Vogelschutz um Waltenschwil
28.01.2020 WaltenschwilDer grösste Waltenschwiler Verein feiert Geburtstag. Gegründet wurde der Natur- und Vogelschutzverein einst in der Polizeistunde am Stubentisch von einem der Gründungsmitglieder. Der Verein ist das Lebenswerk von Alois Meier. Den grossen Geburtstag konnte er zwar nicht mehr ...
Der grösste Waltenschwiler Verein feiert Geburtstag. Gegründet wurde der Natur- und Vogelschutzverein einst in der Polizeistunde am Stubentisch von einem der Gründungsmitglieder. Der Verein ist das Lebenswerk von Alois Meier. Den grossen Geburtstag konnte er zwar nicht mehr miterleben. Präsent war er an der Jubiläums-GV trotzdem. Nicht zuletzt, weil sein Sohn Markus seine Nachfolge als Präsident des Vereins antrat. --ake
Das grosse Erbe des Vaters
Der Natur- und Vogelschutzverein Waltenschwil wird 50 – Präsident ist der Sohn des Gründers
Zum runden Geburtstag gibt es einen Rekord. 118 Personen nehmen an der 50. Generalversammlung des Natur- und Vogelschutzvereins teil. Die drei verbliebenen Gründungsmitglieder erinnern sich. Und auch der aktuelle Präsident hat viele Geschichten miterlebt.
Annemarie Keusch
Es war seine Idee. Die Idee von Alois Meier, dem «Vogelvater», dem Gründer des Natur- und Vogelschutzvereins. Miterlebt hat er die Realisierung zwar nicht mehr. Am Jubiläumsanlass kamen 91 Mitglieder, um beim Rütirain ein Ruhebänkli einzuweihen. So wie es Alois Meier schon länger angedacht hatte. Seine Ideen, seine Ziele, sie stehen am Anfang der Geschichte des Natur- und Vogelschutzvereins. «Der Verein steht vor allem auch dank ihm da, wo er heute ist», sagt Präsident Markus Meier, Sohn von Alois Meier. Ihm selber liege es darum natürlich auch am Herzen, dass dieses Lebenswerk seines Vaters weitergeführt wird.
Markus Meier ist Teil des Vereins, seit er denken kann. Das dritte Vereinsjahr nimmt er nun als Präsident in Angriff. Engagieren im Natur- und Vogelschutzverein, das tut er sich schon lang. Seit 1987 übt er lückenlos das Amt des Osterhasen aus. Er ist es, der schon viele Jahrzehnte am Ostermontag den Kindern aus nah und fern bemalte Eier verteilt und durch den Tierpark hoppelt. «Es war für mich aber immer klar, dass ich selber nicht im Vorstand mitwirke, wenn mein Vater Präsident ist», meint Markus Meier schmunzelnd.
Nach einem langen Wahlsonntag
Lange überlegen musste er aber nicht, als er 2017 angefragt wurde. Nach Alois Meiers Rücktritt 2015 und nach zweijähriger Führung durch den Vizepräsidenten trat Markus Meier in die Fussstapfen seines Vaters. Die Wahl im Januar 2018 erlebte dieser noch mit, ein halbes Jahr später verstarb der «Vogelvater».
An der Jubiläumsgeneralversammlung war sein Name aber omnipräsent. Auch die drei verbliebenen Gründungsmitglieder erzählen viel von ihm, seiner Liebe zur Natur, seinem grossen Engagement, seinen vielen Ideen. Und sie lachen, wenn sie von dem Abend erzählen, als aus Meiers Idee Realität wurde und der Natur- und Vogelschutzverein geboren war. «Es war nach einem langen Tag im Wahlbüro», sagt Werner Müller, damaliger Gemeindeschreiber. Alois Meier und Bruno Koch waren Stimmenzähler, gemeinsam gönnten sie sich nach getaner Arbeit ein Bier. Und weil die Polizeistunde zu früh kam, wichen sie auf die private Stube aus. «Dort passierte es.»
Zwei bis drei Generationen sind Teil des Vereins
Bruno Koch, Werner Müller und Martin Burkard, sie sind drei Mitglieder der ersten Stunde. Müller und Burkard agierten jahrelang im Vorstand und sind heute an Anlässen des Vereins noch aktiv dabei, mit 74 respektive 83 Jahren. «Etwas für die Vögel und die Natur rund um das Dorf machen», das war damals das Ziel, das sie verfolgten. Die Auffahrtsexkursionen, die um 5 Uhr starteten und bis zu hundert Leute anlockten, sind legendär. Die Eiersuechete kam drei Jahre nach der Gründung dazu. Und nach und nach bauten die Mitglieder mehr Vogelhäuschen und hängten sie nach Plänen im Wald auf. Natürlich gehört es immer noch zum Jahresprogramm, diese zu putzen. Engagiert haben sich über die fünf Jahrzehnte viele. Die drei Gründungsmitglieder sind sich aber einig: «Herz und Seele des Vereins war Alois Meier.»
Doch weiter geht die Geschichte auch ohne ihn. Zwei bis drei Generationen sind Teil des Vereins, 295 Mitglieder gehören aktuell dazu. «Der grösste Verein im Dorf», sagt der Präsident nicht ohne Stolz. Verändert habe sich im Laufe der Geschichte des Vereins nicht viel. Die Anlässe sind die ähnlichen geblieben. «Wir setzen uns bewusst für die Natur und den Schutz der einheimischen Vogelarten ein.» Und natürlich solle der Verein auch die Gemeinschaft und das Zusammenleben im Dorf fördern. «Wir sind ein lebendiger Verein», betont Meier. Speziell im Jubiläumsjahr war die Teilnahme an den Anlässen überdurchschnittlich. Was am Stubentisch begann, ist zu etwas geworden, das die Bannegg-Halle füllt.
Jubiläums-GV
111 Stimmberechtigte nahmen an der 50. Generalversammlung des Natur- und Vogelschutzvereins Waltenschwil teil. Präsident Markus Meier blickte auf ein tolles Jahr mit verschiedenen Exkursionen, einer erfolgreichen Eiersuechete und einem geglückten Jubiläumsanlass zurück. Wieder wurden Nistkästen gereinigt und defekte Bänke im Wald ersetzt. Aufgrund des Jubiläums resultiert am Ende des Jahres ein finanzielles Minus von knapp 3000 Franken. Das Vermögen beträgt aber noch über 30 000 Franken. Entsprechend bleibt der Jahresbetrag bei zehn Franken. Geehrt wurden Peter Meier und Martin Burkard junior, die seit 20 Jahren im Vorstand aktiv sind. Im angelaufenen Jahr stehen wieder die traditionellen Anlässe auf dem Programm. Hinzu kommt am 22. August ein Anlass, zu dem die ganze Bevölkerung eingeladen ist. Gemeinsam sagen die Teilnehmenden den Neophyten den Kampf an. --ake



