Lieber Sport als TV schauen
24.01.2020 WohlenSeit Jahren sorgt die Jugendarbeit Wohlen im Winter dafür, dass Kinder und Jugendliche regelmässig an den Wochenenden die Turnhallen nutzen können. In diesem Jahr erlebt dieses Angebot einen besonderen Boom. Vor allem die Primarschüler finden Gefallen an der Möglichkeit, ...
Seit Jahren sorgt die Jugendarbeit Wohlen im Winter dafür, dass Kinder und Jugendliche regelmässig an den Wochenenden die Turnhallen nutzen können. In diesem Jahr erlebt dieses Angebot einen besonderen Boom. Vor allem die Primarschüler finden Gefallen an der Möglichkeit, aktiv zu sein, statt nur zu Hause zu hocken. Teilweise kommen an einem solchen Sonntag über 100 Kinder, um unter Aufsicht Sport zu treiben. --chh
Weil Kinder Bewegung brauchen
Das «Sunday Kidsports»-Angebot der Jugendarbeit ist so beliebt wie noch nie
Neuer Name, gleiches Konzept: Das «Open Sunday» nennt sich neu «Sunday Kidsports», am Programm aber hat sich nichts geändert. Dank den offenen Türen der Turnhalle Junkholz ist Langeweile an diesem Tag für die Kinder ein Fremdwort.
Chregi Hansen
Es ist bitter kalt draussen und es kündigt sich der erste Schnee an. Kein Wetter, bei dem man gerne draussen herumtollt. Zum Glück gibt es an diesem Sonntag für Kinder aus Wohlen eine Alternative. Im Schnitt alle zwei Wochen öffnet die Jugendarbeit die Türen der Turnhalle und hält verschiedenste Aktivitäten für die Primarschüler bereit.
Für alle etwas dabei
Und dieses Angebot ist gefragt. Schon lange vor Türöffnung bildet sich eine lange Schlange vor dem Eingang. «So viele Teilnehmer wie in dieser Saison hatten wir vermutlich noch nie», freut sich Dorian Hyde, der schon seit mehreren Jahren Projektleiter des «Saturday Teensports» und des «Sunday Kidsports» ist. An diesem Sonntag sind es über 80 Jungen und Mädchen, welche das Angebot nutzen. «Es gab schon Sonntage mit über 100 Kids», berichtet Hyde, der zusammen mit acht jugendlichen Coaches dafür schaut, dass alles in geordneten Bahnen verläuft.
Kaum sind die Türen geöffnet und brav die Anmeldung erledigt, stürmen die ersten Kinder in die Dreifachhalle. Die Coaches richten diese im Vorfeld immer wieder neu ein. Diesmal beispielsweise mit Seilen zum Schwingen und einer Slackline zum Balancieren, einer Kletterburg, einem Fussballfeld, einem Töggelikasten, Reifen, Bällen und vielem mehr. Auf einer Riesenschaukel lassen sich die Primarschüler gerne in die Höhe schubsen. Ganz mutige springen vom Klettergerüst runter auf die weiche Matte, andere turnen am Reck. Dabei geht es zu wie in einem Bienenhaus – überall wuseln Kinder herum und wechseln kreischend von einem Angebot zum anderen. Und zwischendurch rufen die Coaches zu einem Gruppenspiel auf.
Entsprechend laut ist es in der Halle. «Abends hat man manchmal etwas Kopfweh», lacht Hyde. «Aber wenn man sieht, wie viel Freude die Kinder haben und wie aktiv sie sind, so ist es das wert.» Dass es nicht zu Verletzungen kommt, liegt auch an den Coaches, die bei gefährlichen Übungen helfen und gerne auch mit den Kindern mitspielen. «Ich war früher selber Teilnehmer des Kidsports und es macht mir viel Spass, jetzt die erste Saison als Coach helfen zu können und damit ein kleines Sackgeld verdienen zu können», erklärt Leon Alimi, während er das (gesunde) Zvieri vorbereitet.
Amt als Coach ist beliebt
Schon viel länger zum Team gehört Laurina Shala, seit fünf Jahren ist sie schon als Coach mit von der Partie und ist inzwischen die Stellvertreterin von Dorian Hyde. «Am Anfang ging es mir auch darum, ein kleines Sackgeld zu verdienen», gibt sie zu. «Aber wenn man sieht, wie viel Freude man den Kids mit seinem Einsatz macht, dann ist das einfach etwas Schönes. Dafür opfere ich gerne einen Sonntagnachmittag», erklärt sie, bevor sie wieder die grosse Schaukel anschiebt. Das Ämtli als Coach ist gefragt. «Ich muss nie nach Helfern suchen, ich habe sogar eine Warteliste», berichtet der Projektleiter. Er findet es gut, dass die Jugendlichen hier Verantwortung übernehmen.
Freude hat auch Luca Baldelli, der Leiter der Jugendarbeit Wohlen. Die Sportangebote für Jugendliche am Samstagabend und für Kinder am Sonntagnachmittag gibt es bereits seit über 10 Jahren. «Es ist eines der Projekte, welche einfach super laufen», erklärt Baldelli stolz. Die Umbenennung der beiden Angebote in diesem Jahr hat simple Gründe – die Jugendarbeit Wohlen ist nicht mehr Mitglied der Stiftung IdéeSport und darf darum die Namen nicht mehr verwenden. Man habe in den letzten Jahren genügend eigene Erfahrungen gemacht und eigene Tools entwickelt, heisst es.
Nur dank Sponsoren möglich
Während die Kinder sich in den Hallen austoben, schauen einzelne Mütter und Väter von oben zu. «Eltern dürfen gerne dabei sein, aber nicht in den Hallen», erklärt Hyde. Mit dabei sind an diesem Sonntag auch Vertreter von Sponsoren und der Gemeinde. «Ihr seid wichtig für uns. Denn ohne euch müssten wir unser Angebot reduzieren», lobt Baldelli. Zu den Sponsoren gehören die katholische und die reformierte Kirchgemeinde, die Stiftung Dreifuss und die Firma TE Connectivity aus Wohlen. Grösster Geldgeber ist die Gemeinde, welche mit der Jugendarbeit einen Leistungsvertrag besitzt. «Den müssten wir eigentlich schon lange mal anpassen», sagt Gemeinderat Paul Huwiler, «denn der Betrag, den die Gemeinde zahlt, ist seit Urzeiten der gleiche.» Die Angebote aber haben deutlich zugenommen. Eine Botschaft, welche die Jugendarbeit und der VJF sicher gerne hören.



