Grosser Umzug am «Meitlisonntag»
Hunderte Zuschauer haben sich versammelt, um dem traditionellen Umzug beizuwohnen. Unter dem Motto «Olympia voll verrückt» wurden einige Sujets aus den Gemeinden aufgegriffen.
Chantal ...
Grosser Umzug am «Meitlisonntag»
Hunderte Zuschauer haben sich versammelt, um dem traditionellen Umzug beizuwohnen. Unter dem Motto «Olympia voll verrückt» wurden einige Sujets aus den Gemeinden aufgegriffen.
Chantal Gisler
Die Meitli sind in Fahrwangen und Meisterschwanden an der Macht. Zumindest vorübergehend. Die Meitlitage haben in den Dörfern begonnen. Ein Höhepunkt der traditionellen Anlässe war der grosse Umzug: Zehn Wagen zogen von der Migros bis zur alten Chäsi. Allesamt mit wunderschönem und detailgetreuem Schmuck. Der Umzug stand ganz unter dem Motto «Olympiade voll verrückt». Angeführt wie immer von den Tambourinnen. «Sie üben das ganze Jahr lang, um den Umzug anzuführen», erklärt der Speaker aus dem Off den Zuschauern.
Erinnerungen an ein denkwürdiges Ereignis
Denn der Brauch der Meitlitage stammt aus dem 18. Jahrhundert. Genauer gesagt aus der Zeit des Zweiten Villmergerkrieges. Damals haben die Frauen beherzt eingegriffen und den Bernern zum Sieg verholfen. Dank diesem denkwürdigen Ereignis dürfen die Frauen und Meitli aus Fahrwangen und Meisterschwanden für drei Tage das Zepter übernehmen. Dass die Tambourinnen den Umzug anführen, gefolgt von den Herolden hoch zu Ross, erinnert an die Kriegsführung zu damaligen Zeiten. «Aber zum Glück folgen keine Soldaten, sondern nur Meitli», so der Speaker.
Kaimanburger und Kühe auf dem Bärenplatz
Das Motto setzen die Frauen sehr kreativ um. So gibt es neu einen «Lismikampf» sowie eine Melkolympiade. Hier zeigen sich die Zuschauer positiv überrascht – denn einen Alpabzug auf dem Bärenplatz gab es wohl noch nie. Natürlich walten die Frauen auch beim Umzug ihres Amtes und entführen hier und da einen Mann, um ihn anschliessend mit einer Süssigkeit oder einem kleinen Getränk wieder freizulassen.
Nicht fehlen darf das Sujet des legendären Kaimans aus dem Hallwilersee. Hier umgesetzt als Seifenkiste aus «Kaimanburger», die so manchen Besucher zum Schmunzeln bringt.