Freude und Wehmut
24.09.2019 WohlenGelungener Schlössli-Herbstmond-Anlass
Im ältesten Wohler Gebäude ging es am Samstag geschichtsträchtig zu und her. Das erstmals durchgeführte Jass-Turnier soll in Zukunft zur Tradition werden. Am Filmabend waren nostalgische Bilder aus dem Dorfleben zu ...
Gelungener Schlössli-Herbstmond-Anlass
Im ältesten Wohler Gebäude ging es am Samstag geschichtsträchtig zu und her. Das erstmals durchgeführte Jass-Turnier soll in Zukunft zur Tradition werden. Am Filmabend waren nostalgische Bilder aus dem Dorfleben zu sehen, die nicht nur schöne Momente, sondern auch problematische Entwicklungen zeigten. Und zuletzt luden die Organisatoren nicht zum Tanzen, sondern zum Schwofen. So, wie es früher der Fall war. --chh
Fortsetzung erwünscht
Das Schlössli lud zum Herbstmond-Fest mit Jassturnier, privaten Filmperlen und Tanz
Mit 32 Teilnehmern wurden die Erwartungen für das Jassturnier mehr als erfüllt. Und am Abend mit privaten Filmperlen waren alle Plätze belegt. Doch das Schönste: Das Schlössli-Team plant für nächsten Herbst etwas noch Grösseres.
Chregi Hansen
Hochkonzentriert sitzen die älteren und jüngeren Teilnehmer an ihren Tischen und überlegen sich, was Trumpf werden soll oder welche Karte sie als nächstes spielen wollen. Plötzlich schallt lauter Jubel durch den Saal und klatschen sich zwei Frauen ab – sie haben eben einen Match geschafft. «Wenn ich bei jedem Match so ausflippen würde, hätten wir hier keine Ruhe mehr», ertönt es trocken vom Nebentisch. Und alle 32 Teilnehmer fangen an zu lachen.
Die Szene verdeutlicht: Am ersten Jassturnier im Schlössli wurde zwar ernsthaft, aber nicht verbissen um den Sieg gekämpft. Statt sich nach der Runde gegenseitig vorzuwerfen, wer jetzt was falsch gemacht hat, wird lieber gewitzelt am Tisch. «Es macht Freude, hier zuzusehen. Vor allem, wie sich jüngere und ältere Teilnehmer bestens verstehen. Und den ganzen Nachmittag über fiel kein einziges Schimpfwort», freut sich Organisator Dennis Andermatt. Mit 32 angemeldeten Spielern ist man zufrieden bei der Premiere – und sieht durchaus noch Potenzial nach oben.
Ein Männerduo vor drei Frauen-Teams
Gespielt wurde Partner-Schieber mit zugelosten Gegnern über fünf Runden à 8 Spielen. Auf die Sieger wartete am Schluss ein wunderbar gestalteter Wanderpokal. Gewonnen wurde dieser von Andreas Weber und Willi Kälin. Die beiden routinierten Jasser setzten sich deutlich durch. Auf den weiteren Plätzen folgten drei Frauen-Paare. Zweite wurden Rosmarie und Nicole Hitz, Bronze ging an Isabelle und Marie-Louise Küchler, und auf Platz vier klassierten sich Sonja Rickenbacher und Wiebke Tiller. Doch egal ob Erster oder Letzter, Spass hat der Nachmittag allen gemacht. Und das Schlössli-Team bewirtete die Teilnehmer hervorragend.
In privaten Archiven gewühlt
Auch der zweite Teil des Herbstmond-Festes war ein voller Erfolg. Aus privaten Super-8-Filmen von drei Wohlern sowie einigen Dokumentar-Filmen hat Fabian Furter drei Blöcke zusammengeschnitten, welche von Pianist Lukas Stäger live vertont wurden. Zu sehen waren Ausschnitte von alten Fasnachtsumzügen, Jugendfesten oder vom Batzelauf, aber auch alte Filmperlen aus der Zeit der Strohindustrie sowie bewegende Aufnahmen, wie der Abbruchhammer in Wohlen wütete. Gerade diese letzte Sequenz liess viele Besucher nachdenklich nach Hause gehen.
«Filmen war in den 70er-Jahren noch etwas Besonderes», erklärte Furter vor der Aufführung. Während man heute via Soziale Medien bei allen Ereignissen «live» dabei ist, musste man früher oft wochenlang warten, bis man Freunden die gemachten Bilder zeigen konnte. Umso wichtiger scheint es, solch historische Aufnahmen zu erhalten, auch wenn das mit etlichem Aufwand verbunden ist. Das Wiedersehen mit vielen unvergessenen Personen, aber auch die bedrückenden Aufnahmen der Hausabbrüche zogen das Publikum in den Bann. Und Lukas Stäger fand immer die passenden Melodien zu den Stummfilmen. Alles in allem ein Anlass, von dem man gerne eine Fortsetzung erleben würde.
Nächstes Jahr wieder ein Festival geplant
Abgeschlossen wurde das Fest durch Barbetrieb und Musik. Für den Verein ist zudem klar, dass weitere Anlässe folgen sollen. «Im nächsten Jahr wollen wir auch wieder etwas Grösseres anpacken», versprach Furter. Ein Event in der Art von «Punkt & Halbi» – das Kulturfestival hatte vor genau einem Jahr die Besucher begeistert. Auch auf diese Fortsetzung darf man sich also freuen.




