Zirkus als Ferienabenteuer
08.10.2019 WohlenWinterquartier des Circus Monti als Trainingscamp für Kinder und Jugendliche
Wohlen und Circus, das passt. Das dachte sich auch der Kiwanis Club Lenzburg und verlegte sein Feriencamp ins Freiamt.
Chregi Hansen
Es bleibt ...
Winterquartier des Circus Monti als Trainingscamp für Kinder und Jugendliche
Wohlen und Circus, das passt. Das dachte sich auch der Kiwanis Club Lenzburg und verlegte sein Feriencamp ins Freiamt.
Chregi Hansen
Es bleibt nur noch wenig Zeit bis zur grossen Vorstellung am nächsten Abend. Bis Eltern, Geschwister, Grosseltern und andere Verwandte auf der Tribüne Platz nehmen und die erste und einzige Aufführung von «Pumpkin Style» bewundern wollen. Und noch gibt es vieles, was nicht so klappt wie vorgesehen. «Ich staune, wie entspannt die vier Coaches mit dieser Situation umgehen. Aber ich weiss auch vom letzten Mal, dass an der Vorführung selber dann alles klappt», sagt Werner Rufli, der OK-Chef des Feriencamps, der die Proben aufmerksam verfolgt.
Die vier Coaches, das sind zwei eng befreundete Paare. Hier das Artistenduo Andy Muntwyler und Ulla Tikka mit seiner langjährigen Erfahrung in der Manege, sie sind für den Zirkusteil verantwortlich. Dort Musiklehrer und Komponist Lukas Stäger und Gesangslehrerin und Chorleiterin Priska Zweifel, die sich um den musikalischen Part kümmern. Beide Paare haben sehr viel Erfahrung damit, Kinder für besondere Projekte zu begeistern.
Zum zweiten Mal hat der Kiwanis Club ein Feriencamp organisiert. Das Angebot richtet sich in erster Linie an Kinder aus Familien, die sich keine Ferien leisten können. Und der Andrang ist riesig – obwohl die Zahl der möglichen Plätze von 40 auf 45 erhöht wurde, fanden nicht alle Interessierten einen Platz. Diejenigen, die dabei sein dürfen, erleben eine intensive Woche voller toller Erlebnisse. Und lassen sich von den vier Coaches für den Zirkus und die Musik begeistern. «Es ist beeindruckend, den vier bei der Arbeit zuzusehen», sagt auch OK-Chef Rufli. Und wäre wohl gerne selber wieder Kind.
Einmal Zirkusluft schnuppern
Kiwanis Lenzburg organisierte eine Ferienwoche für Kinder im Monti-Winterquartier
Letztes Jahr lud Kiwanis zum ersten Mal Kinder und Jugendliche zu einem Feriencamp ein. Der Anlass war ein voller Erfolg. Auch diesmal setzte man auf das Können und die Erfahrungen des Freiämter Leitungsteams rund um die Compagnie Roikkuva.
Chregi Hansen
Zum zweiten Mal organisiert der Kiwanis Club Lenzburg ein Feriencamp. Das Angebot richtet sich speziell an Kinder und Jugendliche, die keine Möglichkeit haben, mit ihren Eltern in den Urlaub zu fahren. «Wir sehen es als sozialen Auftrag, etwas für diese Kinder anzubieten», sagt OK-Chef Werner Rufli.
Intensiv wird die ganze Woche über im Winterquartier des Monti geprobt. Hier, wo jeweils auch der «grosse» Zirkus vor dem Tourneestart an den Nummern feilt und wo im Winter das Varieté die Besucher verzaubert. «Die Infrastruktur ist optimal», sagt der OK-Chef. Letztes Jahr fand das Camp im Sommer und im Freien statt – bei teilweise 35 Grad. Nicht immer ganz einfach.
Alle sollen sich präsentieren können
Hier in Wohlen sind die Voraussetzungen jetzt besser. An den ersten drei Tagen wurden die einzelnen Nummern gestaltet und einstudiert. «Wir haben zwar ein Konzept. Aber wir mussten erst einmal wissen, welche Fähigkeiten die Kinder haben. Dann konnten wir schauen, wen wir wo einsetzen», erklärt Ulla Tikka. Da gibt es Einzelne, die sich aufs Seil trauen, andere versuchen sich als Jongleure oder Clowns. «Jetzt geht es darum, die einzelnen Nummern zu einer Vorstellung zusammenzusetzen. Dabei machen die Übergänge noch Mühe», sagt Lukas Stäger. Genau dies wird im Moment intensiv geprobt. Noch klappt es nicht richtig.
Das Interesse am Camp war riesig. «Wir haben 40 Plätze angeboten, aber es kamen 65 Anmeldungen rein», berichtet Rufli. Schliesslich liess das OK 45 Teilnehmer zu – rund die Hälfte war schon letztes Mal dabei. Ein Zeichen, welch ein Erfolg das Camp ist. Der Aufwand für den Kiwanis Club ist dabei riesig, jeden Tag sorgen viele Freiwillige dafür, dass abseits des Trainings alles klappt. «Die Kinder werden von morgens bis abends betreut und verpflegt», erklärt Rufli. Und das für einen sehr geringen Teilnehmerbeitrag. «Der Anlass soll für alle finanzierbar sein.» Den Grossteil der Kosten tragen Sponsoren. Obwohl der Kiwanis Club seinen Sitz in Lenzburg hat, stammt der Grossteil der Teilnehmer aus der Region Wohlen. «Wir haben hier Kinder und Jugendliche im Alter von 7 bis 13 Jahren», berichtet der OK-Chef.
Viel Erfahrung vorhanden
Neben den artistischen Einlagen ist der Gesang ein wichtiges Element in dieser Aufführung. Hier ist besonders Priska Zweifel als Chorleiterin gefragt. Hauptproblem: Diejenigen, die gerade am Singen sind, schauen gerne den Artisten zu, statt sich aufs Singen zu konzentrieren. «Jetzt habt ihr gesehen, was sie machen, jetzt könnt ihr wieder nach vorne schauen», ermahnt Zweifel die Kinder. Es hilft nur bedingt – zu spannend ist es, was die anderen zeigen. Noch bleiben 24 Stunden bis zur Premiere. «Es gibt noch viel zu tun. Aber das kommt gut», sagt Andy Muntwyler. Die Coaches müssen es wissen. Schliesslich haben sie viel Erfahrung.




