Suche nach dem perfekten Wurf
29.10.2019 Region UnterfreiamtSchweizer Meisterschaft in E-Darts
Am Wochenende fand im Freiamt die E-Darts-Meisterschaft statt. Die Sarmenstorferin Sharita Dätwyler trat dabei zur Titelverteidigung an. Doch ihre Chancen standen anfangs nicht sonderlich gut.
Chantal ...
Schweizer Meisterschaft in E-Darts
Am Wochenende fand im Freiamt die E-Darts-Meisterschaft statt. Die Sarmenstorferin Sharita Dätwyler trat dabei zur Titelverteidigung an. Doch ihre Chancen standen anfangs nicht sonderlich gut.
Chantal Gisler
Für Laien wirkt die Büttiker Turnhalle wie eine Bar. Auf den ersten Blick zumindest. Auf der Bühne und an der hinteren Wand stehen 25 E-Darts-Geräte. Die orangefarbenen Lichter blinken im Kreis auf, die Punkte in roten Zahlen. Das Zischen der Pfeile ist unter dem Stimmengewirr deutlich zu hören. Immer drei hintereinander. Dann Schritte zum Automaten. Das Ploppen, wenn die Pfeile von der Scheibe genommen werden. In der Mitte der Halle stehen Tische. Zuschauer und Teilnehmer unterhalten sich, trinken etwas.
Knallharter Wettbewerb
Was hier so locker aussieht, ist in Wirklichkeit ein knallharter Wettbewerb. Es geht um viel mehr als um den Sieg. Denn wer hier an der Schweizer Meisterschaft gewinnt, ist automatisch in der Nationalmannschaft dabei und darf bei der Europameisterschaft teilnehmen.
Für Sharita Dätwyler hat sich dieser Traum im letzten Jahr erfüllt. Die Sarmenstorferin konnte sich im letzten Jahr an die Spitze kämpfen. Titelverteidigung wäre jetzt eigentlich angesagt. Aber Dätwyler hat zu kämpfen. Sie hat Probleme mit der Schulter. Hebt sie den Arm, um den Pfeil zu schiessen, spielt die Schulter nicht mit. «Es zwickt mich jedes Mal», erklärt sie und zuckt mit den Schultern. «Es geht halt nicht.»
Die 501 als Ziel
Dabei ist E-Darts ihre grosse Leidenschaft. Obwohl sie per Zufall darauf gestossen ist. «Ich bin in Boswil aufgewachsen und war dort öfter im Bahnhöfli-Pub», erzählt Dätwyler. In der Bar standen einige Darts-Kästen. Auch sie versuchte sich irgendwann daran. Und merkte schnell, dass sie ein Talent dafür hatte. «Von aussen sieht es sehr einfach aus», sagt sie. Doch die Zusammenarbeit von Körper und Geist ist anspruchsvoll. Denn: «Nicht jeder Schuss ist gleich wie der vorherige. Sonst wäre es ja ein Einfaches, zu gewinnen.»
Das Ziel beim E-Darts ist, mit möglichst wenigen Schüssen von 501 Punkten auf null zu kommen. Theoretisch kann man das mit neun Pfeilen schaffen. Dafür müsste aber jeder Treffer sitzen. Und das passiert höchst selten. Insgesamt 59 Herren und 28 Damen haben sich am Turnier eingefunden. Sie kommen aus der Romandie, aus der Ostschweiz und sogar aus dem Tessin.
Familiäre Atmosphäre
Die Zuschauer können beobachten, wie jeder Spieler seinen eigenen Stil hat. Die einen spielen ruhig, haben eine enorme Körperspannung und schiessen den Pfeil elegant auf die Scheibe. Andere spielen eher hastiger und setzen auf kleine, schnelle Bewegungen. Die Teilnehmer spielen eins zu eins gegeneinander. Die Gegner werden per Zufallsgenerator ausgelost.
Konzentration und Fokus sind die wichtigsten Grundlagen für E-Darts. Klingt eigentlich simpel. Doch das ist es nicht: «An einem Turnier ist man fünf oder sechs Stunden aktiv. Klar hat man dazwischen Pausen, doch es ist anspruchsvoll, sich wieder in dieses Denken hineinzuversetzen.» Dennoch schätzt Sharita Dätwyler den familiären Umgang. «Man kommt schnell mit den Leuten ins Gespräch, sie sind sehr freundlich. Auch sind es oft dieselben, die an die Turniere kommen.»
Schliesslich geht Dätwyler wieder an ein Gerät. Ruhig und präzise wirft sie die Pfeile auf die Scheibe. Sie gibt sich viel Mühe. Doch die Schulter spielt weiterhin nicht mit. Aus der Titelverteidigung wird definitiv nichts. Doch immerhin hat sie es im Doppel mit Mirjam Schüpbach unter die Top 10 geschafft. Und vielleicht wird sie im nächsten Jahr wieder zu den besten der Schweiz gehören.
Das sind die Sieger
In der Kategorie Doppel gewinnen bei den Damen Colette Rudin und Jeannette Stoop. Auf den zweiten Platz haben es Jenny Schumacher und Monika Brawand geschafft, gefolgt von Fiona Gander und Denise Studer. Bei den Herren sind Yan Bruegger und Peter Lerch auf dem ersten Platz. Dahinter kommen Martin Gugger und Nenad Arandjelovic, gefolgt von Jonas Keusch und Jonas Aeschbi. In der Kategorie Einzel gewinnt bei den Damen Karina Kaenzig. Auf Platz zwei ist Jeannette Stoop und Bronze holt sich Sylvia Schlapbach. Bei den Herren sind es Marcel Walpen, gefolgt von Alex Fehlmann und Roger Willener. --chg




