Eine fantastische Ideenvielfalt
03.09.2019 BremgartenEröffnung des ArtWalk Bremgarten: Einzigartige Verbindung von Kunst und Gewerbe
Mit der fünften Auflage vom Kunstmonat September feiert der Verein Fachgeschäfte Altstadt Bremgarten sein zehnjähriges Bestehen. 50 Kunstschaffende zeigen an 36 Standorten ...
Eröffnung des ArtWalk Bremgarten: Einzigartige Verbindung von Kunst und Gewerbe
Mit der fünften Auflage vom Kunstmonat September feiert der Verein Fachgeschäfte Altstadt Bremgarten sein zehnjähriges Bestehen. 50 Kunstschaffende zeigen an 36 Standorten ihre Werke. Sehen lassen kann sich auch das reichhaltige Begleitprogramm.
Bernadette Oswald
Die Altstadt wird für einen Monat in eine vielseitige und bunte Galerie verwandelt. Objekte aus Kabelbindern, Origami-Papierkunst, ein Auto auf Füssen, eine Skulptur aus Briefmarken oder ein Mantel aus gestickten Augen sind einige der Kunstwerke, die am diesjährigen ArtWalk zu entdecken sind. Am Samstagvormittag versammeln sich über 30 Personen zum geführten Kunstspaziergang mit René Walker. Der freischaffende Künstler ist OK-Mitglied vom ArtWalk und verantwortlich für die Gewinnung und die Betreuung der mitwirkenden Kunstschaffenden.
Projekt mit Flüchtlingen
An der ersten Station im ehemaligen Postgebäude logiert «Kubeïs», das heisst Kunst und Behinderung Innerschweiz. Rund 20 beeinträchtigte Kunstschaffende haben für einen Monat ihren Arbeitsplatz von Cham nach Bremgarten verlegt (siehe auch BBA vom 27.8.) Aus ihrem Atelier brachten sie eine faszinierende Auswahl an Gemälden mit, die wie Fahnen von der Decke hängen. «Ich haben richtig Freude an dieser Vielfalt», sagt eine Betrachterin. Zu Gast im Postgebäude sind auch Franziska Bruecker und Oliver Bucher mit ihrer Klanginstallation «Muted Memories». «Grafik und Sound treffen sich im Wort», fasst die Künstlerin ihr Werk zusammen. Wichtig sei, dass man beim Betrachten die bereitliegenden Kopfhörer anziehe. In der reformierten Kirche zeigt Verena A. Schütz ihre genähten Kunstwerke. Würdig aufgereiht wirken die Bilder im Chorraum. Im hinteren Teil der Kirche präsentiert Astrid J. Eichin Objekte in Mantelform. Ein anderer Mantel ist eine Komposition aus gestickten Augenpaaren. «Diese Kreation ist in Zusammenarbeit mit Flüchtlingen entstanden. Sie heisst «I see». Ich sehe, aber auch, ich verstehe», erklärt die Künstlerin.
Erweiterung von Freundschaften
«Jetzt geht es weiter in die Marktgasse», sagt René Walker. Auf dem Weg dorthin sind auf dem Schulhausplatz «Die rote Ameise» von Monika Bucher und Jürg Rohner zu bewundern und beim Spitteltum die Skulptur «Das Gespräch» von Germann Benz. Im Schaufenster von Bär Optik glitzern weisse filigrane Gebilde aus Kabelbindern von Paola Walter-Soldato. «3000 bis 5000 Stück verbinde ich zu diesen Kreationen», gibt die Künstlerin Auskunft. Das Gemälde «Movement» von Hanna Bendorf beim Atelier König, die Bilder von René Walker beim Städtli-Shop und die Brunnenskulptur «Cologne» von Rudolf Tschudin am Bogen sind weitere präsentierte Kunstwerke.
Livemusik, zum Beispiel von Anna Brunner und Luciano Jungman mit ihrem Tango Argentino begleiten den Rundgang. «Wir haben nicht eine so grosse Vielfältigkeit an fantastischen Ideen und involvierten Geschäften erwartet. Das ist sehr interessant», stellen zwei Teilnehmer vom ArtWalk fest. Der ging weiter zur Galerie Flussreif, wo der spanische Künstler Salvador Mollà seine Werke «Juwelen & Figuren» zeigt. Auf die Frage, was es ihm bedeute, hier auszustellen, sagt er: «Erweiterung von Freundschaften.» An seiner Vernissage war viel Prominenz anwesend, wie der spanische Generalkonsul und der spanische Kultur-Attaché in der Schweiz sowie Stadtammann Raymond Tellenbach und Stadträtin Monika Briner.
Als Abschluss der Tour besucht die Gruppe das Goldschmiedeatelier von Karin Schaufelbühl, wo Elke Muche ihre grossartige Origami-Kunst ausstellt. Am Infoturm beim Spittelturm gibt es täglich neue Informationen zum Kunstmonat. Weitere Auskunft über den Rundgang oder das Begleitprogramm sind unter www.artwalkbremgarten.ch oder im Katalog zu finden.




