Ohne Vertrauen gehts nicht
03.09.2019 Region OberfreiamtDas Holzrücken auf dem Horben lockte zahlreiche Besucher an
Mit dem Baumstamm angehängt Hindernisse überwinden, das setzt Vertrauen voraus. «Das Pferd muss wissen, dass der Fuhrmann oder die -frau ihm nichts zutraut, was es nicht kann» sagt ...
Das Holzrücken auf dem Horben lockte zahlreiche Besucher an
Mit dem Baumstamm angehängt Hindernisse überwinden, das setzt Vertrauen voraus. «Das Pferd muss wissen, dass der Fuhrmann oder die -frau ihm nichts zutraut, was es nicht kann» sagt OK-Präsident Toni Zehnder aus Beinwil.
Annemarie Keusch
«Dann machen wir das eben bei uns», dachte sich Toni Zehnder, als in Weggis kein Platz mehr für das Holzrücken zur Verfügung stand. Vor zwei Jahren fand der Anlass zum ersten Mal auf dem Horben statt. Damals konnten die Organisatoren die Infrastruktur der «Horba» benutzen. Diesmal organisierten sie den Anlass erstmals alleine. «Ein grosser Aufwand. Ohne die vielen freiwilligen Helfer ginge gar nichts», weiss OK-Präsident Toni Zehnder. Rund 50 standen an den beiden Tagen im Einsatz.
So konnten die Freunde schwerer Zugpferde Schweiz den Teilnehmenden ideale Bedingungen bieten. «Für unseren Parcours bekamen wir viel Lob», sagt Zehnder. Immer wieder neue Hindernisse werden entwickelt, um die regelmässigen Wettkämpfe spannend zu halten. In der Pferdeund der Ponyklasse massen sich die Fuhrmänner und -frauen. «Weil es nicht alle Pferde gewohnt sind, schwere Baumstämme zu ziehen, brauchten wir bei den Prüfungen nur leichte.» So konnten mehr Teilnehmende mitmachen. Rund 50 waren es hoch zu Ross beim Naturtrail, rund 35 massen sich bei den Holzrück-Prüfungen, bei denen die Fuhrleute neben oder vor den Pferden liefen.
Vom Parcourshelfer zum Fuhrmann
Prüfungen für einzelne Rassen gibt es jährlich schweizweit mehrere. Auf dem Horben waren aber nicht nur Freiberger startberechtigt, sondern alle möglichen Rassen. «Zum Holzrücken sind grundsätzlich alle Pferde geeignet», sagt Zehnder. Wichtig sei, dass Pferd und Fuhrmann sich vollends vertrauen. «Nur so ist die nötige Präzision überhaupt möglich.»
Seit vier Jahren ist Toni Zehnder im Verein Freunde schwerer Zugpferde Schweiz. Als Parcourshelfer in Weggis hat er angefangen. «Da dachte ich mir, dass das mein Freiberger auch könne.» Also begann er das Training. «Es braucht viel Fingerspitzengefühl und Zeit.»
Die verschiedenen Hindernisse auf dem Parcours sind der Waldarbeit nachempfunden, wie sie in der Vergangenheit mit den Pferden verrichtet wurde. Zum Schleppen von Baumstämmen werden Pferde auch heute noch eingesetzt, vor allem nach Stürmen, wenn auch alle Maschinen im Einsatz sind. «Darum hat unser Hobby nach wie vor eine grosse Berechtigung», ist Toni Zehnder überzeugt.
Das zeigte sich auf dem Horben. Neben den Teilnehmenden zog der Anlass auch viele Schaulustige aus nah und fern an. Die präzise Arbeit mit den grossen Pferden und den kleinen Ponys beeindruckte. Damit sich die Teilnehmenden miteinander messen können, sind bei den Hindernissen Pfosten mit kleinen farbigen Bällen darauf aufgestellt. Fällt ein Ball herunter, gibt das Strafpunkte. Erschwerend kommt die Zeitlimite hinzu. Nach acht Minuten muss der Parcours absolviert sein, nur durch den Wassergraben dürfen die Pferde noch, auch wenn die Zeit abgelaufen ist. «So ist das System klar messbar, Diskussionspotenzial bleibt aus.» Wichtig ist für Zehnder aber, dass die Teilnehmenden nicht nur des sportlichen Erfolgs wegen mitmachen. «Das Ganze soll Freude bereiten, uns, den Teilnehmenden und den Pferden.»
Viele Junge sind dabei
Die Sicherheit ist bei den Organisatoren ein grosses Thema. Für die Pferde wie für die Besucher muss sie gewährleistet sein. Entsprechend hat es oberste Priorität, dass die Abschrankungen nicht überschritten werden. «Auch wenn die Pferde ruhig sind, kann sich das schnell ändern», sagt Zehnder. Vor allem bei neuen Pferden und Fuhrleuten sei das wichtig. «Und von diesen haben wir zum Glück einige.» Nachwuchssorgen kenne der Verein momentan keine. Besonders bei den Ponys nehmen auch Kinder und Jugendliche an den Wettbewerben teil. «Es ist schön, dass sich auch Junge für dieses Hobby begeistern können.»




