Jonas Arnet ist Kopf des Monats
05.11.2019 WohlenKultur im Freiamt fördern, das ist sein Anliegen. Und er tut dies auf mehreren Ebenen. Zum einen als Kulturschaffender – der professionelle Musiker und Komponist Jonas Arnet engagiert sich immer wieder für Projekte, sei es das Theater Bünzen oder das Konzert von Pro Musica ...
Kultur im Freiamt fördern, das ist sein Anliegen. Und er tut dies auf mehreren Ebenen. Zum einen als Kulturschaffender – der professionelle Musiker und Komponist Jonas Arnet engagiert sich immer wieder für Projekte, sei es das Theater Bünzen oder das Konzert von Pro Musica Vocale. Aber Arnet ist nicht nur Akteur, sondern engagiert sich auch im Hintergrund, dies als Präsident des Verein für Kultur Wohlen, unter dessen Dach Anlässe wie die Sommerbar oder das Dreiraumkultur plus zu Hause sind. So viel Einsatz soll belohnt werden, fand die Redaktion. Und wählte den Wohler zum Kopf des Monats Oktober.
Im positiven Sinn ein Verrückter
Kopf des Monats Oktober: Jonas Arnet setzt sich im Freiamt für die Kultur ein
Gleich dreifach machte der junge Wohler in den letzten Wochen auf sich aufmerksam. Als musikalischer Leiter des Theaters Bünzen, als Komponist eines neuen Chorliedes und als Kopf des Vereins für Kultur Wohlen, der für mehr Räume kämpft. Dafür kürte die Redaktion Jonas Arnet zum Kopf des Monats.
Chregi Hansen
Ihm ist man in den letzten Tagen und Wochen immer wieder begegnet. Sei es, dass er selber in der «Plattform» einen jungen Sänger musikalisch unterstützte. Sei es an der Pressekonferenz für das kommende Festival Dreiraumkultur plus. Im Theater Bünzen. Am Konzert von Pro Musica Vocale in Muri, für das er ein Gedicht von Robert Stäger vertont hat.
Und selbst, wenn Jonas Arnet einmal nicht persönlich dabei ist, so fällt oft sein Name. Etwa bei der öffentlichen Präsentation der Idee, die leer stehenden Räume des ehemaligen Werkhofs in der Bleichi als Kulturzentrum zu nutzen. Auch dieser Vorschlag trägt seine Handschrift – auch wenn er beim Pressetermin nicht selber vor Ort ist.
Freundlich und bescheiden
«Jonas ist einer der kreativsten und verrücktesten Menschen, die ich kenne. Ich denke, genau das ist seine Stärke», sagt denn auch Remo Hofmann, als Vizepräsident des Vereins für Kultur Wohlen Arnets rechte Hand. Dieser gehe extrem unkonventionelle Wege und sei mit seiner stets freundlichen und bescheidenen Art eine Bereicherung für alle, welche mit ihm in einem Team arbeiten dürfen. Zudem sei der studierte Musiker, der kürzlich seinen Master-Abschluss mit Bestnoten machte, sehr ehrgeizig. «Ob in seinem Schaffen als Künstler oder als Kulturorganisator in der Region, er probiert immer, das Optimum herauszuholen. Er gibt sich nicht mit 50 Prozent zufrieden», so Hofmann.
Doch woher kommt dieser grosse Einsatz? «Jonas liebt das Freiamt und ist bemüht, jeden Winkel zu kennen. Genau diese Leidenschaft für die Region treibt ihn an», sagt Hofmann dazu. Wie vielen anderen Kulturschaffenden in Wohlen sei es auch Jonas Arnet ein Anliegen, dass seine Heimat attraktiv bleibt. «Gerade für die jungen Freiämter und Freiämterinnen soll mehr geboten werden, als dies bis anhin der Fall ist. Dafür opfert Jonas viel von seiner Freizeit.»
Von diesem Engagement sowie von seinen künstlerischen Fähigkeiten profitieren viele. Etwa das Theater Bünzen, welches derzeit sein neues Stück «Das cha bi eus ned passiere» zeigt. Für diese Produktion hat Arnet nicht nur die Musik beigesteuert, sondern er sitzt bei jeder Aufführung selber auf er kleinen Bühne und spielt Gitarre. Selbst dann, wenn er dadurch am Wochenende das «Dreiraumkultur» verpasst, bei dessen Organisation er aktiv beteiligt ist. Aber bei diesem grossen Engagement kann es mal Terminkollisionen geben.
Lust am Gestalten
«Ich persönlich arbeitete erstmals mit ihm zusammen», sagt Eva Mann, die Regisseurin des Theaters Bünzen, «Aber wir werden hoffentlich wieder Gelegenheit zu gemeinsamen Bühnenprojekten haben», fügt sie an. Für sie als Regisseurin sei es eine immense Bereicherung, mit Menschen zu arbeiten, die nicht nur auf das Ausführen von Instruktionen warten, sondern Lust am Mitgestalten haben. «Und Jonas’ Kopf ist voll mit schrägen und interessanten Ideen.»
Weil er überdies organisiert, kollegial und gut vernetzt sei, bleibt es nicht nur bei Ideen. «Ich kann nicht anders als ihm danken. Für seine Kompositionen und Arrangements sowie die wunderbaren Mit-Musiker. Es macht Spass, mit ihm ein Stück zu bauen», sagt Eva Mann.
Den Spagat geschafft
Einer, der Jonas Arnet schon lange kennt, ist Patrick Grob. Zusammen mit anderen Musikern haben die beiden die Bands «Shaking Shoes» und später «Melopea» gegründet. «Jonas schafft den Spagat, als studierter Musiker sowohl zeitgenössische Kompositionen zu schreiben wie auch mit uns Amateuren auf der Bühne zu rocken», sagt Grob. Und er lasse dabei die anderen nie spüren, dass er eben ein Profi sei. Zudem wartet er als Kunstschaffender nicht einfach darauf, dass er angefragt wird, sondern ist selber aktiv in der Organisation. «So versucht er etwa, die ‹Plattform› im Chappelehof neu zu beleben, und so Auftrittsmöglichkeiten für junge Bands zu schaffen», so Grob.
Im Freiamt und in Wohlen speziell gebe es etliche, die sich für die Kultur einsetzen, berichtet er weiter. Wichtig sei, diese Kräfte zu bündeln, und da leiste Jonas Arnet als Präsident des neuen Vereins wichtige Arbeit. «Es ist nicht nur sein Verdienst, dass es diesen Verein gibt. Aber er hält als Präsident den Kopf hin und übernimmt viele zusätzliche Aufgaben», weiss der angehende Lehrer. Dieses Engagement habe auch mit Arnets eigener Erfahrung als junger Musiker zu tun, ist Grob überzeugt. «Denn es ist immer gut, wenn man mit anderen vernetzt ist, beispielsweise deren Anlage nutzen kann oder gemeinsam einen Gig hat.»
Inzwischen ist Jonas Arnet weit über das Freiamt kulturell aktiv und auch bestens vernetzt. Ist ein Profi. Und hätte die kleine Bühne im Freiamt nicht mehr nötig. Doch die Verbindung bleibt. Mehr noch: Durch seinen Beruf als Künstler und technischer Leiter des Festival da Jazz in St. Moritz bringt er Inputs und Kontakte in die Vereinsarbeit ein, welche Gold wert sind. Oder wie es Vizepräsident Remo Hofmann formuliert: «Als Präsident des Vereins für Kultur setzt er sich extrem engagiert für unsere Anliegen ein.» Und das hat eine Auszeichnung als Kopf des Monats verdient.
Die bisher Gekürten
Zum «Kopf des Monats» Januar wählte die Redaktion Stefan Staubli, den Präsidenten von Muri Energie Forum. Dieses sammelte im Januar nicht mehr gebrauchte korrigierte Brillen zugunsten von Drittweltländern. «Kopf des Monats» im Februar war Philipp Hübscher. Mit grossem Engagement ermöglichte er dem halbseitig gelähmten Marcel Brumann die Teilnahme an der Aargauer Meisterschaft im Luftgewehrschiessen. Im Monat März wurde Myriam Rufer-Staubli, Präsidentin des Vereins Operettenbühne, zum «Kopf des Monats» gewählt. Im April holte Ringer Randy Vock eine Medaille für die Geschichtsbücher und den Titel «Kopf des Monats». Im Mai verlieh die Redaktion die Auszeichnung an Julian Huber aus Hägglingen. Nach seiner Übernahme der Firma Risa besann er sich auf deren Wurzeln und stellt traditionelle Hüte her. Die Zufikerin Lis Keller vom Projekt «alli mitenand» hat das Buch «Integration» veröffentlicht und wurde im Juni zum «Kopf des Monats» gewählt. Im Monat Juli wurden die Freiämter Rolf Grolimund und Francis Dind für ihr grosses Engagement für die erste Bierwanderung im Freiamt ausgezeichnet. Und im August ergatterte sich ein Schwinger den Titel. Nach dem Sieg am «Nordwestschweizerischen» holte sich Andreas Döbeli auch einen Kranz am «Eidgenössischen». Und dann den Titel «Kopf des Monats». Im September ging die Auszeichnung an Ruth Salzmann, die sich seit Jahren uneigennützig für das Projekt Berufe Wohlen+ einsetzt und damit vielen Schülern Einblicke in die Berufswelt ermöglicht.



