfrage bereits im Frühling. «Norbert hat sich einen Termin geben lassen für eine Weinbestellung. Als er dann zusammen mit Präsident Peter Michel aufgetaucht ist, ahnte ich, was es geschlagen hatte», berichtet der neue Ehrenkammerer. Bestellt hätten sie dann übrigens nichts», fügte Urs Schürmann schmunzelnd an. Das aber folgt sicher noch.
Lange überlegen musste er nach der Anfrage nicht. Schürmann und die Kammerherren, das passt. 1983 war Urs de Wyhändler als Mitglied des Musikvereins erstmals dabei, als der Ehrenkammerer nach dem Apéro von seinem Haus ins Casino begleitet wurde. «Es war extrem kalt. So kalt, dass fast die Ventile an der Trompete eingefroren sind», erinnert er sich. Danach war er immer wieder dabei, wenn die «Musig» vor dem Kammerball aufgeboten war. «Der Vorteil dabei war, dass wir immer Gratiseintritt hatten», fügt er lachend an. In den letzten 37 Jahren habe er den Kammerball nur dann verpasst, wenn er in den Skiferien war.
Die Frau stets an seiner Seite
1993 erlebte er dann hautnah mit, wie sein Vater als Peter de Durschtlöscher durch die Fasnacht führte. Er selber trat vor 12 Jahren den Kammerherren bei und hat sich dabei als aktives Mitglied profiliert. Urs Schürmann freut sich sehr, als Ehrenkammerer durch die Fasnacht 2020 zu führen. Stets an seiner Seite wird Ehefrau Lidwina Weh sein; die gebürtige Deutsche stammt aus einer Gegend, in der Fasching eine grosse Rolle spielt. Sie hat daher das Fasnachtsgen auch im Blut. Das neue Paar ist damit würdiger Nachfolger von Erik und Anita Amsler.
Viel Lob für den abtretenden Erik de Boufüerer
Letzterer schaute in einer kurzen Ansprache auf eine tolle Fasnacht 2019 zurück. «Anita und ich haben das Jahr in vollen Zügen genossen und wir haben umgekehrt sehr viel Wertschätzung erfahren», erklärte Erik de Boufüerer. Natürlich sei er enttäuscht, dass er das Zepter nun abgeben müsse, aber umgekehrt wisse er eben auch, dass sein Nachfolger ganz sicher eine mindestens ebenso schöne Zeit haben wird. Und ganz zurücktreten muss «Erik de Boufüerer» noch nicht. Als Ex-Ehrenkammerer wird er den neuen auf seiner Tour stets begleiten. Eine Aufgabe, die auch «Traugi de Biker» extrem gerne ausgeführt hat. Und der darum den Mantel des Ex-Ehrenkammerers nur ungern abgab.
Von Zeremonienmeister Norbert Hoffmann erhielt der abtretende Ehrenkammerer viel Lob. «Er hat ein enormes Programm abgespult. War abends immer der Letzte, der nach Hause ging, und morgens trotzdem immer frisch und pünktlich zur Stelle», so Hoffmann. Zudem sei es Erik Amsler gelungen, viele zum Mitmachen zu bewegen. «Wir hatten schon lange nicht mehr so grosse Delegationen an den verschiedenen Anlässen. So macht es viel mehr Spass», so der Zeremonienmeister weiter. Und da Anita Amsler ihres Zeichens das Oberhaupt der Sirenen ist, war deren Unterstützung stets garantiert. «Ihr habt uns würdig vertreten», so das Fazit von Hoffmann.
Die Inthronisation von Urs de Wyhändler war der Höhepunkt eines gelungenen Abends. Im festlich geschmückten Casino haben die Kammerherren und ihre Begleitung zuvor einen wunderbaren Abend erlebt bei feinem Essen, bei viel Musik, bei Tanz und bei einer ersten Kostprobe der Kammersänger. Nun ist man gerüstet für die kommenden Wochen. Wobei das Programm bereits am Tag danach mit dem Besuch in Sarmenstorf weiterging. Und viele weitere Einsätze werden folgen, bevor mit dem Kammerball am 22. Februar der eigentliche Höhepunkt ansteht.





