Viel Wissen vereint
22.10.2019 Wohlen10 Jahre Toolbox gefeiert
Sie wurde durchwegs gerühmt als beispielhafte Institution: die Toolbox Freiamt war einst ein nationales Pilotprojekt. Heute ist sie eine Fachstelle für Integration. Und sie ist mit Wohlen, Villmergen, Dottikon und Dintikon gleich in vier ...
10 Jahre Toolbox gefeiert
Sie wurde durchwegs gerühmt als beispielhafte Institution: die Toolbox Freiamt war einst ein nationales Pilotprojekt. Heute ist sie eine Fachstelle für Integration. Und sie ist mit Wohlen, Villmergen, Dottikon und Dintikon gleich in vier Gemeinden vertreten. In der Toolbox habe sich ein grosses Wissen angesammelt, sagte Wohlens Gemeindeammann Arsène Perroud zum 10-Jahr-Jubiläum voller Freude. --dm
Vernetzt, verankert und etabliert
Jubiläumsfeier in der Begegnungsstätte Rösslimatte: 10 Jahre Toolbox
Anfänglich war man stolz, das nationale Pilotprojekt mit dem Namen Toolbox in der Region zu haben. Nun sind die vier Gemeinden Wohlen, Villmergen, Dottikon und Dintikon erfreut über die geleistete Arbeit. Und das erarbeitete Wissen rund um die Integration.
Daniel Marti
Impressionen, Bilder, Zeitungsausschnitte, ein Beitrag in der Sendung «10 vor 10» und drei kurze Reden. Das bot der Jubiläumsakt zu 10 Jahren Toolbox. Was im Jahr 2009 mit viel Innovationsgeist und grossem Vertrauen begonnen hat, ist längst erwachsen geworden. Heute ist die Toolbox eine Fachstelle für Integration mit Schlüsselpersonen für 19 Sprachen, für Informationsvermittlung, Veranstaltungen und Beratung. Diese Entwicklung, dieses Jubiläum musste gefeiert werden.
Das nationale Pilotprojekt sei zuerst belächelt worden, schaute Katharina Stäger schmunzelnd zurück. Die Leiterin der Fachstelle Integration der Toolbox Freiamt wirkte zufrieden und glücklich, als sie auf das Jahrzehnt zurückblickte und die vielen Gäste zur Feier des 10-Jahr-Jubiläums begrüsste. Mittlerweile haben die Toolbox und alle Mitwirkenden tatsächlich viel zu feiern. «Wir sind jetzt gut vernetzt und verankert», freut sie sich.
Wichtige Anknüpfungspunkte und schönes Mosaikteil
Die Toolbox ist bestens gefüllt mit Werkzeugen und mit Angeboten. Diese stehen Migranten, Schulen und Neuzuzügern zur Verfügung. Die Massnahmen sollen vor allem das Zusammenleben im ländlichen Raum und die Identifikation mit der Wohngemeinde fördern. «Und zehn Jahre sind eine lange Zeit», so Stäger weiter, da habe man viel erlebt und auch einige Ereignisse geniessen dürfen.
Die Toolbox Freiamt wurde 2009 im Rahmen des nationalen Periurban-Programmes gestartet. Nach einer erfolgreichen Projektphase wurde die Fachstelle Integration in den Gemeinden Wohlen, Villmergen, Dottikon und Dintikon gemeinsam mit dem kantonalen Integrationsprogramm (KIP) geführt. Die Pilotphase wurde auch zu einem Zusammenspiel von Bund, Kanton und Gemeinden. Der Kanton könne zwar koordinieren und Rahmenbedingungen setzen, erklärte Andreas Ruf vom Amt für Migration und Integration, «das alles hilft aber wenig, wenn die Menschen keine Anknüpfungspunkte haben». Denn die Kantonsstellen haben laut Ruf keinen direkten Draht zu den Regionen. «Und die soziale Integration funktioniert nur regional.» Darum sei die Zusammenarbeit mit den Gemeinden und den Toolbox-Mitarbeiterinnen einfach ein «schönes Mosaikteil der Integrationsarbeit im Aargau».
Die Toolbox mit den vier Freiämter Gemeinden sei ein gutes Beispiel und gut fassbar. «Diese Frauen gehen hin du den Leuten, zu den Migranten, zu den Neuzuzügern. Die Schlüsselpersonen leisten eine grosse Arbeit.» Vereinigungen wie die Toolbox seien der Schlüssel zur erfolgreichen Integrationspolitik, so Ruf weiter.
Immer innovativ
An diesem Punkt konnte Ruth Tennenbaum von der Eidgenössischen Migrationskommission anschliessen. Die Arbeit der Toolbox sei einfach ein «Erfolg über Jahre hinweg», betonte sie. Bei der Ausschreibung vor elf Jahren wollten Bund und Kanton einen Prozess anstossen. Dies ist gelungen, und trotzdem mussten die nationalen Vertreter in der Region viel lernen. «Erst wollten wir die Projekte des Ober- und Unterfreiamts fusionieren, aber wir merkten schnell, dass das gar nicht geht.» Laut Tennenbaum wussten die Verantwortlichen anfänglich nicht, wohin die Reise geht. Heute sind sie mit dem Resultat mehr als zufrieden. «Diese Box der Instrumente war und ist stets innovativ.»
In den Anfängen sei auch für den Gemeinderat «vieles im Dunkeln gewesen», erklärte Gemeindeammann Arsène Perroud. Und nun sei aus Bedürfnissen und Integrationsfragen ein beispielhaftes Projekt entstanden. Schweizweit einmalig.
«Das grosse Wissen bewahren»
Weil der Start nicht ganz so einfach war, musste grosse Aufbauarbeit geleistet werden, so Perroud, «aber die Toolbox schaffte es, dass ganz viele Migranten unser Leben hier verstehen und Kontakte aufbauen konnten». Die anfängliche Pilotphase war auf drei Jahre ausgelegt. Danach stimmten Bund und Kanton rasch einer Verlängerung zu. «Heute ist die Toolbox etabliert. Die Schlüsselpersonen erarbeiteten sich ein riesiges Wissen, das es zu wahren gilt.» Vor allem die Leiterin Katharina Stäger und die Mitarbeiterin Laura Pascolin bekamen vom Gemeindeammann ein grosses Dankeschön. Arsène Perroud abschliessend: «Es macht Freude, ein nationales Vorzeigeprojekt in unserer Region haben zu dürfen.»




