Aus drei wird eins
08.11.2019 Region BremgartenGemeinde beantragt Kredit für Waldhüttensanierung
Die Waldhütte Sulz soll saniert und vergrössert werden. Dafür möchte der Gemeinderat die Waldhütte Künten und das Schützenhaus Sulz rückbauen. Es soll ein Gemeinschaftswerk ...
Gemeinde beantragt Kredit für Waldhüttensanierung
Die Waldhütte Sulz soll saniert und vergrössert werden. Dafür möchte der Gemeinderat die Waldhütte Künten und das Schützenhaus Sulz rückbauen. Es soll ein Gemeinschaftswerk werden.
Roger Wetli
Vizeammann Markus Staubli brennt für die Idee und meint: «Wird der Kredit an der nächsten Gemeindeversammlung angenommen, könnte ich mir vorstellen, trotz meines Rücktritts aus dem Rat bei der Umsetzung dieses Projekts in leitender Funktion mitzuwirken.» Der Ur-Sulzer verlässt den Gemeinderat per Ende Jahr aus beruflichen Gründen. «Mein Herzblut für die Waldhütte geht über meine Amtsperiode hinaus.»
Kein Waldhotel
An der «Gmeind» am Montag, 18. November, entscheiden die Stimmbürger über einen Kredit von 180 000 Franken. «Dieses Geld ist so kalkuliert, dass die Sanierung und der Umbau mit sehr viel ehrenamtlicher Arbeit geschehen», so der Vizeammann. «Unsere Idee ist, dass es ein Gemeinschaftswerk werden soll, ähnlich, wie es Eggenwil einst durchgeführt hat.» Bei einem Ja würde eine Kommission eingesetzt, die mithilfe von Fachleuten ein Projekt ausarbeite. Steht dieses, wird das Baugesuch eingereicht. «Der eigentliche Bau soll durch möglichst viele Dorfbewohner ehrenamtlich geschehen.» Angedacht ist ein einfaches und gemütliches Vereins- und Festlokal für 35 bis 40 Personen, das man mieten kann.
Ideen waren gefragt
Erweiterungsbauten im Wald steht der Kanton Aargau sehr kritisch gegenüber. Der Gemeinderat fragte die Behörde bereits 2016, ob dies möglich sei. «Die Antwort war, dass dies wohl kaum der Fall ist», so Staubli. Also ging der Rat nochmals über die Bücher. Er erinnerte sich an die kaum genutzte Waldhütte Künten. «Ich bin zwar im Dorf aufgewachsen, habe diese Hütte aber noch nie von innen gesehen. Der Platz davor wird ab und zu genutzt», gesteht der Vizeammann. Zudem gibt es ein Schützenhaus in Sulz, das am Waldrand steht und seine Funktion seit der Einstellung des Schiessbetriebes verloren hat. Es gehört dem «Schützehüsliclub», der sich aus ehemaligen Schützen zusammensetzt. Gemeinsam mit der Waldhütte Sulz haben die zwei anderen Hütten, dass sie weder ans Strom- noch ans Wasser- und Abwassernetz angeschlossen sind.
Die Waldhütte Sulz ist direkt an der Nebenstrasse zwischen Sulz und Stetten gelegen. Sie wurde durch den Natur- und Vogelschutzverein Künten unterhalten und genutzt. «Seit sich dieser Verein aufgelöst hat, gingen die Nutzung und der Unterhalt zurück. Das Dach wird aktuell durch Blachen abgedichtet», erklärt Staubli.
Der Gemeinderat erkannte, dass diese Waldhütte für eine Sanierung und einen Ausbau inklusive Stromund Wasseranschluss sehr geeignet wäre. «Zudem liegt sie direkt an einer oft befahrenen Strasse, womit keine zusätzliche Unruhe in den Wald kommt.» Der Gemeinderat fragte deshalb beim Kanton nach, ob diese Sanierung möglich wäre, wenn gleichzeitig die Waldhütte Künten und das Schützenhaus Sulz zurückgebaut werden. «Wir haben darauf einen schriftlichen Vorbescheid erhalten, dass es unter diesen Bedingungen möglich wäre», so Staubli. «Das ist zwar noch keine Baubewilligung. Das Schreiben ist aber viel wert.» Würden die anderen beiden Hütten rückgebaut, wären die Gebiete um diese Bauten für Erholungssuchende weniger attraktiv und das dortige Wild und die Natur weniger gestört.
Schützenhaus Sulz geschenkt
Der Gemeinderat pflegte mit dem «Schützehüsliclub» wegen der Sanierung des Kugelfangs in diesem Sommer einen regen Austausch. Dabei erwähnte er auch diese Idee. «Der Club war mit dem Verkauf und dem Abbruch einverstanden. Schliesslich hat er der Einwohnergemeinde sogar das Schützenhaus geschenkt, wofür dem Schützehüsliclub ein grosser Dank gebührt», ist Staubli begeistert. «Seit Kurzem gehören nun alle drei Gebäude der Einwohnergemeinde. Womit die Voraussetzungen für den Antrag an der Gemeindeversammlung gegeben sind.»
Neben allen zwingenden Sanierungen von Strassen und Leitungen sei eine sanierte Waldhütte ein «Nice to have» für die Gemeinde, ist sich Staubli bewusst. «Deshalb hoffen wir auf die Bereitschaft für ehrenamtliche Arbeit aus der Bevölkerung. So können wir die Kosten für dieses gemeinsame tolle Werk tief halten. Es soll ein Projekt vom Dorf für das Dorf werden.»



