Der Wildnis getrotzt
03.09.2019 Wohlen85-jähriger Geburtstag der Jungwacht und des Blaurings Wohlen
Die Jungwacht und der Blauring Wohlen gehören zu den ältesten der Schweiz. Nun feierten die beiden ihren Geburtstag mit einem grossen Festbetrieb und vielen Spielen für Jung und Alt. Ein ...
85-jähriger Geburtstag der Jungwacht und des Blaurings Wohlen
Die Jungwacht und der Blauring Wohlen gehören zu den ältesten der Schweiz. Nun feierten die beiden ihren Geburtstag mit einem grossen Festbetrieb und vielen Spielen für Jung und Alt. Ein Geländespiel im Wohler Wald sorgte dabei für besonders viel Spass und Überraschungen.
Joel Gattlen
«Highlight des Jubiläums war für uns ganz klar das Geländespiel. Dieses hat uns besonders gut gefallen, da es sehr abwechslungsreich war und im Wald stattfand. Wir sind sehr gerne in der Natur», sagen Fabian Sax (13) aus Wohlen und Kai Hirt (10) aus Niederwil. Das Spiel trug den Namen «S längscht Wort vo de Wält» und hatte zum Ziel, dass vier Gruppen aus Scrabblebuchstaben ein möglichst langes Wort kreieren. Was auf den ersten Blick einfach klingt, gestaltete sich als grosse Herausforderung, denn die einzelnen Buchstaben mussten hart erkämpft werden. So waren diese teilweise im Wald versteckt oder konnten gegen Spielgeld gekauft werden, das man sich durch das Beantworten von Wissensfragen erarbeiten konnte.
Acht Meter hohes Zelt auf dem Isler-Areal mit 75 Blachen
«Besonders ist, dass es immer wieder unerwartete Wendungen gibt. Die Gruppen können auch von Dieben überfallen werden und irgendwo im Wald ist ein grosser Schatz mit Spielgeld und Buchstaben versteckt», sagt Jungwachtleiter und OK-Mitglied Owen Hyde (19) aus Anglikon. Überfallen wurden die Teilnehmer nicht nur von Dieben, sondern auch von einer wahren Armada von Mücken. Gewonnen haben gleich zwei Gruppen mit den Wörtern «Aufmerksamkeit» und «Arbeiterunfall».
«Das tatsächlich längste gebräuchliche deutschsprachige Wort ist «Rindfleischetikettierungsüberwachungsaufgabenübertragungsgesetz», verriet Hyde den Teilnehmern und sorgte damit für Gelächter. Das deutsche Gesetz trug schon bei der Einführung 1999 für grosse Heiterkeit unter den Abgeordneten. 2013 wurde es wieder aufgehoben. So wirklich traurig war darüber vermutlich wohl niemand.
Organisiert wurde das Jubiläum von Hyde und seinem Team. Das Fest startete im Wohler Wald in der Nähe des Wasserreservoirs. Gegen Mittag verschob sich die Festgesellschaft zum Isler-Areal. Bereits von weit her war das riesige rund acht Meter hohe Sarasani, ein Blachenzelt, ersichtlich. «Ganze 75 Blachen haben wir dafür verwendet», erklärt Hyde. Auf dem Areal erwartete die Gäste ein grosser Festbetrieb mit Marktständen, Hüpfburg und unzähligen Spielen.
Anklang fand dies auch bei Stevi Milic (9) aus Wohlen: «Auf der Hüpfburg konnte ich mich richtig austoben. Es war einfach nur cool.» Für die schon etwas älteren Gäste als Milic war der Barbetrieb durchgehend ab Mittag bis zwei Uhr morgens offen. Danach war Sperrstunde.
Wohler Jubla gehörte zu den Pionieren
1932 wurden die erste Jungwacht und der erste Blauring in der Schweiz gegründet. Gerade einmal zwei Jahre später wurden bereits die Wohler Ableger ins Leben gerufen. Seither sind sie eine Erfolgsgeschichte, die sich nach wie vor grosser Beliebtheit erfreuen. Die Jubla ist mit der katholischen Kirche verbunden, steht jedoch für alle Kinder und Jugendlichen, unabhängig von Konfession oder Kultur, offen. Die Knaben schliessen sich der Jungwacht an. Die Mädchen dem Blauring. Anlässlich des Jubiläums schrieb der katholische Pastoralassistent und Wohler Jubla-Präses Hans-Peter Stierli in seiner Festschrift abschliessend: «Ein Leitwort der Jubla lautet: Lebensfreu(n)de. Ein treuer Freund ist wie ein festes Zelt. Wer einen solchen findet, hat einen Schatz gefunden.»



