Ortsbürger luden zum Neujahrsapéro ins Schlössli
Nach der gelungenen Premiere im vergangenen Jahr kamen diesmal deutlich weniger Wohler und Wohlerinnen zusammen, um aufs neue Jahr anzustossen. In seiner Ansprache berichtete Ammann Arsène Perroud von ...
Ortsbürger luden zum Neujahrsapéro ins Schlössli
Nach der gelungenen Premiere im vergangenen Jahr kamen diesmal deutlich weniger Wohler und Wohlerinnen zusammen, um aufs neue Jahr anzustossen. In seiner Ansprache berichtete Ammann Arsène Perroud von einem speziellen Silvesterbrauch.
Chregi Hansen
Waren die Finnenkerzen schuld, dass so wenige Leute kamen? Die drei vor dem Schlössli aufgestellten Exemplare wollten einfach nicht richtig brennen und hüllten das Gebäude in eine Rauchfahne. Drinnen aber war es behaglich warm und wartete ein feiner Apéro auf die Gäste. Und nach den obligaten guten Wünschen fürs neue Jahr begannen an allen Stehtischen schnell muntere Gespräche.
Nachdem die Gemeinde ihrerseits auf einen Neujahrsanlass verzichtet hat, sind die Ortsbürger letztes Jahr erstmals in die Bresche gesprungen und haben die Bevölkerung von sich aus zum Apéro geladen. Und nach der erfolgreichen Premiere stellen sie sich weiter als Gastgeber zur Verfügung. Noch scheint es aber nicht allen bewusst zu sein, dass alle Wohler und Wohlerinnen eingeladen sind und nicht nur Ortsbürger. Diese bildeten eine deutliche Mehrheit der Anwesenden. Eigentlich schade, stösst die Initiative der Ortsbürger nicht auf mehr Resonanz.
Sozusagen frisch aus den Ferien kam Ammann Arsène Perroud an die Feier. Er verbringt die Zeit zwischen Weihnachten und Silvester seit einigen Jahren mit Familie und Freunden im bernischen Schwarzenburg. In einer einsamen Hütte im Schnee tankt er Energie für seine Arbeit. Und in eben diesem Schwarzenburg wird ein spezieller Neujahrsbrauch gepflegt – der «Altjahrsesu».
Sich im Dorf weiter mit Respekt begegnen
An jedem Silvesterabend, beim 8. Glockenschlag der Schwarzenburger Dorfkapelle, starten rund vierzig junge Männer ihren Umzug durchs Dorf. Verkleidet sind sie als diverse Figuren: Da gibt es etwa den Anführer, den Pfarrer, das Brautpaar, das «Hinnerefürfroueli», den «Söiplaterehengscht» und viele mehr. In dieser Formation geht es von Beiz zu Beiz, wo der Pfarrer jeweils seine Predigt hält und aufs Jahr zurückschaut. «Dazu wird der Esel für alles Schlechte im Jahr geschlagen, er ist also sozusagen der Sündenbock für alles Negative», berichtet Perroud. Er hoffe, so der Ammann, dass man in Wohlen ohne diesen Esel aufs Jahr zurückschauen kann und niemand Schläge kassieren muss. «Dass wir uns hier im Dorf weiter mit Respekt begegnen können.»
Auf eine Rückschau verzichtete Perroud aber. Lieber schaute er nach vorne. «Die Gemeinde steht vor grossen und wichtigen Entscheidungen», erklärte er. Dazu gehören die Abstimmungen über die neue Turnhalle und den Schulraum, aber auch der geplante Zusammenschluss aller Blaulichtorganisationen. A ndere grosse Bauprojekte wie etwa der Bushof sind bereits in der Umsetzung. «Die Gemeinde steht vor vielfältigen Aufgaben, die sicher Anlass für hoffentlich konstruktive Debatten sind», so Perroud weiter. Er jedenfalls wünscht allen viel Glück und Gesundheit und hofft, dass alle ihre selbst gesteckten Ziele erreichen können. Ganz ohne geschlagene Esel.